Technik

Chinas Chang'e 4: Rover soll die Rückseite des Mondes erkunden

von
Marten Zabel

Chinas Lander Chang'e 4 hat einen neuen Rover im Gepäck, der die Rückseite des Mondes erkunden soll. Der Rover ist aber nur die Vorhut für größere Pläne.

Die Erde vom Mond aus.
Die der Erde zugewandte Seite des Mondes ist gut erforscht – die Rückseite des Mondes jedoch ist noch relativ unbekannt. Foto: NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Wann die Mondmission des neuen chinesischen Rovers beginnen soll
  • Wie sich die Rückseite des Mondes von der Vorderseite unterscheidet
  • Warum Chang'e 4 nur die Vorhut auf dem Mond ist

Die chinesischen Staatsmedien haben erste Animationen des neuen Mondrovers der nationalen Raumfahrtagentur CNSA gezeigt. Das Gefährt soll mit dem Lander Chang'e 4 als erstes menschliches Fahrzeug auf der Rückseite des Mondes landen – und das noch Ende 2018. Von dort soll der Rover Forschungsergebnisse an die Erde übertragen.

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Die dazu notwendige Infrastruktur hat China bereits im Mai 2018 in Position gebracht – denn hinter dem Mond gibt es natürlich keine direkte Funkverbindung zu den Bodenstationen. In Zeiten der privaten Raumfahrt in China will die staatlich Behörde wohl beweisen, dass sie noch auftrumpfen kann.

Nicht der erste chinesische Rover auf dem Mond

Wie der Chefingenieur von Chinas Mondprogramm, Wu Weiren, sagte, ist der Rover mit einem Gewicht von gerade einmal 140 Kilogramm der leichteste seiner Art. Damit bringt er eine ähnliche Masse mit wie Chinas erster Mondrover Yutu, zu Deutsch Jadehase. Das 2013 an Bord von Chang'e 3 zum Mond gebrachte Vehikel ist auch technisch der Vorgänger des noch namenlosen neuen Rovers. Yutu war nicht nur Chinas erster Rover auf dem Mond, sondern hat auch mit 31 Monaten die bisher längste Lebensdauer eines Mondrovers überhaupt aufweisen können.

Eine Animation des neuen chinesischen Rovers auf dem Mond.
Der neue chinesische Mondrover hat bisher noch keinen Namen – er ist der Nachfolger von Jadehase. Foto: picture alliance / Photoshot

Die chinesischen Rover sind deutlich kleiner als die Marsrover der USA, Curiosity, Spirit und Opportunity. Sie tragen zwar ähnliche wissenschaftliche Instrumente wie Spirit und Opportunity, diese sind allerdings deutlich älter. Letzterer ist seit 2004 immer noch auf dem Mars aktiv und wiegt 185 Kilogramm.

Die Rückseite des Mondes ist anders als die Vorderseite

Für die Rover auf der Rückseite des Mondes erwarten Experten eine geringere Lebensdauer als für jene auf dem Mars. Die Strahlung, die ohne den Filter einer Atmosphäre auf die Geräte heruntergeht, schädigt langfristig nicht nur die Elektronik, sondern auch metallene Bauteile.

Die erdabgewandte Seite des Mondes war bis zu ersten Bildern einer sowjetischen Sonde Luna 3 im Jahr 1959 für die Menschheit komplett unbekannt. Sie ist tatsächlich strukturell anders, als die für uns sichtbare Seite. Hier soll Chang'e 4 mit dem Rover im Aitken-Krater landen und die Umgebung untersuchen.

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Chang'e 4 ist nur die Vorhut auf dem Mond

Das Chang'e-Programm Chinas geht mit dem neuen Rover in die vierte Runde: Chang'e 1 und 2 waren noch Orbitalsatelliten für die Mondbeobachtung. Chang'e 3 hatte einen ersten Rover auf den Erdtrabanten gebracht. Ende 2018 soll nun Chang'e 4 auf der Rückseite des Mondes landen. Aber die Pläne der CNSA gehen noch weiter.

Der Nachfolger in der Reihe, Chang'e 5, befindet sich zwar Momentan noch in der Entwicklung. Ab 2019 soll er aber Proben vom Mond einsammeln und diese zur Erde zurückbringen – also ein ähnliches Projekt, wie es die ESA gerade auf dem Mars anstrebt. Aufgrund eines wachsenden Budgets der CNSA ist das durchaus machbar und die Abfolge der Missionen, um die nötigen Technologien zu erproben, steht ebenfalls bereits. Kein Wunder also, dass auch eine bemannte Mondlandung bis 2030 geplant ist.

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