Leben

Bruttonationalglück für alle - wie glücklich sein gelingt

von Sabrina Lieb

Wie lassen sich Glück und seelische Gesundheit aktiv in die Gesellschaft integrieren? Antworten gibt's von der Glücksministerin.

Ein Frau in einem kurzen Sommerkleid tanzt vor Glück auf der Straße.
Einfach mal glücklich sein: Um das zu erreichen, gibt es jetzt ein (nicht staatliches) Glücksministerium. Foto: Unsplash/Riki Ramdani

Das erfahren Sie gleich:

  • Für mehr Glück – wie ein Glücksministerium die Initiative ergreift
  • Glücklich sein beginnt mit Dankbarkeit und Wertschätzung
  • Von der Kita bis zur Justiz – seelische Gesundheit ist essentiell für ein nachhaltiges Unternehmen

Ganz einfach glücklich sein

Gina Schöler leitet mit Leib und Seele ihr Ministerium. Beim Telefonat mit der quirlige junge Frau ist das sofort klar. Was macht Lebensqualität aus? Was macht uns glücklich? Und vor allem wie möchten wir unser Leben gestalten? Die 31-Jährige Glücksministerin aus Mannheim widmet sich voll und ganz der sozialen Nachhaltigkeit.

Aus der einstigen Masterarbeit der Kommunikationsdesignerin ist heute ein Sozialunternehmen gewachsen, das Menschen in ganz Deutschland dazu aufruft, Glück aktiv in die Gesellschaft zu integrieren. Denn glücklich sein ist ein Geburtsrecht – ein Gruß aus dem Ministerium für Glück und Wohlbefinden.

Ein Glücksministerium für mehr Lebensqualität

Das Spektrum der Glücksministerin zu beschreiben fällt nicht einfach. Es geht um gesellschaftliche Werte, soziale Nachhaltigkeit, ein gutes Zusammenleben, Selbstfürsorge, Gemeinschaft und Lebensqualität, aber auch Prävention und seelische Gesundheit. Kurzum: Das Unternehmen von Gina Schöler ist gespickt von frechen Aktionen, bunten Bildern, handfesten Ideen und offenen Fragen – Inspirationen für alle, die sich selbst und die Gesellschaft verglücklichen möchten.

Verbundenheit ist definitiv ein Schlüssel zum Glück.

Wie wichtig Glückswissenschaft und positive Psychologie ist, hat sich schon oft bei den bekannten Aktionen zum Weltglückstag gezeigt. Besonders eine Idee fand riesigen Anklang: In einer bundesweiten Briefaktion „Schreib dich glücklich“ wurden Menschen dazu aufgerufen, einem ihnen zufällig zugelosten Briefpartner zu schreiben und sich so in einer schnelllebigen Zeit auf eine entschleunigte und persönliche Art und Weise näher kennenzulernen. „Die Aktion ging durch die Decke. Letztlich machten über 4.000 Leute weltweit mit und es entstanden richtige Freundschaften, die bis heute bestehen. Verbundenheit ist definitiv ein Schlüssel zum Glück“, sagt Schöler.

Eine Frauenhand hält einen Kugelschreiber und schreibt auf Briefpapier
Schreib dich glücklich: Bei der Aktion zum Weltglückstag schreiben 4000 Menschen zufällig ausgelosten Brieffreunden. Foto: Unsplash/Hannah Olinger

Nebenwirkungen von Glück

Glück aktiv in die Gesellschaft integrieren – für das laufende Jahr hat die Frau mit den kurzen dunklen Haaren schon die nächste Idee parat: Das Glücksbringer-Abzeichen. Das ist ein kleiner Button samt Gruß-Kärtchen, den man sich kostenfrei bestellen kann, um einem besonderen Menschen „Danke“ zu sagen. Ein Päckchen Wertschätzung für einen Wegbegleiter, der einem etwas Wertvolles mit auf den Weg gegeben hat. Das klingt auf den ersten Blick ganz schön banal. Und doch ist das Wort ein sozialer Schmierstoff, der in der Schnelligkeit unseres Zeitalters häufig hinten runter fällt.

Als Kind konnten wir das Bedanken richtig üben. Wir wurden von unseren Eltern dazu erzogen, 'bitte' und 'danke' zu sagen. Heute ist das etwas anders.

Denn Danke sagen ist nicht nur eine Frage des Anstands. Sich zu bedanken heißt auch, anzuerkennen und Wert zu schätzen, was ein anderer für uns tut. Als Kind konnten wir das Bedanken richtig üben. Wir wurden von unseren Eltern dazu erzogen, „bitte“ und „danke“ zu sagen. Wie häufig haben wir gehört: „Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?“ Und als laufender Meter waren wir ja sowieso darauf angewiesen, dass uns ein anderer hilft.

Heute ist das etwas anderes. Als Erwachsene können wir uns die meisten Wünsche selbst erfüllen. Und doch sind wir manchmal auf die helfenden Hände unserer Freunde, Partner und Nachbarn angewiesen. Dabei geht es nicht nur um tätige Hilfe, wir bekommen auch Zuneigung, Ratschläge oder finanzielle Unterstützung. „Jeder von uns hat in seinem Leben Glücksbringer. Menschen, die einem – bewusst oder unbewusst – geholfen haben, uns einen wertvollen Rat gegeben haben oder einfach für uns da sind. Die Aktion soll dazu ermutigen, sich dessen bewusst zu werden. Um dann mit dem Button als Zeichen der Dankbarkeit auf diese Person zuzugehen und ihn zum Weltglückstag zu überreichen“, sagt Gina.

Seelische Gesundheit in Unternehmen

Nun fußt das Glücksministerium natürlich nicht nur auf fröhlichen Aktionen. Sie sind das bunte Beiboot einer großen Initiative, mit der Gina Schöler durch Wirtschaft und Arbeitswelt wandert. „Ich möchte Menschen bewegen, über das Leben nachzudenken und sich bewusst die Frage zu stellen, wie wir gemeinsam das Wohlbefinden fördern und gestalten können. Das hat Auswirkungen auf sehr viele Bereiche, vor allem aber auch in der Arbeitswelt.“

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Das Glücksministerium zu gründen war damals ein Sprung ins kalte Wasser, aber es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Wie wichtig dabei auch seelische Gesundheit in Unternehmen ist, zeigt sie in Workshops und interaktiven Vorträgen. Von der Kita-Leitung bis zum Justizministerium – mittlerweile wird sie von unterschiedlichsten Branchen gebucht. Dabei vermittelt sie anhand alltagsnaher Beispiele und bildhaften Ansätzen, wie viel Sinn es ergibt und Spaß es macht, sich mit dieser wichtigen Thematik auseinander zu setzen und zeigt deutlich auf – wenn auch ganz ohne Zeigefinger – dass glücklich sein und seelische Gesundheit kein „nice to have“, sondern essentiell ist für eine nachhaltige, gute und gesunde Unternehmensführung ist.

Der Weg zum Vollzeitglück

Und wie steht es um Ginas eigenes Wohlbefinden? „Ich bin heute im Vollzeitglück“, lacht die 31-Jährige. „Das Glücksministerium zu gründen war damals ein Sprung ins kalte Wasser, aber es war die beste Entscheidung meines Lebens, meine Berufung zum Beruf zu machen. Ich habe gemerkt, dass ich mit meiner Kreativität auch noch ganz andere sinnvolle Sachen anstellen kann.“ Der jährliche Weltglückstag findet übrigens am 20. März statt. Nun darf man gespannt sein, mit welchen Ideen und Aktionen die junge Ministerin in Zukunft noch aufwartet und uns dazu ermutigt, das Bruttonationalglück zu steigern.

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