Leben

Bike Medics: In Sambia retten Sanitäter auf Fahrrädern Leben

von Marten Zabel

Malaria stellt in ländlichen Regionen Afrikas ein enormes Risiko dar. In Sambia soll das Projekt Bike Medic Sanitäter jetzt schnell zu Patienten bringen.

Eine Sanitäterin vom Bike Medics auf dem Fahrrad.
Eine Sanitäterin vom Bike Medics auf dem Fahrrad: Im Anhänger hat sie alle Medikamente, die sie zur Behandlung vor Ort benötigt. Foto: Toby Madden / Transaid

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Sanitäter auf Fahrrädern die medizinische Versorgung in Afrika sicherstellen sollen
  • Wie die Bike Medics auch ländliche Regionen medizinisch versorgen können
  • Wie das Projekt die Malaria-Sterberate in Sambia drastisch senken könnte

Mobilität und medizinische Versorgung sind weltweit immer von den lokalen Gegebenheiten abhängig. Sambia hat ein Jahr lang Sanitäter mit Fahrrädern ausgestattet, damit diese ihre Patienten besser versorgen können.

Und die Bike Medics sind ein voller Erfolg: Die Sterberate bei Malaria ging im Testzeitraum um 96 Prozent zurück. Vor allem Kinder profitieren von einem System, das auch in anderen Regionen die medizinische Grundversorgung verbessern könnte.

Bike Medics als schnelle Lebensretter in Sambia

Dazu setzten die Mediziner zwei Methoden ein: Zum einen wurden Sanitäter im Feld mit schnellen Testmöglichkeiten für Malaria ausgestattet, um die Krankheit schnell diagnostizieren zu können. So bekommen die Patienten die erste Dosis lebensrettender Medikamente schnell und vor Ort. Ein solches schnelles Testverfahren ist übrigens ebenfalls beim Zika-Virus möglich.

Als zweiter Faktor wurden Fahrräder mit speziellen Anhängern für den Transport kranker Kinder auf die Dörfer verteilt. Damit verkürzt sich die Reisezeit zum nächsten Krankenhaus drastisch und der Komfort für den kleinen Patienten wird ebenfalls deutlich erhöht.

Die Anzahl der geretteten Leben ist ein Beweis dafür, wie wichtig ein rechtzeitiger Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen ist. Wir freuen uns, dass wir solch ausgezeichnete Resultate vorweisen können und denken nun darüber nach, wie wir diesen Ansatz in ganz Sambia verfolgen können.

Caroline Barber, CEO von Transaid

Gemeinsam mit der Entwicklungshilfsorganisation Transaid sowie dem Medicine for Malaria Venture (MMV) testete das Nationale Malariabekämpfungszentrum von Sambia (NMEC) das einjährige Pilotprojekt in abgelegenen Dörfern des Landes. Denn mm Durchschnitt leben die meisten Menschen in dem südafrikanischen Land mindestens zwölf Kilometer vom nächsten Krankenhaus entfernt.

Die einzige Möglichkeit, dort hinzugelangen, besteht in vielen Fällen in einem Fußmarsch. Vor allem für Kinder mit hohem Fieber vergeht dann kritische Zeit auf einem beschwerlichen Weg. Da viele Menschen im Lande mit Malaria infiziert sind, führen die damit verbundenen Fieberschübe dann schnell zum Tod.

Ein Arzt untersucht in Kleinkind auf dem Arm seiner Mutter.
Während der Testphase konnte die Malaria-Sterblichkeit in der Region um 96 Prozent verringert werden. Foto: Transaid

Die Malaria-Sterberate auf dem Rückgang

Der Erfolg des Projekts ist groß: 70 Prozent der Patienten, die in die Kliniken kamen, wurden mit einem der Fahrräder gebracht. Die Sterberate von Kindern mit schwerer Malaria wurde von acht auf 0,25 Prozent gesenkt — in den zwölf Monaten des Tests starben drei Menschen an akuter Malaria, im Gegensatz zu 97 im Jahr davor. Das Leben der ländlichen Bevölkerung profitiert also nachweislich von dem System.

Kreative Herangehensweisen von Mobilität zur Lösung konkreter Probleme sind in Afrika in den letzten Jahren in Mode. In Ruanda etwa liefert das Unternehmen Zipline per Drohne eilige Medikamentenlieferungen und Blutkonserven in ländliche Regionen aus. Fahrräder als Krankentransportmöglichkeit wären allerdings an vielen Orten der Welt ohne Krankenwagen oder geeignete Straßen sinnvoll. In Form von Pedelecs würden sie die Sanitäter bei den weiten Strecken zusätzlich noch unterstützen.

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