Gesundheit

Bluttransport per Drohne: Jetzt fliegt Zipline auch in den USA

von Marten Zabel

Das Start-up Zipline will via Drohne die medizinische Versorgung in entlegenen Gebieten der USA verbessern – erste Erfolge gab es zuvor bereits in Afrika.

Eine Drohne von Zipline in der Luft, im Hintergrund sind Wiesen und Bäume zu sehen
Die Drohnen von Zipline haben laut Hersteller 160 Kilometer Reichweite und können zuverlässig autonom fliegen – anders als so manche Quadrocopter. Foto: Zipline

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Lieferung per Zipline-Drohne 2.0 noch effizienter ist
  • Wie Bluttransporte per Drohne die medizinische Versorgung verbessern
  • Wie ländliche Regionen doppelt profitieren

Warum die Lieferung per Zipline-Drohne 2.0 noch effizienter ist

Zipline will sein Erfolgsmodell aus dem Entwicklungsland Ruanda in die USA übertragen. Das Start-up, das Blutkonserven via Drohne liefert, will zukünftig entlegene Gegenden in Nordamerika ansteuern. Dazu hat Zipline eine neue Drohnen-Technik vorgestellt.

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Die neue Generation an Zipline-Drohnen lässt sich innerhalb von einer Minute beladen und hat eine Reisegeschwindigkeit von 101 Kilometern pro Stunde.

Mit 1,75 Kilogramm Ladung können die Drohnen Zielorte in einem Radius von 160 Kilometern beliefern und dann noch zu ihrer Heimatbasis zurückfliegen. Da sie nicht landen, sondern das Paket an einem Fallschirm abwerfen, ist auch die Fehleranfälligkeit sehr gering.

In den ländlichen Gebieten der USA gilt es vor allem, längere Strecken zurückzulegen. Straßen sind dort meist vorhanden, dafür sind die Wege allerdings deutlich länger.

Wie Bluttransporte per Drohne die medizinische Versorgung verbessern

In Ruanda fehlt es hingegen für den schnellen Transport vor allem an Infrastruktur — zehn Minuten Drohnenflug können dort mehrere Stunden ersetzen, die ein Fahrer am Boden unterwegs wäre.

Seit Oktober 2016 liefert Zipline deshalb bereits in Ruanda Blutkonserven per Drohne an Kliniken in Dörfern aus. Innerhalb kürzester Zeit ist es dem Start-up so gelungen, in den ländlichen Gebieten Afrikas rund 20 Prozent aller lebenswichtigen Bluttransporte zu übernehmen.

Dass es der Firma gelungen ist, sich dort so gründlich zu etablieren, hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Land gegenüber der Nutzung von Drohnentechnologie im öffentlichen Luftraum sehr aufgeschlossen. Zum anderen haben sie eine große Reichweite und können zuverlässig autonom fliegen.

Eine Zipline-Drohne startet von einer Startrampe; in Hintergrund sind Gerüste und ein Zelt über der Startbahn zu sehen.
Ab in die Luft: Die Drohnen sehen aus wie kleine Segelflugzeuge, die über eine lange Rampe auf ihren Flug geschickt werden. Foto: Zipline

Wie ländliche Regionen doppelt profitieren

Da in ländlichen Gegenden immer mehr Kliniken aus Kostengründen schließen, dünnt sich dort auch das Netz an medizinischer Versorgung aus. Neben der Möglichkeit, Blutplasma und ähnliche Versorgungsgüter per Drohne zu liefern und so Zeit zu sparen, hat Zipline in Ruanda noch einen weiteren Nebeneffekt festgestellt.

Da die vielen kleinen Kliniken wenige bis gar keine Blutkonserven vorrätig halten müssen, verderben diese auch nicht, sollte es keinen Bedarf geben. Das senkt den landesweiten Verbrauch an Konserven und somit auch die Kosten des gesamten Gesundheitssystems.

Die Zipline-Drohnen haben in Ruanda eine kleine Revolution im Gesundheitswesen ermöglicht. Die Lieferung per Drohne hat die medizinische Versorgung deutlich verbessert. Der eilige Bluttransport in der Luft könnte auch in westlichen Ländern Schule machen und Leben retten.

Können Drohnen zukünftig tatsächlich ewig fliegen, dann stellen sie unerschöpfliche Lieferanten für lebenswichtige medizinische Versorgung dar.

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