Technik

BMW und Mercedes: Bald gemeinsame Elektroautos?

von
Thomas Pitscheneder

Bisher stehen Mercedes-Benz und BMW in direkter Konkurrenz zueinander. Bald könnte sich das im Grunde verändern – durch eine Kooperation.

Daimler stellt auf dem Autosalon Genf die mit BMW geplanten Mobilitätsdienste vor
Bei Mobilitätydiensten machen Daimler und BMW bereits gemeinsame Sache. Daimler-Chef Dieter Zetsche spricht von den Münchnern deshalb jetzt als Partner. Bald könnte sich das vertiefen. Foto: Daimler AG

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo Daimler und BMW bereits jetzt zusammenarbeiten
  • Welche Tragweite eine weitergehende Kooperation hätte
  • Welche Gründe diese Überlegungen haben

Die beiden großen Konzerne Daimler und BMW näherten sich in den vergangenen Monaten immer stärker an. Gemeinsam betreiben sie in Zukunft mit ShareNow den größten Carsharing-Dienst der Welt. Dafür legten sie ihre Marken Car2Go und DriveNow zusammen. Kaum vorstellbar, denn die Unternehmen gehören zu den größten Konkurrenten im Fahrzeugmarkt.

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Doch bei diesem Schritt soll wohl noch lange nicht Schluss sein. Vielmehr könnten die Firmen in Zukunft sogar gemeinsam Autos bauen.

Mercedes und BMW bald mit einheitlicher Plattform?

Auf dem Autosalon Genf sprach Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits von einer neuen Kooperation mit BMW. Zusammen wollen die Unternehmen das autonome Fahren vorantreiben und entsprechende Systeme entwickeln. Den einstigen Konkurrenten nannte Zetsche dabei einen Partner.

Ein Insider verriet der Süddeutschen Zeitung nun, dass bereits Gespräche laufen, die eine noch viel tiefgehendere Kooperation zum Thema haben. Es geht wohl um die Entwicklung von gemeinsamen Plattformen für künftige Autos – darunter auch elektrische Fahrzeuge. Der Informant macht deutlich: "Rein rechnerisch ist eine Kooperation ohne Alternative."

Leicht fallen den Unternehmen die Gespräche aber offenbar nicht. Die Entscheidung sei "hochpolitisch", Daimler und BMW hätten "große Angst, ihr Gesicht zu verlieren." Tatsächlich wären die Auswirkungen eines solchen Vorhabens wohl nur schwer einzuschätzen. Der Konkurrenzkampf herrscht schließlich nicht nur zwischen München und Stuttgart, sondern auch zwischen den überzeugten Fahrern der Marken.

Kooperation birgt großes Sparpotenzial

Wieso es überhaupt zu solchen Überlegungen kommt, scheint indes klar zu sein. Bei der Entwicklung gemeinsamer Plattformen für Autos teilen sich die Unternehmen die Kosten. Genauer soll es sich um rund sieben bis acht Milliarden Euro handeln – pro Marke. Gerade in Zeiten des teuren Umstiegs auf Elektromobilität ist das Geld, auf das beide Konzerne wohl nur ungern verzichten.

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Im Gespräch sind offenbar zwei Baukästen. Die intern als "MX-1" bezeichnete Basis könnte kleine bis mittelgroße Fahrzeuge bedienen. Dazu gehören etwa die Modellreihen BMW 1er und Mercedes A-Klasse. "MX-2" eignet sich hingegen wohl selbst für große Modelle, etwa SUVs. Auf lange Sicht sollten für eine maximale Einsparung möglichst viele Standard-Teile gleich sein. Nur äußerlich gäbe es dann noch klare Unterschiede.

Beide Unternehmen verzichten bisher auf eine Stellungnahme zu dem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

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