Elektromobilität

Bergradeln: Mit dem E-Bike auf den Kilimandscharo

von Sabrina Lieb

Der Kilimandscharo, höchster Berg Afrikas. Lässt sich der Riese mit dem E-Bike bezwingen? Der deutsche Fotograf Adrian Rohnfelder hat den Versuch gewagt.

Adrian Rohnfelder auf seinem E-Bike bei der Besteigung des Kilimandscharo.
Mit dem E-Bike auf den Kilimandscharo: Der Fotograf Adrain Rohnfelder hat das Experiment gewagt. Foto: Adrian Rohnfelder

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum eine Kilimandscharo-Besteigung eine große Herausforderung für Wanderer ist
  • Wie ein deutscher Fotograf den Berg mit einem E-Bike bezwingen wollte
  • Welche Hürden für Adrian Rohnfelder die größten waren

Mit seinen stolzen 5895 Metern Höhe ist der Kilimandscharo der höchste Berg Afrikas und der Traum aller Bergbegeisterten. Das Massiv im Nordosten von Tansania suchen jährlich rund 60.000 Touristen auf, die den Riesen des afrikanischen Kontinents bezwingen wollen. Zwischen Marangu-Route, Machame Route und Lemosho-Route – je nach gewählter Tour, sind die Bergsteiger zwischen sieben und acht Tagen lang unterwegs.

Auch der Abenteuerfotograf Adrian Rohnfelder wollte den herausfordernden Gipfel bezwingen – aber nicht etwa zu Fuß. Für seine Tour in die Höhe wählte der Mann das E-Bike.

Kilimandscharo-Besteigung mit dem E-Bike

Adrian Rohnfelder nennt sich nicht ohne Grund Abenteuerfotograf. Feuer und Eis sind seine beiden Antriebsmotoren, immer auf der Suche nach dem nächsten Berg, dem nächsten Adventure. Ein Schwerpunkt seiner Reisen liegt dabei auf aktiven Vulkanen, seit ihn 2008 auf Indonesien nach eigenen Angaben der "Feuerwerk-Virus" gepackt hat.

Im Rahmen seines "Volcanic Seven Summit"-Projektes hat sich der sportliche Mann schließlich das Ziel gesetzt, die höchsten Vulkane der sieben Kontinente zu besteigen. Dabei reifte auch die Idee, den Kilimandscharo mit dem E-Bike zu bezwingen. Zwar wurde der Uhuru Peak, also die Spitze des Kibos im Mount Kilimanjaro Massiv, schon einmal mit dem Fahrrad erobert, aber eben noch nie mit elektrischem Antrieb.

Nun kann man sich natürlich zu Recht fragen: Warum macht sich ein Mensch seinen Weg auf den Gipfel noch einmal ein Päckchen schwerer als nötig? Die Antwort könnte lauten: Weil ein passionierter E-Biker sich nunmal seine Herausforderungen sucht. In Adrians Fall leider ein Gedankengang in die falsche Richtung, denn der Mann mit der Brille saß zuvor noch nie auf einem Elektrobike. Und auch seine Erfahrungen mit dem Mountainbike waren eher mäßig.

Hoch auf den Berg: Sieben Tage dauerte die Tour in die Höhe

Kann man mit einem E-Bike überhaupt auf solch einen hohen Berg fahren? Und wenn das eMTB unterwegs schlapp macht, wie kommen die Akkus an Ort und Stelle? Zwei der vielen Fragen, die sich Adrian vor seiner Fahrt in die Höhe stellte. Nach sieben Tagen Ritt und 35 Kilometern Strecke durch fünf Vegetationszonen war es dann endlich geschafft.

Wir haben uns am Ende wie Popstars gefühlt. Überall wurden wir mit unseren Rädern umringt, befragt, bewundert und fotografiert.

Adrian Rohnfelder

"Ohne zuverlässigen Guide und starke Träger wäre das Abenteuer wohl nicht so erfolgreich verlaufen", gibt Rohnfelder zu. Eine Route mit ihren Tücken – aber zum Glück nicht allein auf der Reise: Zusammen mit einem Freund und einem 14-köpfigen Team hatte sich Rohnfelder in das Gipfel-Abenteuer gestürzt. Auf dem Weg nach oben gab es regen Support von Touristen und Einheimischen, die sie unterwegs begeistert empfingen.

Wo bleibt der Akku? Eine Reise-Sorge

Dank der E-Bikes war die Tour auf den Kilimandscharo nicht so mühsam, wie sie für normale Mountainbiker oder gar Bergsteiger ist. Die motorisierten Zweiräder machten zuverlässig ihren Job und entlasteten den Körper, allerdings sah es am Anfang noch gar nicht so rosig für Rohnfelder und sein Team aus.

Keine Akkus, keine Reichweite – das Projekte drohte zu scheitern: Die Akkus wurden erst nach zehntägigem Bangen nachgeliefert und so fiel der Startschuss für die Tour an dem Tag, als sie schon wieder nach Hause aufbrechen wollten. In Tansania sieht es mit Sendungsverfolgung oder gar einem Elektrobike-Shop eben schlecht aus. Noch. Bleibt Abzuwarten, wann die Elektromobilität auch in Afrika Einzug hält.

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