Gesundheit

Chips in der Kleidung überwachen die Gesundheit

von Leonie Butz

US-Forscher haben batterielose Sensoren für Kleidung entwickelt, die Puls und Blutdruck messen können – und denen auch die Waschmaschine nichts ausmacht.

Chips in der Kleidung überwachen die Gesundheit
RFID-Chips sind keine neue Erfindung: Ursprünglich am Ende des Zweiten Weltkriegs für den militärischen Einsatz entwickelt, spielt die Technik heute vor allem in Zugangskarten oder Identifikation-Systemen eine Rolle. Foto: Shutterstock / Albert Lozano

Das erfahren Sie gleich:

  • RFID-Chips machen die Kleidung zu Blutdruck- und Pulsmessern
  • In Krankenhäusern erleichtert diese Technik die Überwachung von Patienten
  • Die Chips könnten eine simple und vergleichsweise günstige Alternative zu herkömmlichen Geräten sein

Chips machen Kleidung schlau

"Guten Morgen, aufwachen!" Das grelle milchige Licht brennt in den Augen. Völlige Orientierungslosigkeit. Für einen Moment. Noch schlaftrunken sind die Bewegungen neben dem Bett hektisch und unangenehm. "Ich muss Ihren Puls und den Blutdruck messen." Um sechs Uhr morgens – also mitten in der Nacht. Wer schon einmal einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus hinter sich hat, der kennt solche Szenen am frühen Morgen. Um die Überwachung für Pflegekräfte und Patienten angenehmer zu machen, arbeiten Forscher in den USA an einer Methode, Puls und Blutdruck über smarte Kleidung zu überwachen.

Besonders wichtig für den Einsatz im Krankenhaus ist auch, dass die Chips waschmaschinenfest sind.

Die Wissenschaftler der Cornell University in Ithaca, New York, stellten ihre Entwicklung jüngst vor. RFID-Chips, die bisher etwa in Zugangskarten fürs Büro oder in Ladekarten für Elektro-Ladestationen stecken, verbaute das Team rund um den technischen Informatiker Xiaonan Hui in Kleidung. In der Brusttasche können sie die Atemfrequenz und die Bewegungen des Herzens messen. Am Handgelenk messen die Sensoren den Puls. Aus den beiden Messungen errechnet das System den Blutdruck. Besonders wichtig für den Einsatz im Krankenhaus ist auch, dass die Chips waschmaschinenfest sind.

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Blutdruck, Puls und Atemfrequenz überwachen

Denn vor allem in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser könnte die Technik spannend sein. Mit Antennen in den einzelnen Zimmern würde das System die Patienten durchgängig überwachen. Das würde parallel mit vielen Patienten gleichzeitig funktionieren. Außerdem wären die Chips für Pfleger und Patienten angenehmer. Herkömmliche Messgeräte, so die Forscher, schränken oft Schlaf und Bewegungsfreiheit ein.

Blutdruck, Puls, Atemfrequenz: Die Forschung der Amerikaner hat großes Potenzial.

An einem ähnlichen System forschen derzeit auch Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie. Die Wissenschaftler um den Physiker Wilhelm Stork arbeiten an einer Software, die per Kamera Farbänderungen der Haut analysiert und so den Puls der Patienten misst. Dieses System kann jedoch nicht den Blutdruck messen. Die amerikanische Methode bietet also ein etwas größeres Potenzial.

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