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Gesundheit

Bitte einmal Achtsamkeit to go!

von Anna Butterbrod

Wir düsen im Auto, Flugzeug oder der Bahn dahin – unser Geist bleibt oft auf der Strecke. Die Therapeutin Kim Fleckenstein erklärt, was jeder für sich tun kann.

Spuren eines Kaffeebechers in einem Notizblock
Das Leben hinterlässt Spuren: Ab und zu ist es wichtig, innezuhalten - und das geht auch unterwegs. Foto: CC: Unsplash/Markus Spiske

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Achtsamkeit in unserer hektischen Welt so wichtig ist
  • Wie Selbsthypnose und Meditationsübungen helfen können
  • Was auf Reisen wirklich Entspannung bringt

Regelmäßige Entspannung ist so wichtig

„Stillstand ist der Tod“, sang Herbert Grönemeyer einmal. Und nach dieser Maxime scheint unser Alltag heute zu funktionieren: Wir sind ständig unterwegs, nehmen so viel mit, wie geht. Und es geht einiges: Heute mit dem Auto Freunde besuchen in Berlin, morgen per Flieger zum Geschäftstermin nach New York. Danach wie immer mit der Bahn ins Büro. Hetzen, hetzen – von einem Termin zum nächsten.

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Wir haben für alle Zeit. Nur nicht für uns selbst. Dabei ist genau das so wichtig: „Wer sich nicht regelmäßig ein bisschen Entspannung gönnt und in sich hineinhört, funktioniert oft nur noch. Diese Menschen verlieren die Verbindung zu sich selbst, zu ihren wahren Wünschen und Stärken“, sagt Meditationstrainerin und Hypnosetherapeutin Kim Fleckenstein.

Ausreden lasse ich nicht gelten – Achtsamkeit kann man wunderbar im Flugzeug oder Auto üben.

„In meiner Praxis höre ich oft: Dafür habe ich keine Zeit – ich bin ständig unterwegs!“, sagt die Münchnerin. „Aber diese Ausrede lasse ich nicht gelten. Denn Achtsamkeit kann man wunderbar im Flugzeug oder Auto üben.“ Wer mag, setzt auf kleine technische Helfer wie Apps. Aber es gibt auch Übungen, die ohne alles funktionieren.

Selbsthypnose über den Wolken

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen wieder einmal im Flieger. Und statt sich über das pappige Sandwich oder den schmatzenden Sitznachbarn aufzuregen, schließen Sie die Augen und tun was für sich selbst. „Ein Flug lohnt sich perfekt für den Einsatz von Hypnose“, so Fleckenstein. „Die macht uns zunächst einmal tiefenentspannt. Der zweite positive Effekt: In diesem Zustand kommt man ans Unterbewusstsein ran und kann dort gespeicherte Verhaltensweisen ändern.“

Hypnose ist eine Jahrtausende alte Entspannungsmethode, die Studien zufolge sehr gut hilft beim Aufhören mit dem Rauchen, beim Abnehmen oder bei Stress und Ängsten. Wer mit Selbsthypnose noch keine Erfahrung hat, aber die Methode an sich einmal ausprobieren will, lädt sich am besten Hypnose-Apps oder mp3-Programme herunter. „Die sind auch für Anfänger geeignet“, sagt Kim Fleckenstein, die selber über 80 Hypnose-Apps im Angebot hat (u.a. „Get Smoke-Free!“, „Get Slim!“). „Und keine Angst: Es wacht auch jeder wieder auf.“

Frau blickt aus Fenster
Ganz weit weg: Wer mit dem Flugzeug reist, kann die Zeit über den Wolken zur Selbsthypnose nutzen. Foto: CC0: Unsplash/Tim Gouw

Achtsamkeit auf Schienen

Im Zugabteil geht es oft wild zu: Der eine telefoniert, der andere hat seinen Hund dabei, der dritte ein schreiendes Baby. Wie wäre es da mit ein bisschen Meditation? „Die klappt auch ohne Schneidersitz und langer Übung. Viele Menschen haben Angst vor Meditation. Sie sagen: Das schaffe ich nicht! Dabei ist Achtsamkeit kein Hexenwerk. Das kann jeder“, findet Kim Fleckenstein.

Sie empfiehlt eine fünfminütige Mini-Meditation: „Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Lassen Sie Geräusche an sich vorbeirauschen, ohne sie zu bewerten. Spüren Sie Ihren Körper. Lassen Sie ihn so, wie er im Moment ist. Gestatten Sie sich, einmal nichts zu verändern. Nichts zu überprüfen. Keine Wertung abzugeben. Einfach nur zu sein. Lassen Sie Gedanken und Gefühle kommen und gehen, als würden Sie vorbeiziehende Wolken beobachten. Kehren Sie zu Ihrer inneren Ruhe zurück, denn die ist da. Sie haben sie einfach nur nicht mehr wahrgenommen.“

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Therapeutin Kim Fleckenstein
Expertin für Entspannung und Achtsamkeit: Die Therapeutin Kim Fleckenstein. Foto: blende11 Fotografen

Mehr Entspannung hinterm Lenkrad

Wer am Steuer sitzt, sollte möglichst aufmerksam den Straßenverkehr beobachten. Daher fallen Meditation und Hypnose hier natürlich flach. Kim Fleckenstein empfiehlt den Einsatz von Suggestionen – das sind kurze Sätze, die man laut oder leise so oft wie möglich wiederholt. Denn so prägen Sie sich im Unterbewusstsein ein – und können zum Beispiel zu mehr Selbstbewusstsein oder Willensstärke führen. Beispiele dafür sind: „Ich fühle mich gut mit mir und meinem Leben.“ Oder: „Ich bestimme, wie ich mich fühlen möchte.“

Viele Menschen sitzen notgedrungen oft im Auto. Und dieser Umstand bringt sie zur Weißglut. Für diesen Fall eignet sich eine simple Atem-Meditation: „Machen Sie doch mal an jeder Ampel zehn bewusste Atemzüge“, rät Kim Fleckenstein. „Es geht nicht darum, dass die besonders tief sind, sondern dass Sie sich in diesem Moment auf Ihren Atem fokussieren.“ Mit welchem Ziel? „Man konzentriert sich auf sich selber, statt auf das nervige Drumherum. Die Entspannung setzt ganz automatisch ein – trotz zig roter Ampeln.“

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