Leben

Billige Pauschalreisen sind bald Geschichte – dank Data Science

von Paul Bandelin

Billige Pauschalreisen adé. Mithilfe eines Travelbots und Data Science bietet das Reiseunternehmen Fineway maßgeschneiderte Individualreisen.

Ein Mädchen schaukelt über einer Plantage.
Den individuellen Traumurlaub finden – mit Data Science und einem Travelbot. Foto: CC0: Unsplash/Artem Bali

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Travelbot individuelle Traumurlaube statt billiger Pauschalreisen bieten soll
  • Wie Data Science den perfekten Urlaub für junge Menschen finden kann
  • Warum der Roboter den Menschen bisher noch nicht ersetzen kann

Einen auf den Leib geschneiderten Urlaub versprechen viele Reisebüros. Doch wer kann das Versprechen wirklich halten? Ein Start-up aus München will nun den Reisemarkt revolutionieren. Der Clou? Ein eigens dafür erschaffener Travelbot.

Fineway heißt das 2016 gegründete und über eine Finanzierungsrunde unterstützte Unternehmen aus Süddeutschland mit gut 50 Mitarbeitern – Tendenz steigend. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz bietet der leitende Geschäftsführer Markus Feigelbinder maßgeschneiderte Reisen für junge Leute an, die in ihrem Leben schon viel gesehen haben und noch mehr entdecken wollen.

Individual- statt billiger Pauschalreisen dank Travelbot

Die Planung übernimmt ein sogenannter Travelbot. Oberste Priorität besitzt dabei die Individualität eines jeden Angebots. Direkt ins Blaue bucht der Kunde dabei nie, denn zuvorderst bekommt er sein maßgeschneidertes Angebot präsentiert – von der Safari bis zur Kreuzfahrt.

Zur Zielgruppe des Unternehmens gehören junge Menschen zwischen 25 und 45 Jahren, die in einem guten Job arbeiten und deshalb nicht jeden Euro umdrehen müssen. Sie sollen schon viel unterwegs gewesen sein, sich in der Welt auskennen und nur bedingt Lust haben, sich ausschweifend mit der Planung einer Reise zu beschäftigen.

Traumreise dank Data Science

Die ersten Investitionen des jungen Unternehmens galten nach der Gründung einigen Traveldesignern, die sich mit Safaris, Rundreisen und ähnlichem auskennen. Sie planten und organisierten tausende von Reisen und erfassten zugleich von Beginn an alle Infos und Daten aus Beratungsgesprächen und späteren Kundenfeedbacks.

Diese analysierten sie und ließen sie in eine eigens erstellte Data-Science-Plattform ein, um daraus neue Reisen zu erstellen. Der Travelbot generierte immer neue Ideen für Trips, Reisen und Rundfahrten. Selbst die eigentlichen Traveldesigner gerieten ins Staunen, was alles möglich ist. Eine Vielzahl der Anregungen übernahmen sie dann.

Mit Daten zum Wuschurlaub

Heute funktioniert das System so, dass Interessenten über einen Chatbot zunächst zehn Fragen beantworten. In Verbindung mit den üblichen demografischen Daten (Alter, Geschlecht, Wohnort, Einkommen usw.) ergeben sich für den Bot 250 explizite und implizite Datenpunkte. Aus diesen entsteht im Anschluss die erste Vorlage einer möglichen Reise. Diese erstellt er aus allen in der Datenbank gespeicherten Informationen und ist schon jetzt möglichst auf die Wünsche des Kunden zugeschnitten.

Besonders ist, dass der Travelbot dabei auch im ersten Moment weniger relevant erscheinende Informationen zu Rate zieht. Nutzt jemand ein iPhone, um die anfänglichen Fragen zu beantworten, geht er automatisch davon, dass ihm mehr Geld zur Verfügung steht als beispielsweise einem Android-Nutzer. All das berücksichtigt der Bot bei der Erstellung eines ersten Angebots – etwa bei der Frage, ob Kunden eher auf Camping oder auf Glamping stehen.

Wichtig ist den Machern dabei, dass sich der Reisebuchungsprozess aufgrund attraktiver Angebote signifikant abkürzen lässt.

Von der vagen Idee bis zur Buchung vergehen oft mehrere Wochen. Der Bot kann vor allem dabei helfen, die Rahmendaten für eine Reise festzulegen.

Markus Feigelbinder, Geschäftsführer von Fineway

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Roboter ersetzen Menschen? Noch nicht ganz

So weit, dass der Roboter den Menschen komplett ersetzt, ist es aber noch nicht. Er soll ihn lediglich unterstützen und ihm repetitive Arbeit abnehmen. All die Fragen immer und immer wieder durchgehen ermüdet Menschen, die künstliche Intelligenz hingegen nicht.

Beim finalen Programmpunkt, dem Feintuning der Reise, kommt die menschliche Komponente dann wieder ins Spiel. Laut Informationen von Fineway, sind auch der deutsche Luftfahrtkonzern Lufthansa sowie der Reiseveranstalter L'Tur an der Technologie interessiert. Die nächste Reise kann also kommen – und das im Idealfall völlig stressfrei.

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