Technik

Black Box im Auto: Die Vorteile der Überwachungstechnik

von
Jennifer Grasshoff

Sollten alle neuen Autos serienmäßig eine Black Box zur Aufklärung von Unfällen an Bord haben? Unsere Autorin meint: So eine Black Box bietet nur Vorteile.

Auf einem Parkplatz steht ein weißes Auto mit einem starken Unfallschaden.
Im Schadensfall kann eine Black Box schnell darüber Aufschluss geben, wer am Unfall Schuld war. Foto: Shutterstock / Ruslan Sitarchuk

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile eine Black Box im Auto bietet
  • Warum persönliche Daten trotzdem geschützt sind
  • Wieso die Black Box ohnehin nur eine Ergänzung ist

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je moderner ein Auto, desto mehr Daten werden bereits erhoben und verarbeitet. Automatischer Abstandshalter, Kameras an allen vier Seiten des Wagens, Müdigkeitserkennung, Notbremsassistent: Alle diese Fahrassistenten zeichnen Daten auf und nutzen diese – und zwar zur Sicherheit des Autofahrers.

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Die Black Box vereinfacht die Unfallklärung

Eine Black Box im Auto wird das auch machen. Der Unterscheid ist nur: Anhand dieser Daten kann im Fall eines Unfalls ausgewertet werden, wer sich nicht korrekt verhalten hat. Aus meiner Sicht bietet das nur Vorteile:

  • die Black Box führt zu einer vereinfachten Unfallforschung
  • der Fahrer kann sich auf die fahrtechnischen Daten verlassen
  • der Unfallfahrer und der Geschädigte ersparen sich lange Diskussionen mit der Versicherung

Schon jetzt zeichnen Airbags und andere Sensoren auf, was zu welchem Zeitpunkt stattgefunden hat. Bereits jetzt werden schon unzählige Kameras am Auto ausgewertet, wenn es wirklich zu einem Unfall gekommen ist. Die Black Box wird das Auswerten der Daten lediglich vereinfachen.

Gerichte sichern den Datenschutz

Die kleine schwarze Kiste soll ähnlich wie die in einem Flugzeug funktionieren: GPS-Daten werden ständig aktualisiert und sekündlich überschrieben. Zwar wird alles aufgezeichnet, es wird aber auch alles wieder gelöscht – bis zu dem Zeitpunkt, an dem wirklich etwas passiert. Die letzten Daten werden gespeichert und stehen den Zuständigen im Anschluss zur Verfügung.

Datenschützer fürchten, dass die Aufzeichnungen anderweitig ausgelesen und verwertet werden können. Dafür ist die Box aber nicht ausgelegt, und das Bundesverfassungsgericht macht deutlich, dass die Daten des Autos für keine anderen Verfahren genutzt werden dürfen.

Eine Diskussionsveranstaltung des Goslar Instituts für verbrauchergerechtes Versichern hat zudem ergeben, dass Autofahrer entspannt mit dem Unfalldatenspeicher, auch UDS genannt, umgehen.

Laut einer Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) sind immerhin 34 Prozent der Befragten für einen verpflichtenden Einbau von Unfalldatenspeichern im Auto. Die Mehrheit (42 Prozent) setzt auf eine freiwillige Lösung. So oder so: Viele Verbraucher sehen eher den Aspekt der Sicherheit und einfachen Klärung im Schadensfall mit ihrem jeweiligen Autoversicherer.

Als die größten Vorteile einer Black Box nennen die Befragten die bessere Aufklärung von Unfällen (85 Prozent) und die leichtere Klärung der Schuldfrage (81 Prozent). Bei den Gefahren liegen Datenschutzverletzungen (69 Prozent) und Manipulationen (39 Prozent) vorne.

Versicherungen belohnen Nutzung der Black Box

Die Autoversicherungen machen mittlerweile viel, um das Fahrverhalten des Versicherungsnehmers genauer unter die Lupe zu nehmen. Unter anderem gibt es Apps für das Auto, die das Fahrzeug und den Autofahrer tracken – eine Telematik auf dem Smartphone.

Zwei Autos fahren auf einer Landstraße durch einen Wald.
Telematikboxen oder Apps zeichnen das Fahrverhalten auf. Wer solche Daten mit seiner Versicherung teilt, kann bei den Tarifen sparen. Foto: Shutterstock / Miro Vrlik Photography

Mithilfe verschiedener Telematik-Tarife der Kfz-Versicherung haben Kunden die Möglichkeit, Ihre Tarife anzupassen, wenn sie unfallfrei bleiben. Die App gibt der Kfz-Versicherung Aufschluss darüber, wann der Versicherer bremst, wie stark er beschleunigt und wie schnell er generell unterwegs ist.

Der Versicherte sichert sich so nicht nur attraktive Rabatte, er kann auch dauerhaft einige Prozentpunkte bei seiner Versicherung sparen.

Das Portal Finanztip hat aufgeschlüsselt, welche Kfz-Versicherungen Telematik-Tarife anbieten und welche Voraussetzungen dafür bestehen:

Telematik-Tarife

  • Versicherung
  • Mögliche Ersparnisse
  • AachenMünchener
  • 30 Prozent
  • Allianz
  • 30 Prozent (+10% Abschlussprämie)
  • Axa
  • 15 Prozent
  • Cosmosdirekt
  • variabel
  • Generali
  • 20 Prozent
  • HDI
  • Tanktaler, Gutscheine
  • Sijox (Signal Iduna)
  • Gutscheine
  • VHV
  • 30 Prozent
  • Württembergische
  • Anrechnung auf Schadenfreiheitsrabatt

Quelle: Finanztip

Black Box mit langfristiger Wirkung

Der Kfz-Versicherung geht es aber nicht nur um die Informationen, die sie mit der „Black Box“ im Smartphone sammeln – die automatische Überwachung des Fahrstils soll langfristig zu einem besseren Fahren führen.

Über die Telematik-Tarife bekommt der Versicherte Feedback über sein Fahrverhalten. Sieht der Kunde seine Fahrweise schwarz auf weiß, kann er das Fahren seines Autos von Mal zu Mal anpassen und verbessern.

Die Kfz-Versicherer gehen davon aus, dass dieses einfache System die Straßen sicherer macht. Besonders junge Fahrer und Fahranfänger sollten die Telematik-App nutzen und sich durch das Überwachen per Handy erst gar keine schlechten Fahrgewohnheiten angewöhnen.

Dashcam: Immer mehr Autos mit Kamera

Auch das Benutzen von sogenannten Dashcams wird hierzulande immer beliebter. Eine Dashcam ist eine kleine Autokamera, die vorne auf der Windschutzscheibe angebracht wird. Sie steht ständig auf Aufnahme und macht Videos vom Verkehr. Je nach Modell werden zusätzlich Gespräche im Innenraum des Autos und der Verkehr dahinter aufgezeichnet.

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Im Grunde ist eine Dashcam nichts anderes als eine Überwachungskamera im Fahrzeug. Die Videos der kleinen Kamera dienen der Autoversicherung schon jetzt oft zur Klärung eines Schadens. Die Aufnahme der Autokamera muss nicht einmal nur für den eigenen Unfall genutzt werden. Wer unmittelbarer Zeuge eines Vorfalls ist, kann die Bilder der Dashcam jedem anderen Verkehrsteilnehmer zur Verfügung stellen.

Es werden also bereits jetzt Dienste und Technik genutzt, die zum Aufklären von Unfällen genutzt werden. Ich frage daher: Macht es wirklich einen großen Unterschied, wenn nun zusätzlich im Auto eine Black Box für mehr Sicherheit verbaut wird?

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