Elektromobilität

Brennstoffzellen im Zug: Bald auch in Großbritannien?

von
Thomas Pitscheneder

In Deutschland sind erste Züge mit Wasserstoff-Antrieb bereits unterwegs – hoch im Norden. Doch auch ein anderes Land könnte bald in den Genuss kommen.

Ein umgebauter Wasserstoff-Zug der Class 321
Auf Basis der bekannten Class 321 von British Rail baut das französische Unternehmen Alstom Züge mit Brennstoffzellen. Wasserstoff soll somit auch ländliche Gegenden elektrifizieren. Foto: Alstom

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Einsatzgebiete sich für Züge mit Brennstoffzelle eignen
  • Welches Land bald vielleicht ein entsprechendes Modell bekommt
  • Wo in Deutschland schon Wasserstoff-Züge fahren

Große Teile der deutschen Bahnstrecken sind heutzutage mit Oberleitungen ausgestattet. Schnellzüge wie der ICE erreichen damit Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h. Doch auf vielen Strecken gibt es noch keine elektrische Infrastruktur. Die Lösung dafür könnte der Einsatz von Brennstoffzellen sein. In Großbritannien könnten entsprechende Züge bald an den Start gehen.

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Zug mit Brennstoffzelle: Modell von Alstom und Eversholt

Brennstoffzelle statt Elektromobilität: Unter der Bezeichnung "Breeze" entwickelte die Firma Alstom aus Frankreich einen Zug, der aus Wasserstoff elektrische Energie generiert. Gemeinsam mit der britischen Leasinggesellschaft Eversholt Rail Group soll der in naher Zukunft über die Bahnstrecken Großbritanniens rollen. Denkbar ist ein Einsatz ab 2022.

Komplett neu ist der Zug allerdings nicht. Stattdessen bediente sich Alstom der seit 1988 fahrenden Class 321 der British Rail Engineering Limited (BREL). Die Modelle wollen die Franzosen mit Brennstoffzellen ausrüsten. Laut Unternehmen eignen sich die Züge durch ihre Flottengröße, Charakteristiken und Verfügbarkeit sehr gut für den Umbau.

Die britische Regierung begrüßt den Vorstoß: "Brennstoffzellen in Zügen sind eine aufregende Innovation, die das Potenzial hat, unsere Bahnen zu verändern und durch verringerte CO2-Emissionen sauberer und grüner zu gestalten. Wir arbeiten mit der Industrie zusammen, um zu ermitteln, wie Brennstoffzellen-Züge eine wichtige Rolle in der Zukunft spielen können, um einen besseren Service auf Routen außerorts und auf dem Land zu gewährleisten", so Claire Perry, britische Ministerin für Energie und sauberes Wachstum.

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In Deutschland fahren Züge bereits mit Wasserstoff

Erfahrungen mit Brennstoffzellen im Schienenverkehr sammelte Alstom bereits in Deutschland. Hierzulande verkehren seit Sommer 2018 zwei Züge des Unternehmens mit Wasserstoff. Die Modelle mit dem Namen Coradina iLint sind zwischen Cuxhaven und Bremervörde unterwegs.

Erste Passagiere reisen bereits mit den Zügen. Laut Alstom läuft dieser Test zufriedenstellend, weshalb jetzt auch andere Länder zugeschnittene Angebote bekommen. Weil Großbritannien ein großes Netz besitzt und Reisen mit der Bahn beliebt sind, scheint die Wahl als nächster Markt sinnvoll zu sein.

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