Elektromobilität

Biologisch abbaubar: Das Recycling-Elektroauto

von Alexander Kraft

Kompost statt Schrottpresse: Noah ist ein Bio-Elektroauto, das auf Metall und Synthetik verzichtet – und sich dadurch recyclen lässt.

Der Elektro-Zweisitzer Noah soll so groß werden wie ein Smart – und das erste recyclebare Auto mit Straßenzulassung.
Noah soll das erste Bio-Elektroauto mit Straßenzulassung werden. Foto: Keyshot by Luxion

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Noah der erste Schritt Richtung nachhaltiger Autobau ist
  • Was Flachs und Biokunststoff damit zu tun haben
  • Warum das Bio-Elektroauto vor allem für Carsharing interessant sein könnte

Noah: der erste Schritt Richtung Nachhaltigkeit

Schon jetzt gibt es Bestrebungen, ausgetauschten Akkus ein zweites Leben zu ermöglichen. Batterien, deren Leistung für ein Elektroauto nicht mehr ausreichen, sollen so weiterhin anderweitig im Kreislauf der Elektromobilität nützlich bleiben.

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Doch wie sieht es mit den Elektroautos selbst aus? Die Technische Universität Eindhoven hat ein Konzept entwickelt, das langfristig eine Antwort auf die Frage sein könnte.

Denn damit die Zukunft der Elektromobilität tatsächlich so grün wird, wie sie verspricht, sind mehrere Schritte Richtung Nachhaltigkeit nötig. Einer davon ist Noah.

Bio-Elektroauto aus Flachs und PLA

Noah ist der Nachfolger von Lina, einem konzeptionellen Elektroauto, das 22 Studenten der TU Eindhoven im Frühjahr 2017 präsentierten. Wie Lina besteht auch dieses Bio-Elektroauto nahezu vollständig aus wiederverwertbarem organischen Material. Chassis, Karosserie und Interieur des kompakten Zweisitzers basieren auf einem Verbundstoff aus Flachs und dem Biokunststoff Polylactid (PLA), gewonnen aus Zuckerrohr. Theoretisch lässt sich das Vehikel dadurch fast vollständig in den ökologischen Kreislauf zurückführen.

In Waben strukturiert erhält das zweiteilige Biogemisch zudem genügend Festigkeit und Stabilität, um einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h standzuhalten. Erreicht wird diese durch einen 15 Kilowatt (ca. 20 PS) starken Elektromotor. Im Tandem mit sechs jeweils zehn Kilo schweren, auswechselbaren Akkus soll Noah so eine Reichweite von bis zu 240 Kilometer fahren können.

Ein weiterer Vorteil des Naturfaserverbundstoffs: Ohne Insassen wiegt das Bio-Elektroauto gerade einmal 350 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein ähnlicher großer Smart Fortwo Electric Drive bringt mit 975 kg fast das Dreifache auf die Waage. Das niedrige Eigengewicht von Noah wirkt sich wiederum positiv auf den Energieverbrauch beim Fahren aus.

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TU Eindhoven: Carsharing als Ziel

Das Team hinter Noah will mit dem Projekt beweisen, dass sich Umweltverträglichkeit und Komfort sowie Ästhetik nicht gegenseitig ausschließen. Im Sommer soll Noah dafür in mehreren Städten Europas vorgestellt werden.

Parallel dazu arbeitet die TU Eindhoven daran, eine Straßenzulassung für das Bio-Elektroauto zu bekommen. Die Reichweite und die Maximalgeschwindigkeit limitieren Noah dabei weitestgehend auf den Stadtverkehr. Das Ziel bis Ende 2018 lautet deshalb folgerichtig: Noah als grüne Alternative bei Carsharing-Anbietern zu etablieren. Ausgestattet mit NFC und Wifi erfüllt es auch technisch die notwendigen Anforderungen.

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