Technik

Deshalb könnten Solardrohnen künftig Satelliten ersetzen

von
Marten Zabel

Mit neuen Technologien könnten Satelliten im All künftig überflüssig werden: Solardrohnen und Ballons wie die von Project Loon machen das möglich.

Ein Satellit, im Hintergrund ist die Erde zu sehen.
Immer mehr Satelliten umkreisen die Erde – günstige und praktische Alternativen könnten hingegen Solardrohnen darstellen. Foto: Shutterstock / Vadim Sadovski

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb der Einsatz von Satelliten immer günstiger wird – aber langsam den erdnahen Weltraum verstopft
  • Wie Solardrohnen künftig künstliche Himmelskörper ersetzen könnten
  • Wie auch Alternativen wie Project Loon Satelliten überflüssig machen könnten

Starts ins All mit privaten Raumfahrtunternehmen wie SpaceX aber auch kleineren Anbietern wie Rocket Lab werden für immer mehr Firmen erschwinglich. Währenddessen arbeiten die großen Luftfahrtkonzerne bereits daran, diese großteils überflüssig zu machen. Ultraleichte und unbemannte Solarflieger könnten die Lösung sein. Sie können oberhalb des Wetters in den hohen Schichten der Erdatmosphäre fliegen und sind günstige Alternativen für Satelliten.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Das magische Wort lautet HAPS. Das Akronym steht für High-Altitude Pseudo-Satellite. Es beschreibt jede Plattform, die sich kontrolliert und über längere Zeit in großer Höhe aufhalten kann.

  • Die Boeing-Tochter Aurora hat ein Fluggerät namens Odysseus vorgestellt
  • Airbus hat mit seinem Projekt Zephyr in diesem Sommer bereits einen Monat in der Stratosphäre verbracht

Beide Flieger haben Propeller und werden von der Sonne mit genug Energie versorgt, um praktisch unbegrenzt in der Luft zu bleiben.

Solardrohnen mit Vorteilen

Die Solarflieger haben gegenüber Satelliten diverse Vorteile:

  1. Sie können in einem Bereich bleiben und kreisen nicht um die Erde. So fliegen sie in deutlich niedrigerem und damit günstigerem Raum als die Satelliten.
  2. Sie können auch mit Bodenstationen kommunizieren, die nicht über Satellitenantennen verfügen. Denn sie sind näher dran als Satelliten.
  3. Hauptargument dürfte allerdings der geringere Preis sein: Selbst wenn ein HAPS später in der Serienfertigung eine Million Euro kostet, ist der Betrieb immer noch günstiger, als der Start eines Satelliten.

Project Loon: Auch Ballons können HAPS sein

Nicht nur solarbetriebene Drohnenflugzeuge können die Funktion eines HAPS übernehmen. Ballons etwa sind nicht nur dazu in der Lage, in großer Höhe zu schweben, sondern können mit entsprechender Technik auch die Position halten. Das funktioniert, indem die Ballons bei Bedarf ihre Flughöhe ändern. So suchen sie sich immer die Luftströmung, die sie in die richtige Richtung treibt.

Sowohl Google mit Project Loon als auch die US-Militärforschungsbehörde DARPA arbeiten an der Umsetzung dieser Technologie – die einen zur Beobachtung und Spionage, die anderen, um Internet in entlegene Winkel zu tragen.

Technik

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Eigentlich müssten die HAPS zumindest für ihre Positionsbestimmung noch auf GPS oder Galileo oder ein anderes Netz aus Satelliten zur Navigation zurückgreifen. Aber selbst das könnte die Entwicklung eines Quantenkompass vom Imperial College in London überflüssig machen. Gelingt dies, könnte es im Erdorbit deutlich weniger voll werden. Kommunikations- und Navigationssatelliten wären dann ebenso obsolet, wie viele Satelliten zur Erdbeobachtung.

Ob das tatsächlich gelingen kann, müssen die verschiedenen Entwickler der Satellitenalternativen jetzt in der Praxis demonstrieren.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen