Elektromobilität

Brennstoffzellen-Autos: Südkorea setzt auf Wasserstoff

von
Marten Zabel

Südkorea sieht die Zukunft im Wasserstoff: Das Land hat einen Masterplan zur Förderung von Brennstoffzellen-Autos aufgesetzt – und will an die Weltspitze.

Ansicht der Stadt Ulsan in Südkorea, im Vordergrund der Taehwa River Grand Park.
Die Stadt Ulsan soll die Wasserstoff-Metropole von Südkorea werden. Foto: Getty Images/ Insung Jeon

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Südkorea Wasserstoff für die beste Zukunftstechnologie hält
  • Wie der Masterplan aussieht, mit der die Regierung Brennstoffzellenautos fördert
  • Weshalb von den Plänen auch die Wasserstoff-Infrastruktur in anderen Ländern profitieren könnte

Ein großer Teil der Welt setzt bei der Energiewende im Verkehr auf reine Elektroautos, also auf batterie-elektrische Fahrzeuge. Südkorea fördert die Elektromobilität dagegen über Wasserstoff – und könnte mit seinem neuen Masterplan eine Infrastruktur schaffen, mit der sich die Brennstoffzellen-Technologie auch in andere Länder ausbreiten kann.

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Südkorea will einen massiven Umbruch in allen Bereichen der Mobilitäts- und Logistikbranche erreichen, der die Wirtschaft des Landes mit jeder Menge Brennstoffzellen-Technik voranbringt.

Der Wasserstoff-Plan von Südkorea im Detail

  • Schon 2019 soll die Zahl neu zugelassener Wasserstoffautos in Südkorea von 712 auf 4000 Stück steigen.
  • Bis 2022 soll es 310 Wasserstofftankstellen geben – im Moment sind es gerade einmal 14.
  • Im Jahr 2025 soll Südkorea jährlich 100.000 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb produzieren. Dieser Ausbau der Massenproduktion soll dafür sorgen, dass die Kaufpreise mit heutigen Verbrennern konkurrenzfähig werden.
  • Bis 2030 will Südkorea so zum globalen Marktführer in Sachen Wasserstoffautos und Brennstoffzellen aufsteigen.

Die Energiewende mit Brennstoffzelle

2040 schließlich hat sich die Regierung als Fernziel gesetzt, das Land auf eine echte Wasserstoffwirtschaft auszurichten: 1200 Ladestationen sollen bis dahin errichtet werden und Wasserstoff zu einem Preis von weniger als 2,5 Euro pro Kilogramm verkaufen. 2,1 Gigawatt an Elektrizität sollen aus Brennstoffzellen stammen, die stationär für die Versorgung von Häusern und Bürogebäuden dienen – genug für 940.000 Haushalte.

In der Mobilität will Südkorea 2040 großteils auf Wasserstoff setzen: 6,2 Millionen Fahrzeuge mit Brennstoffzellen sollen über die Straßen rollen, ebenso viele jährlich im Land produziert werden. Davon sollen 2,9 Millionen auf dem Binnenmarkt landen und 3,3 Millionen in andere Länder exportiert werden. Die Regierung will zudem 40.000 Busse, 80.000 Taxis und 30.000 Lkws mit Wasserstoffantrieb auf der Straße sehen.

Mit der Stadt Ulsan als Zentrum für Wasserstofftechnologien erhofft sich Südkorea eine Vorreiterstellung in Sachen Wasserstofftechnologie, die sich auch direkt auf die Wirtschaft des Landes auswirkt: Bis 2040 sollen in diesem Sektor 420.000 neue Jobs entstehen, die mehr als 38 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Brennstoffzelle: Die Vorteile und die Nachteile

Die Brennstoffzellentechnologie bietet gegenüber Elektroautos mit Akku einige Vorteile, namentlich kürzere Lade-/Tankzeiten und eine größere Umweltverträglichkeit und Rohstoffnachhaltigkeit in der Produktion.

Einzig die fehlende Ladeinfrastruktur hält in vielen Fällen vom Kauf eines Fahrzeugs ab – die 14 aktuell existierenden Tankstellen in Südkorea sind da ein typisches Problem. Wasserstoff muss zudem, genau wie Benzin, per Tanklaster geliefert werden, während Strom meist in bereits vorhandenen Leitungen fließen kann.

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Südkorea ist nicht das einzige Land, das Wasserstoff als Antriebsform der Zukunft ausprobieren will, dürfte aber dasjenige sein, das sich am stärksten auf diese Idee einschießt.

Vize-Energieminister Cheong Seung-il sagte gegenüber der Presse, die Pläne seiner Regierung seien durchaus realistisch – schließlich planten China, Japan, der US-Bundesstaat Kalifornien und Deutschland ebenfalls, im übernächsten Jahrzehnt Wasserstofffahrzeuge in Millionenzahlen auf den Straßen zu haben.

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