Elektromobilität

Big Data: Nie mehr sinnlos im Parkhaus herumkurven!

von Leonie Butz

Die Suche nach einem Parkplatz ist stressig – selbst im Parkhaus. Ein Forschungsprojekt arbeitet jetzt daran, Big Data für die Park-Logistik heranzuziehen.

Big Data: Nie mehr sinnlos im Parkhaus herumkurven!
Auf der Suche nach einem Parkplatz im Parkhaus liegen oft die Nerven blank. Mit einem komplexen System will das ein Forschungsteam der TU Berlin jetzt ändern. Foto: CC0: Unsplash/Scott Szarapka

Das erfahren Sie gleich:

  • In einem Forschungsprojekt testet die TU Berlin ein neues Parkleitsystem, das mit Big Data arbeitet
  • Per Videoanalyse koordiniert das Echtzeit-Leitsystem die Suche nach einem Parkplatz im Parkhaus
  • In Zukunft sollen Parkhäuser Autos selbstständig zu den Parkplätzen führen können

Parkhäuser per Videoanalyse vernetzt

Fünfzehn freie Parkplätze zeigte die Digitalanzeige des Parkhauses bei der Einfahrt. Kann es wirklich so schwer sein, einen dieser Plätze zu finden? Offensichtlich. Denn die Suche gestaltet sich schwierig. Auf jeder Ebene des Parkhauses das gleiche Bild: Keine Parkplätze. Doch, da vorne! Mit ein wenig mehr Gas rollt der Wagen auf die Lücke zu. Und da ist es passiert – von der anderen Seite rast ein Auto heran und schnappt den Parkplatz weg. Also geht die Suche weiter. Nach gefühlt einer halben Stunde und einem Büschel grauer Haare mehr dann endlich der ersehnte Parkplatz – an der hintersten Ecke des Parkhauses.

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Das Forschungsprojekt Virtuose will sie die Parkplatzsuche revolutionieren.

Besonders kurz vor Weihnachten ist die Stadt und sind auch die Parkhäuser meist völlig überfüllt. Besonders abends und am Wochenende ist kaum an Einkaufen zu denken. Parkhäuser sind da zwar praktisch, weil sie meist recht zentral liegen – aber als Autofahrer weiß man halt nie, wo genau diese angeblich noch freien Plätze denn sein sollen. Diesem Problem haben sich bereits einige Unternehmen mit Sensor- oder Radartechnik angenommen. Ein aktuelles Projekt setzt jedoch auf die Videoanalyse von Big Data und eine Echtzeit-Datenverarbeitung in der Cloud. Das Forschungsprojekt Virtuose, das in Deutschland vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, will sie die Parkplatzsuche revolutionieren.

Mit Big Data: Die Suche nach dem Parkplatz

Bei sehr wechselhaften und komplexen Datenmengen – wie es bei einer ständig wechselnden Parksituation der Fall ist – spricht man von Big Data. Für das Projekt Virtuose-de senden derzeit 13 Videokameras Bilder von 56 Parkplätzen eines Berliner Parkhauses an die Cloud. Zehn weitere Kameras haben auf 350 Metern den Weg zu den Parkplätzen im Blick. So soll das System der TU Berlin – in Kooperation mit Siemens und dem Fraunhofer Institut – Nutzer zukünftig gezielt zu freien Parkplätzen lotsen. "Durch die Kameras in Verbindung mit der Videoanalyse-Software werden andere Fahrzeuge im Parkhaus ebenso wie die freien Parkflächen erfasst. Auf dieser Basis wird die Route zu einem freien Parkplatz ermittelt und der Fahrer dorthin geleitet", so der Projektleiter Peter Amon. Das schließt dann auch aus, dass ein anderes Fahrzeug den Parkplatz vor der Nase wegschnappt.

Mit Big Data: Die Suche nach dem Parkplatz
Die Big Data der Videoüberwachung dient bei Virtuose als Grundlage für ein smartes Parkleitsystem. Foto: CC0: Unsplash/Pierrick Le Cunff

Beim Fraunhofer Institut heißt es, dass dafür vor allem "Algorithmen zur Optimierung von Bilddatenverarbeitung in Echtzeit entwickelt werden, zum anderen Ansätze für eine cloudbasierte Verarbeitung und Auswertung dieser Daten erarbeitet werden." Zukünftig soll dieses System dann nicht nur im Parkhaus zum Einsatz kommen. Denn das Team entwickelt ebenfalls eine Plattform, die bei der Parkplatzsuche auf der Straße helfen soll – ebenfalls per Videoanalyse.

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Im Parkhaus und auf der Straße

Die Idee des Parkleitsystems ist dabei nicht neu. Bereits seit Jahren bieten junge und etablierte Unternehmen Lösungen für dieses Problem an – bisher sind die Daten, die meist per Sensoren oder Infrarot erfasst werden, oft aber noch recht ungenau und unzuverlässig. Auf Echtzeit-Datenverarbeitung setzen hingegen Unternehmen, die mit Community-Based-Parking arbeiten. Hier sammeln Autos Daten über freie Parkplätze, senden sie an ein Rechenzentrum, das die Daten verarbeitet und an Parkplatzsuchende weiterleitet. Um dem System aber Daten zu liefern, müssen Autofahrer meist Teil einer Community sein.

Die große Hoffnung: Die auf Big Data basierende Variante bringt bessere und schnellere Ergebnisse.

Bei Virtuose-de läuft das Datensammeln hingegen per Videokameras im Parkhaus ab. Zukünftig sollen die Autos dann selbstständig ihren Parkplatz finden. Am Eingang gibt der Fahrer seinen Wagen ab, und dieser steuert autonom die erste Parklücke im Parkhaus an. Automated Valet Parking nennt sich das Ganze. Auch hier ist das Forschungsprojekt nicht der erste Spieler auf dem Markt: Bosch und Siemens testen bereits seit einiger Zeit ein solches System – wie bei der Parkplatzsuche setzt die Konkurrenz aber erneut auf Sensoren und Laserscanner. Vielleicht bringt die Big-Data-basierte Variante ja bessere und schnellere Ergebnisse.

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