Technik

China: Drohnen überwachen jetzt auch den Verkehr

von
Carsten Fischer

In China ersetzen Drohnen die Verkehrspolizisten. Angeblich im Dienst der Verkehrssicherheit – sie sollen Autofahrer beim Telefonieren am Steuer erwischen.

Luftaufnahme einer mehrspurigen Straße mit Hochhäusern im Hintergrund.
Luftüberwachung: Die Drohnen sind von gutem Wetter abhängig und fliegen nicht bei Regen. Foto: Shutterstock / HelloRF Zcool

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Drohnen in China Autofahrer beim Telefonieren am Steuer erwischen
  • Wie die Drohnen das Verkehrsgeschehen aus der Luft überwachen
  • Wie die Totalüberwachung in China näher und näher rückt

Die Zunahme der Überwachung in China wird von Datenschützern misstrauisch beobachtet. Der neueste Clou der Regierung: Drohnen, die Autofahrer direkt aus der Luft überwachen, um so mögliche Delikte im Straßenverkehr festzustellen.

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In Jinan, der Hauptstadt der nordchinesischen Provinz Shandong, gibt es seit Anfang August 2018 eine neue Form der Überwachung. Offiziell geht es um die Entlastung der überanstrengten Verkehrspolizisten und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Wie die Nachrichtenagentur "Xinhua" meldet, sollen die Drohnen aus der Luft in die Fahrerkabinen der Autos filmen, um zu sehen, ob die Fahrer etwa telefonieren oder anderweitig abgelenkt sind.

Bislang waren es fest installierte Kameras, die die Delinquenten überführten. Diese Geräte sind nur nicht an allen Straßen der rund 8.000 Quadratkilometer großen Stadt installiert – die Drohnen dagegen können ein Vielfaches der chinesischen Straßen überwachen.

Verkehrssicherheit durch Drohnenüberwachung

In insgesamt 200 Flugstunden hat die Polizei die Technik der Drohnen im Frühjahr 2018 getestet, wobei diese den Test gänzlich ohne Unfall überstanden. Gesteuert wurden sie dabei von dafür ausgebildeten lokalen Polizisten – genau wie jetzt in der praktischen Phase.

In dem angelaufenen Einsatz bewährte sich das neue System sofort. Die vier zu Beginn eingesetzten Drohnen konnten in der ersten halben Stunde gleich fünf Verkehrssünder identifizieren.

Dabei ist das System denkbar einfach: Die Polizisten werten die Bilder der hochauflösenden Kameras aus und bekommen so direkt ein Beweisfoto mitgeliefert. Jetzt müssen sie nur noch das Nummernschild identifizieren, und schon kann der Strafzettel verschickt werden.

Die Polizei setzt die Drohnen ein, um Orte zu überwachen, die sie selbst nicht oder nur schwer erreichen kann. Trotz der modernen Technologie gibt es noch ein paar Probleme. So können die Drohnen beispielsweise nicht bei Regen verwendet werden.

Totalüberwachung nur noch eine Frage der Zeit

China rüstet im Kampf gegen das Verbrechen immer weiter auf. Dabei werden auch vermeintliche Bagatelldelikte rigoros verfolgt. Im April wurde bekannt, dass in der Stadt Shenzhen hoch frequentierte Kreuzungen Fußgänger aufnehmen, um sie bei fehlerhaftem Verhalten öffentlich an den Pranger zu stellen und zu bestrafen.

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Darüber hinaus implementiert die chinesische Regierung derzeit ein Bonitätssystem, das sämtliche Verfehlungen eines Bürgers speichert und ihm eine an seine Aktivitäten gekoppelte Wertungszahl zuweist.

Was den Vogel aber im wahrsten Sinne des Wortes abschießt, sind Drohnen, die realen Tauben nahezu 1:1 ähneln und die die Bürger des Landes unbemerkt aus der Luft ausspionieren.

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