Elektromobilität

Brennende Elektroautos: Feuerwehr fordert Gefahrenkennzeichnung

von
Thomas Pitscheneder

Der Feuerwehr fehlen Erfahrungswerte beim Löschen von Elektroautos. Eine Gefahrenkennzeichnung könnte die Retter vor Verletzungen schützen.

Zwei Feuerwehrmänner an einer Unfallstelle
Brennende Elektroautos stellen die Feuerwehr vor völlig neue Herausforderungen. Die Verbände sehen die Gesundheit der Retter in Gefahr. Foto: Getty Images/EyeEm

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Gefahren die Feuerwehr bei Brände von Elektroautos fürchtet
  • Wie eine Kennzeichnung der Fahrzeuge helfen könnte
  • Warum der Umgang mit den Bränden ein Lernprozess ist

Transportieren Lkw und Transporter gefährliche Waren durch das Land, müssen sie mit einer Gefahrenkennzeichnung ausgestattet sein. Das sind die orangefarbigen Schilder an den Fahrzeugen, die mit Zahlen beschriftet sind. Die obere Nummer steht dabei für die Gefahr, die untere Zahl für den gefährlichen Stoff.

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Ein ähnliches System fordert die Feuerwehr laut dem MDR-Magazin "Umschau" jetzt auch für Elektroautos – zum Schutz der Helfer.

Feuerwehr: Zusätzliche Gefahr durch Elektroautos

Entzündet sich ein Auto mit klassischem Verbrennungsmotor, brennt meist erst der Motor- und Innenraum. Greift das Feuer auf den Tank über, kann der Kraftstoff als Brandbeschleuniger wirken. Die oft in Actionfilmen gezeigten und deshalb gefürchteten Explosionen treten hingegen nur in den seltensten Fällen auf.

Bei Elektroautos kommen jedoch noch weitere Gefahren hinzu, denn Stromschläge könnten die Helfer lebensgefährlich verletzen. "Das Wichtigste ist ja immer erstmal, mögliche Insassen aus den Autos zu befreien. Und da wollen wir uns als Feuerwehr natürlich auch keinen Stromschlag holen", so Kai-Uwe Lohse, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt. Davon könnten auch Ersthelfer betroffen sein.

Die durch chemische Reaktionen entstehenden hochtoxischen Dämpfe und Gase könnten die Gesundheit der Helfer zusätzlich gefährden. Die Feuerwehr fordert deshalb auch eine bessere Erforschung der Brände: "Das darf nicht erst kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist", so Lohse

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Kennzeichnung könnte über Gefahrenschild erfolgen

Einen konkreten Vorschlag zur Gefahrenkennzeichnung gibt es aus dem Thüringer Feuerwehr-Verband. Karsten Utterodt, Sprecher des Thüringer Feuerwehr-Verbandes, schlägt ein Schild vor. Das soll in etwa den orangefarbenen Gefahrenschildern entsprechen. "So hätte man schnell ein klares Lagebild."

Zuvor muss jedoch auch die Feuerwehr selbst weiter lernen – etwa wie brennende Batteriepacks zu löschen sind. Das "thermische Durchgehen" kann etwa dafür sorgen, dass Elektroautos nur schwer zu löschen sind. Laut ADAC und Herstellern gehe hingegen keine Gefahr von Stromschlägen aus, denn die Fahrzeuge würden die Versorgung im Fahrzeug rechtzeitig kappen.

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