Leben

China bewaffnet Soldaten mit Setzlingen und pflanzt Bäume

von Paul Bandelin

In China pflanzen 60.000 Soldaten Bäume und bewalden eine Fläche so groß wie Irland. Das Ziel: Endlich die Luftverschmutzung in den Griff bekommen.

Zwei Setzlinge einer Pflanze in Nahaufnahme
Die neue Waffe von Chinas Armee: Pflanzen und Bäume im Kampf gegen die Luftverschmutzung. Foto: Unsplash/Francesco Gallarotti

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum 60.000 chinesische Soldaten ab jetzt Bäume pflanzen
  • Wie China mit einer Steigerung der Waldfläche der Luftverschmutzung Herr werden will
  • Welche Maßnahmen in Sachen Umweltschutz das Land noch plant

China pflanzt Bäume gegen die Luftverschmutzung

Durch Wasser-, Boden und Luftverschmutzung in China erkranken und sterben jährlich Millionen Menschen, vor allem in den großen Ballungsräumen. Hochrechnungen gehen sogar davon aus, dass die Verschmutzung für ein Drittel aller Tode im Land verantwortlich ist.

In der die Megastädte Peking und Tinjian umschließenden Provinz Hebei ist das Problem am größten – ein Zustand, der das Leben dort immens verschlechtert.

Die Regierung will dagegen mit einer nie dagewesenen grünen Offensive vorgehen. 60.000 Soldaten sollen noch in diesem Jahr 84.000 Quadratkilometer (immerhin die Größe Irlands) mit Setzlingen bepflanzen.

Die Soldaten haben die Idee sehr positiv aufgenommen. Bei gleichbleibender Vergütung sind sie dank des Pflanzens davor gefeit, dass das Militär sie in die kalten nördlichen Grenzgebiete versetzt.

Luftverschmutzung eindämmen

Um den teils dramatischen Zuständen in der Hauptstadt entgegenzutreten, hat sich Hebei, auch auf Drängen anderer Provinzen, verpflichtet, die Quote für Waldfläche in den nächsten Jahren auf 35 Prozent zu erhöhen. Andere Gebiete des Landes stören sich daran, dass besonders im Winter Smog und Rauch gen Norden ziehen.

In ganz China sind derzeit 2,08 Millionen Quadratkilometer bewaldet. Damit beträgt der Anteil der Waldfläche im gesamten Land momentan 21 Prozent. Diese Zahl soll aber bis Ende des Jahrzehnts auf 23 Prozent steigen – scheinbar mit allen Mitteln.

Informationen der staatlichen Forstverwaltung zufolge will China bis 2030 den Anteil sogar auf 26 Prozent der Landesfläche bringen. Bei einer Größe von 9,5 Millionen Quadratkilometern entspräche das ungefähr der Fläche Algeriens.

Umweltschutz ist ab sofort Regierungssache

Inwiefern die Maßnahmen des aktiven Waldaufbaus fruchten und welchen Einfluss sie auf die Gesundheit der Bürger haben, lässt sich derzeit noch nicht mit Gewissheit sagen. Fakt ist aber, dass die chinesische Regierung das Problem erkannt hat und mit zahlreichen Maßnahmen versucht es zu konterkarieren.

Vergangenes Jahr stellte die Regierung die ersten handfesten Konzepte vor. So hat die Regierung der Volksrepublik einen Plan zum Umweltschutz ausgearbeitet, der vorsieht, 40 Prozent aller Fabriken zeitnah zu schließen.

Ein weiterer Entwurf soll alle Dieselfahrzeuge von den viel befahrenen Straßen des Landes verbannen, wobei die Dauer der Maßnahme unbekannt ist. Darüber hinaus soll in der viel diskutierten Provinz Hebei die Stahl- und Eisenproduktion um die Hälfte herunterfahren.

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Außerdem stellten einige Städte in ersten Musteranlagen Türme auf, welche die Stadtluft filtern – energieneutral mit Sonnenenergie. Vielleicht wäre ja auch ein City Tree, der die Luft reinigt, eine Maßnahme.

Trotz der vielen positiven Ansätze bleiben im Land Zweifel bestehen, ob sich dadurch die Luftqualität signifikant verbessert – und selbst wenn ja, wie lange es dauert.

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