Technik

Boring Company: Konkurrenz für Elon Musks Tunnelbaufirma

von
Paul Bandelin

Das Startup HyperScience aus Seattle bohrt Tunnel mit Hyperschallgeschwindigkeit – und tritt damit in den Wettbewerb zu Elon Musks Boring Company ein.

Eine graue, zerklüftete Felswand
Auch hartes Gestein soll kein Problem sein: Alle fünf bis zehn Sekunden schießt ein Projektil durch den Bohrer von HyperScience und treibt diesen voran. Foto: Shutterstock/owlpro

Das erfahren Sie gleich:

  • Welchen Wettbewerber Elons Musks Boring Company bekommt
  • Wie HyperScience mit Hyperschall Tunnel bohrt
  • Wie Elon Musks Tunnel Stauprobleme lösen sollen
  • Was Google mit dem Tunnel-Programm zu tun hat

Welchen Wettbewerber Elons Musks Boring Company bekommt

Die von Elon Musk gegründete Tunnelbaufirma Boring Company bekommt offenbar Wettbewerb aus dem eigenen Land: Das Start-Up HyperSciences aus Seattle hat ein Bohrsystem konstruiert, das es einfacher denn je macht, in Rekordzeit in hartem Gestein enorme Tiefen zu erreichen.

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Diese Tunnel könnten die Mobilität in vom Stau geplagten Metropolen verbessern und auch für das Hochgeschwindigkeits-Transportsystem Hyperloop genutzt werden.

Wie HyperScience mit Hyperschall Tunnel bohrt

HyperSciences hat eine Technik zum Bohren entwickelt, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellt: Die Ingenieure schießen mit Hyperschallgeschwindikeit ein extrem hartes Betonprojektil durch einen hohlen Bohrer.

Um die Hyperschallgeschwindigkeit zu erreichen, zündet in dem Bohrer ein Gemisch aus Dieselgas und Luft. Das Projektil schlägt auf das harte Gestein auf und macht es brüchig. Der Bohrer hat im Anschluss leichtes Spiel, sich durch den Fels zu kämpfen. Etwa alle fünf bis zehn Sekunden soll ein Projektil abgeschossen werden.

Laut HyperSciences ist der Bohrer zehnmal so effizient wie ein herkömmlicher. Auch bei extrem hartem Gestein und unter hohem Druck soll das Gerät problemlos bis in eine Tiefe von sieben Kilometer kommen. In Zukunft könnte die neue Technologie dafür eingesetzt werden, geothermische Anlagen einzurichten oder nach Öl zu bohren.

Wie Elon Musks Tunnel Stauprobleme lösen sollen

Die Boring Company arbeitet derzeit an vielen Projekten in den USA. Eines davon soll die Stauprobleme in Los Angeles in den Griff kriegen und die Stadt vor dem immer wieder auftretenden Verkehrsinfarkt retten: Elon Musk will unter der Metropole ein Tunnelsystem bauen.

Seine 2016 vorgestellte Idee fand anfangs nur wenig Gehör bei den dortigen Behörden, steht nun aber aufgrund der Dauerstaus auf den Highways immer mal wieder auf deren Agenda.

Für den ersten Probetunnel gab es bereits grünes Licht. Dieser soll eine 9,5 Kilometer lange Verbindung vom SpaceX-Hauptquartier zum Highway 105 werden. Von dort sind es mit dem Auto nur noch etwa fünf Minuten bis zum Flughafen der Stadt.

Was Google mit dem Tunnel-Programm zu tun hat

Das innovative Bohrsystem von Hyper Sciences könnte auch beim Bau des Hyperloops eingesetzt werden. Schließlich tüftelt China weiter intensiv an dem Hochgeschwindigkeitstransportsystem und will schon in naher Zukunft Kapseln mit 1000 Kilometern pro Stunde durch Vakuumfahrröhren schießen.

Wir haben mit Google bereits einige Gespräche geführt.

Mark Russel, CEO von HyperScience

Technik

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Auch Google-Mutterkonzern Alphabet interessiert sich für einen Einstieg bei dem Newcomer: "Wir haben mit Google bereits einige Gespräche geführt", verriet HyperScience-CEO Mark Russell dem US-Technikportal IEEE Spectrum.

Sollte Googles Mutterkonzern Alphabet sich tatsächlich an Hyper Sciences beteiligen, könnte die Umsetzung des Bohrers sehr schnell vonstatten gehen.

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