Elektromobilität

Blitz: Enways autonome Kehrmaschine säubert Berlin

von Paul Bandelin

Berlin wird clean: Um das Müllproblem in der Hauptstadt in den Griff zu bekommen, hat das Start-up Enway eine selbstfahrende Kehrmaschine entwickelt.

Luftaufnahme von Berlin. Im Vordergrund der Tiergarten, im Hintergrund ist der Fernsehturm zu sehen.
Grüne und saubere Technik: In Berlin wurde die autonome Kehrmaschine Enway Blitz entwickelt. Foto: Shutterstock / Patino

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Berliner Start-up Enway ausgerechnet eine autonome Reinigungsmaschine entwickelt hat
  • Wie sich der Enway Blitz mittels 3D-Lidar-Sensoren seinen Weg bahnt
  • Was für eine andere Kehrmaschine Nilfisk aus Dänemark präsentiert hat

Berlin – die Metropole an der Spree gewinnt seit Jahren weltweit immer mehr an Beliebtheit. In nahezu jedem Ranking liegt die Stadt weit vorne – besonders bei Touristen. Mit den vielen Besuchern kommt allerdings auch mehr Abfall, und die deutsche Hauptstadt leidet derzeit unter einem Schmuddelimage.

Leere Flaschen und kleine Müllecken schmälern das Erscheinungsbild Berlins. Ein heimisches Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, dem entgegenzuwirken: Enway hat eine autonome Kehrmaschine vorgestellt.

Enway will Berlin von Schmuddelimage befreien

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) glänzt zwar mit amüsanten Sprüchen auf den Mülleimern, wird aber dem Chaos in vielen Teilen der Stadt nicht Herr. Auf dem Euref-Campus in Berlin-Schöneberg, dem Referenzort für die Smart-City-Strategie des Landes Berlin, hat Enway innerhalb von eineinhalb Jahren den Prototyp einer autonomen Kehrmaschine entwickelt. Sie heißt Blitz – wie blitzblank.

In den kommenden Wochen und Monaten soll die Maschine von privaten Firmen und Kommunen getestet werden. Bislang wurde sie lediglich auf dem Campus getestet, da die Technik noch weiter perfektioniert werden muss. Denn wenn sie autonom auf den Straßen der Stadt agiert, darf sie sich keine Fehler erlauben.

3D-Lidar-Sensoren zur Orientierung

Im Januar 2017 überlegten drei Informatiker aus Berlin, was sie mit ihrem Wissen anfangen könnten. So kamen sie auf die Idee mit der selbstfahrenden Kehrmaschine. Die technische Umrüstung war nur wenig problematisch, doch die Programmierung erwies sich als deutlich schwieriger.

Anstatt den nächsten Pizza-Lieferdienst zu starten, wollten wir lieber in einen Bereich einsteigen, der in den kommenden 20, 30 Jahren großen Einfluss auf die Gesellschaft haben wird.

Mitbegründer Bo Chen gegenüber dem Portal "Golem"

Schnell fanden die Gründer heraus, dass sich der benötigte Algorithmus mit dem von autonomen Autos in Teilen decken würde – allerdings nicht zu 100 Prozent. Denn während sich die Autos auf relativ geraden Strecken bewegen, muss Blitz eine Fläche abdecken.

Zudem sollte der Algorithmus gewährleisten, dass die Maschine möglichst dicht an Hindernisse heranfährt, ohne sie aber zu berühren. Außerdem sollte möglichst die gesamte Fläche gereinigt werden.

Einer der kompliziertesten Teile ist dabei die Objektwahrnehmung. Saugt Blitz falsche oder zu große Gegenstände ein, könnte das Gerät verstopfen. Darüber hinaus muss sie zum richtigen Zeitpunkt die richtige Kehrfunktion wählen und etwa zwischen Bürsten und Wasserdüsen unterscheiden – alles Fragestellungen, die bei menschlicher Steuerung nicht aufkommen.

Neben dem Algorithmus ähnelt auch die Sensorik dem autonom fahrender Autos. Als Führungshilfe nutzt Blitz ein 3D-Lidar sowie ein 2D-Lidar, das an den vorderen Ecken angebracht ist. Die auf dem Gehäuse angebrachte Kamera scannt die Umgebung und ein GPS-System ist für eine fehlerfreie Orientierung zuständig.

Die Kehrmaschine von Nilfisk

Die Kehrmaschine Blitz verfügt über zwei unterschiedliche Modi. So kann sie zum einen komplett autonom agieren und ein vorher einprogrammiertes Feld reinigen. Zum anderen verfügt sie über einen halbautonomen Modus, bei dem sie einer Person folgt und hinter ihr reinigt.

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In bisherigen Tests auf dem Euref-Campus wusste Blitz durchaus zu überzeugen. Sollte sich die Technologie durchsetzen, muss sie sich in Zukunft nicht allein auf Kehrmaschinen beschränken, auch Abfallsammelfahrzeuge könnte von ihr profitieren.

In Dänemark gibt es ein ähnliches Projekt. Dort hat die Firma Nilfisk Ende 2017 eine autonome Kehrmaschine vorgestellt, die selbstständig ihre Umgebung kennenlernt und auch auf unterschiedlichste Gegebenheiten reagieren kann.

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