Elektromobilität

Caroo: Start-up startet Carsharing mit Elektroautos

von Sabrina Lieb

Ein neuer Carsharing-Anbieter macht Car2go und DriveNow Konkurrenz: Das Wiener Start-up Caroo will in Kürze mit den ersten Elektroautos starten.

Foto: Shutterstock / Matej Kastelic

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Caroo den ersten reinen Elektroauto-Carsharing-Dienst aufbaut
  • Wie groß die Carsharing-Flotte wird und aus welchen Fahrzeugen sie besteht
  • Wieso die Blockchain Investoren anlocken soll

Die Elektromobilität erschließt sich ihre Felder und macht auch nicht vor der Sharing-Community Halt. Die vier Gründer des Wiener Start-ups Caroo wollen daraus ein Geschäftsmodell machen: Der neue Carsharing-Dienst bringt ausschließlich Elektroautos auf die Straßen der österreichischen Hauptstadt.

Der neue Audi e-tron

Der erste rein elektrische SUV von Audi.

Zur Reservierung

audi.de/DAT-Hinweis

Ähnlich wie bei den bekannten Carsharing-Anbietern Car2go oder DriveNow können die E-Autos von Caroo nach dem Free-Floating Prinzip genutzt werden. Dabei stehen die Fahrzeuge nicht etwa an festen Mietstationen, sondern sind flexibel in der Stadt verteilt. Kunden orten und mieten die Elektroautos ganz einfach via App.

Elektroautos sharen: Caroo geht voraus

"Nachhaltigkeit ist ein Kernpunkt unseres Start-ups. Dank der Kombination von Carsharing und Elektromobilität können wir ressourcenschonende, umweltfreundliche und individuelle Mobilität gewährleisten", so Leroy Hofer, der den neuen E-Carsharing-Dienst zusammen mit Frederic Nachbauer, Nico Prugger und Elias Önder auf die Beine gestellt hat.

Es gibt keine versteckten Kosten. Wir fokussieren uns komplett auf den Umweltschutz, die Gesundheit der Wiener Stadtbewohner und auf individuelle E-Mobilität.

Leroy Hofer, Mitgründer von Caroo

Alle E-Autos werden mit 100 Prozent Ökostrom gespeist. Die Abrechnung erfolgt dabei für den Kunden minutengenau, für längere Nutzung gibt es aber auch Stunden- oder Tagestarife. Je nach gewähltem Tarif zahlen Mieter ab 19 Cent pro Minute für die Miete der Elektroautos. Darin sind Parkgebühren, Versicherung oder Strom bereits enthalten. Bis zum Herbst 2018 will das Start-up die ersten Autos fahren lassen.

Foto: Caroo

Mehr Elektroautos in Wien

Insgesamt soll die Flotte rund 50 Elektroautos umfassen. Zwar ist der Caroo-Fuhrpark im Vergleich zu den anderen Carsharing-Anbietern noch eher klein – Car2go und DriveNow bewegen sich beispielsweise jeweils im Bereich von über 500 Fahrzeugen.

Dafür dürfte gerade die räumliche Eingrenzung auf eine Region und die strikte Positionierung als E-Car-Sharing-Dienst bei den Bürgern für regen Zuspruch sorgen. So wurden 2017 mit 5433 Fahrzeugen mehr als 42 Prozent mehr Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr in Österreich neu zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent aller Neuzulassungen.

Zum Vergleich: 2017 wurden mehr als 350.000 PKW in Österreich neu zugelassen. Am meisten stieg damit der Anteil von Elektroautos in Wien. Dabei wurden die meisten Elektroautos als Firmenwagen von Unternehmen und Behörden angeschafft - rund 70 Prozent der Anmeldungen laufen auf juristische Personen. E-Auto-Anmeldungen von Privatpersonen sind hier eher noch in der Minderheit.

Foto: Caroo

Caroo setzt vor allem auf Renault

Mittlerweile haben die Caroo-Gründer auch die Crowdinvesting-Kampagne erfolgreich über die Bühne gebracht. Laut ihren eigenen Angaben haben sie 200.000 Euro gesammelt, die nun für die Anzahlung der ersten 50 E-Autos und die Gebühr für die Parkpauschale genutzt werden sollen. Das ursprüngliche Ziel waren nur 100.000 Euro.

Zum Einsatz kommen sollen E-Autos der Marke Renault, vor allem der Zweisitzer Twizy, der kleine Zoe und der Elektrotransporter Kangoo Z.E., mit dem man auch Möbel transportieren kann. Aber auch Elektrofahrzeuge anderer Marken sollen zum Fuhrpark gehören, darunter der BWM i3, Nissan Leaf und der Transporter Nissan E-NV 200.

Investoren können mit Bitcoin zahlen

E-Carsharing gepaart mit digitaler Technologie - dass bei Caroo in Zukunft auch Elektromobilität und Carsharing mit Blockchain zusammenwachsen soll, zeigt ein Blick auf die Angebote für Investoren: Wer in das Carsharing für Elektroautos investiert, erhält im Gegenzug nicht nur vergünstigte Mietgebühren für die Elektroautos, sondern auch eine Beteiligung am Firmenwert und am Gewinn.

Dabei können Investoren anstelle von Euro auch mit Bitcoin einzahlen. Damit wollen die Gründer einen weiteren Schritt in Richtung "Community Owned Carsharing" ermöglichen. Und das soll wie folgt funktionieren: Die Nutzer investieren selbst in die Flotte der Elektroautos und werden am Umsatz der Fahrzeuge beteiligt.

"Dazu wird ein Token erstellt, der das Elektroauto auf der Blockchain repräsentiert. Dadurch können die Umsätze in Echtzeit an die Token-Holder ausgezahlt werden", so Hofer.

E-Carsharing: Das plant die Konkurrenz

Mit der Geschäftsidee, eine ausschließlich elektrische Carsharing-Flotte zu betreiben, ist das Wiener Start-up noch allein. Jedoch zeigt auch der Blick zu anderen Carsharing-Anbietern, dass es hier Ambitionen in Richtung Elektromobilität gibt. So bietet Car2go beispielsweise bereits in Stuttgart, Amsterdam und Madrid Elektroautos zur Miete an.

DriveNow hat in Wien (und natürlich auch in anderen Städten) bereits erste BM- i3-Modelle in seinen Fuhrpark mit aufgenommen. Ein weiteres Wiener Start-up, goUrban, bietet derzeit 50 Elektromopeds zur Miete an, und auch der Konkurrent SCO2T hat rund 25 elektrische Roller neu in sein Angebot mit aufgenommen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Wovon sich Caroo jedoch von anderen Carsharing-Anbietern unterscheidet, sind seine Pläne zu einer dezentralen Flotte. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Carsharing-Firmen werden die Fahrzeuge nicht wirklich geteilt: "Das jeweilige Unternehmen besitzt alle Fahrzeuge und vermietet diese lediglich an die Nutzer. Das ist im Grunde nichts weiter als eine moderne Autovermietung per App", meint Hofer.

Fazit: E-Carsharing hilft allen

Carsharing mit Elektroautos ist nicht nur für die einzelne Fahrt eine gute Sache. Es hilft auch allen Menschen, die mit dem Gedanken spielen, selber ein Elektroauto zu kaufen – sich aber noch nicht ganz sicher sind. Per Carsharing können sie Elektroautos in aller Ruhe ausprobieren und dabei wirklich erfahren, ob die Elektromobilität für sie in Frage kommt.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen