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Technik

Besser als Lidar Sensoren: Bodensensoren für selbstfahrende Autos

von Marten Zabel

Ursprünglich für die Minensuche entwickelt: Dieses Bodenradar lässt autonome Autos sicher durch Schnee navigieren – und Schäden an Leitungen aufdecken.

Eine schneebedeckte Straße, auf der kaum die Fahrbahn zu erkennen ist: eine echte Herausforderung für autonome Autos.
Für die Sensoren in autonomen Autos stellt Schnee eine echte Herausforderung dar. Ein Bodenradar soll das zukünftig ändern. Foto: Shutterstock / rsooll

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie autonome Fahrzeuge mit WaveSense den Lidar Sensor ergänzen
  • Wie die neuen Sensoren selbstfahrende Autos durch jedes Wetter bringen
  • Wie die Redundanz in der Autosensorik autonome Autos noch sicherer machen soll

Sobald selbstfahrende Autos in schlechtes Wetter geraten, bekommen sie schnell Probleme. Schnee macht die Straße nicht nur rutschiger, sondern verdeckt auch die Fahrbahnmarkierungen und selbst starker Regen ist für die Lidar Sensoren ein Hemmnis.

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Ein dritter Sensor könnte dabei helfen: Die Firma WaveSense hat ein Bodenradar entwickelt, das genau das leistet. Es ist nicht nur dazu in der Lage, durch eine Schneedecke zu blicken – und sich so vom Wetter unabhängig zu machen –, sondern kostet auch nur wenig Geld.

Ein weiteres Auge für autonome Fahrzeuge

Eigentlich hat das MIT Lincoln Laboratory die Technik des Bodenradars für das Militär entwickelt: In den National Laboratories hatte sie nach einer Möglichkeit gesucht, die es Fahrzeugen erlaubt, im Boden vergrabene Landminen in ihrem Weg aufzuspüren. Das Bodenradar sollte verhindern, dass Militärfahrzeuge in Krisenregionen in Sprengfallen geraten. WaveSense hat sich als Start-up gegründet, um die Technologie für die zivile Nutzung fit zu machen.

Der Bodenradar von WaveSense spürt die Straße darunter in eine Tiefe von bis zu drei Metern mit einer Frequenz von 120 Hertz. Diese Daten vergleicht das System mit im Vorfeld erstelltem Kartenmaterial des Untergrunds. Die Position auf der Straße lässt sich so auf wenige Zentimeter genau berechnen. Das Fahrzeug orientiert sich dabei an unterirdischen Dingen wie etwa Rohrleitungen oder Steinen.

Ergänzung zum Lidar Sensor selbstfahrender Autos

Im Gegensatz zu Lidar Sensoren und Kameras, die bei selbstfahrenden Autos bereits Verwendung finden, basiert das Bodenradar nicht auf der Reflexion von Photonen. Entsprechend dürfte es als Sensor auch dann funktionieren, wenn es für die anderen beiden Systeme Störungen gibt.

WaveSense verbessert die Sicherheit von selbstfahrenden Autos radikal. Unser Sektor muss zeigen, dass die Autos bei allen Bedingungen sicher sind, um das allgemeine Vertrauen zu erlangen.

Tarik Bolat, CEO bei WaveSense

Für die Redundanz der Autosensorik, die ja immerhin für das Leben der Passagiere an Bord verantwortlich ist, dürfte das ein wichtiger Faktor sein. Die Sensoren kosten dabei gerade einmal rund 100 US-Dollar. Das ist beim Gesamtpreis der Technik in einem selbstfahrenden Auto keine nennenswerte Summe.

Ein weiterer wertvoller Faktor von WaveSense wäre im Falle einer breiten Nutzung die Erstellung der Bodenkarten selbst. Gemeinden und Versorgungsdienste dürften ein großes Interesse daran haben, zu wissen, was wo unter den Straßen verborgen liegt. Alte Rohre wären damit ebenso aufzuspüren, wie potenzielle Hindernisse beim Ausbau von Leitungen.

Aktive Fahrzeuge könnten sogar Schäden an Leitungen aufdecken, sollten sich diese unter den Straßen befinden. Der Computer könnte nämlich erkennen, wenn sich Karte und Realität nicht mehr decken. Im nächsten Schritt könnte die Instandhaltung dann ebenso autonom passieren.

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