Leben

Chang'e 4: Die erste Mondpflanze hat gelebt

von
Marten Zabel

An Bord von Chang'e 4 wuchs für ein paar Tage eine Baumwollpflanze. Sie wird als erste Mondpflanze in die Geschichte eingehen.

Chang'e 4 bei ihrer Mission auf dem Mond
Die Mondsonde Chang'e 4 hat einen Behälter mit Pflanzensamen dabei. Darin war offenbar Wachstum zu erkennen. Lange hielt die Freude darüber aber nicht an. Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Das erfahren Sie gleich:

  • Was im Pflanzenkanister der chinesischen Sonde Chang'e 4 wuchs
  • Warum die Pflanzen allerdings nicht lange überlebten
  • Wie die CNSA mit den gesammelten Informationen umgeht

Erstmals ist auf dem Mond die Saat einer Pflanze aufgegangen. Der Baumwollkeimling ist zwar inzwischen wieder eingegangen, hat aber definitiv Geschichte geschrieben. Nun bleibt abzuwarten, welche Teile des kleinen geschlossenen Ökosystems an Bord des chinesischen Landers Chang'e 4 es ebenfalls schaffen, zu keimen oder zu schlüpfen.

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Der Container an Chang'e 4 ist für ein geschlossenes Ökosystem ziemlich klein: Gerade einmal 18 Zentimeter Länge und 16 Zentimeter Durchmesser weist der Zylinder auf, in dem sich verschiedene Pflanzensamen, Hefe und Fruchtfliegeneier auf einem Nährboden befinden. Im Idealfall sollten nicht nur die Pflanzen sprießen, sondern auch die Insekten schlüpfen und sich von der Hefe ernähren. Ein Kreislauf aus Sauerstoff und CO2 von Pflanzen und Tieren war das Wunschziel der Forscher.

Die Mondpflanzen hatten nicht viel Zeit

Nach der Landung auf der Mondrückseite wurde der Behälter auf angenehme 24 Grad Celsius aufgewärmt und die Pflanzen dann gewässert. Nach ersten Angaben der chinesischen Raumfahrtagentur CNSA waren zunächst sowohl Baumwoll- als auch Raps- und Kartoffelsamen gekeimt – Bilder veröffentlichte sie allerdings nur von Baumwollkeimlingen. Diese wuchsen zunächst ein Stück weit, bis sie dann von der Kälte der Mondnacht zerstört wurden.

Chang'e 4 wird mit einer Batterie aus Radioisotopen beheizt, damit die Technik in der lunaren Nacht mit ihren Temperaturen jenseits der -100 Grad Celsius keinen Schaden nimmt. In dieser zwei Wochen andauernden Zeit ist die Sonde im Ruhemodus, da sie ihren Strom von Solarzellen bezieht.

Yutu-2 bei der Trennung von Chang'e 4
Chang'e 4 hatte nicht nur Pflanzen dabei, sondern auch den Rover Yutu-2. Der soll auf dem Mond wichtige Daten sammeln und an die Erde übermitteln. Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Als die Sonne hinter dem Mondhorizont untergegangen war, fiel die Temperatur im Inneren des Versuchsbehälters auf -52 Grad Celsius. Inwiefern das erwartet war, ist unklar. Professor Xie Gengxin von der Universität Chongqing sagte gegenüber der Presse, die kurze Lebenserwartung des Experiments sei zu erwarten gewesen. Tatsächlich aber ist in dem Fall fraglich, wie realistisch die Entstehung eines geschlossenen Ökosystems aus Insekten und Pflanzen in derart kurzer Zeit eigentlich gewesen ist. Fakt ist: Das ursprünglich auf 100 Tage angesetzte Experiment wurde jetzt nach neun Tagen beendet.

Wie die CNSA betont, ist der Container mit den Pflanzensamen und Insekteneiern hermetisch verschlossen und sein Inhalt wird mit der nächsten Warmphase anfangen, sich selbst zu kompostieren. Der Mond werde damit nicht verunreinigt.

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Neuer Rekord der CNSA

Insgesamt sind die Informationen, die von der CNSA bezüglich ihrer laufenden Mondmission veröffentlicht werden, eher spärlich. Anders als etwa ESA oder NASA teilt die chinesische Raumfahrtagentur ihre Forschungsergebnisse nicht öffentlich und ist recht nah mit dem Militär verschränkt.

Dennoch werden die gewonnenen Daten über Pflanzen in Mikrogravitation und Strahlung auf dem Mond Forschern weltweit dienlich sein. Und die Baumwollpflanze reiht sich in historische Ereignisse wie die Raumflüge von Laika und Gagarin oder eben die ersten Pflanzen im Weltraum auf der sowjetischen Raumstation Salyut 7 im Jahr 1982 ein.

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