Leben

Blue Origin plant Raketenstarts mit Schiffslandung

von
Marten Zabel

In einem Video zeigt Blue Origin, wie die Orbitalrakete New Glenn starten und landen wird. Dabei spielt ein fahrendes Schiff eine entscheidende Rolle.

Die New Glenn von Blue Origin bei der Landung
Im Landeanflug: Die New Glenn von Blue Origin soll auf einem Schiff landen. So soll die Wiederverwertung der Rakete einfacher sein. Foto: Blue Origin

Das erfahren Sie gleich:

  • Wer neben Blue Origin auf dem Markt der privaten Raumfahrt mitmischt
  • Worin sich die geplanten Raketenstarts von der Konkurrenz unterscheiden
  • Wie wichtig Amazon-Gründer Jeff Bezos das Projekt ist

Während SpaceX und Boeing in diesem Jahr kommerzielle Starts mit Astronauten für die NASA planen, will auch Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Unternehmen Blue Origin einen Teil des Marktes abbekommen.

Dazu dient die wiederverwertbare Rakete New Glenn, an der die Firma derzeit parallel zur suborbitalen New Shepard arbeitet.

Blue Origin veröffentlicht erste Animation

Jetzt hat Blue Origin in einer neuen Animation gezeigt, wie der Start der New Glenn aussehen soll. Dass die Booster-Stufe dabei auf einem Schiff landet, erinnert nicht von ungefähr an die Bakenlandungen von SpaceX. Allerdings rechnet Bezos offenbar mit einer im Gegensatz zur Konkurrenz erhöhten Präzision und Sicherheit: Während das Landefloß von SpaceX aus Sicherheitsgründen unbemannt ist und schon so manche Explosion ertragen musste, landet Blue Origins New Shepard auf einem zur Landeplattform umgebauten und offenbar bemannten Schiff.

Nicht nur landet die untere Hälfte der New Shepard auf einem Schiff, dieses ist – zumindest in der Animation – auch noch in Fahrt. Jeff Bezos hatte allerdings bereits nach den ersten erfolgreichen Tests der deutlich kleineren New Shepard angekündigt, seine Firma könne die Technologie für größere Raketen recht einfach entwickeln: Es sei schließlich leichter, ein großes Objekt zu balancieren, als ein kleines, wie jeder mit einem Bleistift und einem Besen ausprobieren könne.

Blue Origin: Die New Glenn

Die New Glenn soll eine ziemlich große Rakete werden: Mit einer Höhe von 95 Metern ist die Zielsetzung eine Transportfähigkeit von bis zu 50 Tonnen Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit. Das sind zwar 20 Tonnen weniger als bei der SpaceX Falcon Heavy, diese hat dafür allerdings auch drei parallele Booster-Stufen (und ist mehr als 20 Meter kürzer).

Neben der Schiffslandung zeigt das aktuelle Video vom geplanten Flugablauf der New Glenn auch, dass diese vor dem Start liegend transportiert wird. Das sieht unter anderem auch der Plan für die neue Ariane der ESA vor und es macht die Logistik und Infrastruktur für die Startvorbereitung einfacher.

Jeff Bezos' wichtigstes Projekt

Blue Origin benennt seine Raketen bisher nach US-Astronauten, deren Erstlingsrekorde die einzelnen Projekte erreichen sollen. Die New Shepard ist benannt nach Alan Shepard, dem ersten Amerikaner im All. Die New Glenn trägt den Namen von John Glenn, der als erster Amerikaner die Erde im Orbit umkreiste.

Eine ebenfalls angedachte New Armstrong dürfte entsprechend dazu in der Lage sein, Menschen zum Mond zu bringen. Jeff Bezos hat bereits mehrfach betont, Blue Origin sei für ihn persönlich das wichtigste Projekt. Jetzt muss die Firma den Vorsprung von SpaceX einholen, um einen Marktanteil in Sachen private Raumfahrt zu erobern.

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