Elektromobilität

Cat 323F Z-Line: Elektrobagger der Superlative

von
Paul Bandelin

Ein norwegisches Unternehmen hat einen 26 Tonnen schweren Elektrobagger in Betrieb genommen. Die Basis ist ein CAT 323F.

Der CAT 323F auf einer Baustelle
Der CAT 323F gehört zu den beliebtesten Baggern der Welt. Künftig fährt und arbeitet der Bauriese auch vollelektrisch. Foto: Caterpillar

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo der größte frei fahrende Elektrobagger der Welt seine Arbeit verrichtet
  • Wie schwer die in dem Cat 323F Z-Line verbaute Batterie ist
  • Wie viel CO2 ähnlich große Bagger pro Jahr ausstoßen

Im Schnee von Gjelleråsen nahe Oslo schaufelt ein 26-Tonnen-Bagger unermüdlich Erdreich von A nach B und bereitet so den Weg für das Fundament einer Fabrik. So weit, so normal. Doch irgendetwas ist anders. Etwas fehlt – Na klar, der ohrenbetäubende Lärm des Motors. Lediglich das Zischen der Hydraulikpumpen ist zu hören.

Vollelektrischer Fahrspaß

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audi.de/DAT-Hinweis

Personenkraftwagen sind nicht die einzigen Elektrofahrzeuge, die derzeit weltweit entwickelt werden. Neben elektrisch angetriebenen Müllwagen, Flugzeugen und sogar Frachtschiffen kommt aus Norwegen nun der größte Elektrobagger der Welt. Bislang waren elektrisch betriebene Baumaschinen eher dem kleineren Segment zuzuordnen.

Batterie des Cat 323F bringt 3,4 Tonnen auf die Waage

Die norwegische Firma Pon Equipment gab bereits im Januar 2018 bekannt, zusammen mit Caterpillar – dem weltgrößten Hersteller von Baumaschinen – einen elektrischen Cat 323F Z-Line (Z für „zero emission“) gebaut zu haben. Nach der Vorstellung des Prototyps im Mai ist der 26-Tonnen-Gigant nun für das Tiefbauunternehmen Veidekke im Einsatz. Erik Sollerud, CEO von Pon Equipment, machte klar, dass es niemals darum ging den Cat 323F zu ersetzen, sondern nur darum, ihn umweltfreundlicher zu machen. „Wir wollen keinen neuen Bagger entwickeln. Der Cat 323F ist der beste Bagger der Welt. Wir wollten nur eine emissionslose Version, welche die gleichen Attribute mitbringt.“

Äußerlich gibt es keine Unterschiede zu einem herkömmlichen Cat 323F. Richtet sich der Blick aber unter die Haube, verhält es sich ein wenig anders: Dort ist ein massives 300-Kiowattstunden-Batteriepack integriert, das stolze 3,4 Tonnen auf die Waage bringt. Fünf bis sieben Stunden kann der Bagger durchgängig arbeiten, bis er geladen werden muss, was mit einer Schnellladestation rund zwei Stunden in Anspruch nimmt. Dazu gesellt sich ein geräuschlos arbeitender 122-Kilowatt-Elektromotor.

Die eingesparten Spritkosten sind ein großer Vorteil des Elektrobaggers. Ein weiter Pluspunkt ist die Umweltfreundlichkeit. „Für uns ist es wichtig, die neuen Technologien so zu nutzen, dass wir die Emissionen unseres Fuhrparks sukzessive reduzieren können“, so Øivind Larsen, Bauleiter bei Veidekke. Er führt weiter aus, dass, würde Norwegen alle 2500 in Betrieb befindlichen Bagger dieser Größenordnung elektrifizieren, ein Schadstoff-Äquivalent von 60.000 Autos eingespart würde.

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Hoher CO2-Ausstoß bei Baumaschinen

Zur größten elektrischen Baumaschine ist es aber noch ein weiter weg. Zwei schweizerische Unternehmen elektrifizierten 2017 einen Komatsu-Baustellenkipper und statteten ihn mit einem 700-Kilowattstunden-Batteriepack aus. Zwischen 130 und 200 Tonnen CO2 stößt jedes dieser 110-Tonnen-Biester jährlich aus.

Zunächst müssen die elektrischen Baumaschinen ihre Reife im Baugewerbe aber unter Beweis stellen und zeigen, dass sie genauso leistungsfähig wie ihre nicht-elektrischen Pendants sind.

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