Elektromobilität

BMW i: Betriebsrat für Verzögerungen verantwortlich

von
Thomas Pitscheneder

Seit dem BMW i3 gab es kein neues Elektroauto der Münchner – dabei sollten mehrere kommen. Jetzt ist der Grund für die Verzögerung bekannt.

BMW i8 Roadster unter einer Abdeckung
Der BMW i8 Roadster vor seiner Präsentation. Auch jetzt gibt es bei BMW wohl einige Autos, die noch auf ihre Enthüllung warten. Foto: BMW

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Elektroautos BMW i seit der Gründung 2010 auf den Markt brachte
  • Warum seitdem wenig neues von der Sparte kam
  • Wieso eine deutsche Batteriezellenfertigung wichtig ist

Die im Jahr 2010 gegründete Sparte "i" von BMW brachte bisher zwei neue Fahrzeuge hervor: den Hybridsportwagen i8 und das kompakte Elektroauto i3. Bis auf ein Facelift des Stromers i3 im Jahr 2017 und einer offenen Variante des Sportlers i8 gab es seither wenig neues von BMW i.

Einzig das Elektro-SUV iX3 kündigte BMW an. Findige Fotografen lichteten außerdem kürzlich einen mutmaßlichen Erlkönig der Limousine i4 ab. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus sagte der Betriebsratschef Manfred Schoch kürzlich, wieso es zu Verzögerungen kommt.

BMW i: Betriebsrat will Arbeitsplätze sichern

Demnach sei der Betriebsrat des Autobauers für die Verzögerungen verantwortlich. Der fürchte beim Umbau auf die Fertigung von elektrischen Autos den Wegfall von Arbeitsplätzen an den deutschen Standorten.

BMW iX3 von der Seite
Der BMW iX3 ist nach dem i3 und dem i8 das dritte Auto der Reihe. Bis zum Markstart könnte es jedoch noch dauern. Foto: BMW

"Der Betriebsrat will, dass die Elektromobilität für BMW in Deutschland stattfindet und nicht nur in China oder in Mexiko. Wenn wir für den i4 eine Fabrik auf die grüne Wiese gestellt hätten, beispielsweise in Mexiko, könnten wir die Produktion schon 2019 oder 2020 anfahren. Ich habe aber bewusst dafür gekämpft, dass er nicht nach Mexiko kommt. Dafür nehmen wir eine Verzögerung in Kauf", so Schoch gegenüber Focus.

Batterieproduktion in Deutschland ist wichtig

Weiter prangert Manfred Schoch den Einkauf von Batteriezellen im Ausland an. So ließen sich die deutschen Automobilhersteller schnell abhängen. An langfristig günstige Verträge mit chinesischen Zulieferern glaubt der Betriebsratschef, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef bei BMW ist, nicht. Stattdessen dürften die Batteriepreise in den kommenden Jahren ansteigen.

Als Lösung des Problems schlägt Schoch einen Zusammenschluss der deutschen Konzerne vor: "BMW könnte sich mit Daimler, VW, Siemens, Conti und Bosch auf eine standardisierte Zelle einigen. Wenn wir dieses Thema genauso intensiv diskutieren würden wie die Diesel-Nachrüstung, kämen wir auf den richtigen Weg."

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