Elektromobilität

Belmont und Sidewalk Toronto: Smart Citys vernetzen den Verkehr

von Carsten Fischer

Autonome, miteinander vernetzte Autos in der Smart City: Das Viertel Sidewalk Toronto und die Stadt Belmont in Arizona zeigen, wie schnell das kommen kann.

Luftaufnahme von Toronto bei Nacht.
Volle Vernetzung: In Toronto baut Google ganzes Viertel nach der Idee der Smart Citys um. Foto: Unsplash/Arturo Castaneyra

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Googles Schwester Sidewalk Labs mit dem Sidewalk Toronto ein ganzes Viertel mit kompletter IT-Infrastruktur ausstattet
  • Warum Bill Gates für seine erste Smart City namens Belmont ein Wüstengebiet in Arizona kauft
  • Welche Bedingungen Kalifornien macht, um autonome Autos ohne Eingriffsmöglichkeit des Fahrers zu erlauben

Sidewalk Toronto: Modernste IT-Infrastruktur

In einem wenig genutzten Industriegebiet der kanadischen Hafenstadt Toronto, gleich am Ontariosee, soll ein komplett neues Stadtviertel mit dem Namen Sidewalk Toronto entstehen. Besonderes Aufsehen erweckt das Projekt, weil Googles Schwesterfirma Sidewalk Labs die Schirmherrschaft übernimmt und das neue Viertel mit einer nie da gewesenen IT-Infrastruktur zur Smart City ausbauen will.

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Statt der bisher dort stehenden, alten und zerfallenen Lagerhallen soll Sidewalk Toronto schon bald futuristisch anmutende gläserne Bauten erhalten, welche die Verheißungen des digitalen Zeitalters mitbringen.

Das Verkehrssystem ermittelt die besten Routen für die autonomen Autos – Stau und Smog gibt es nicht mehr.

Das auf die Größe Zürichs angelegte Sidewalk Toronto soll vollständig mit den modernsten Technologien ausgestattet sein, absolut alles ist miteinander vernetzt. Dazu gehört ein Verkehrssystem, das auf Basis der Daten der im Umkreis genutzten Smartphones die besten Routen für die selbstfahrenden Autos ermittelt – Stau und Smog gehören dann der Vergangenheit an.

Müllentsorgung, Lieferdienste und Ampeln: Das gesamte öffentliche Leben findet in der Smart City voll automatisiert statt. Ein stark reduzierter CO²- und Energieverbrauch verstehen sich von selbst. Über die vielen Kameras und den damit einhergehenden Komplettverlust von Unabhängigkeit und Privatsphäre der zukünftigen Einwohner im Sidewalk Toronto sprechen indessen nur die Datenschützer.

Belmont: Smart City in der Wüste Arizonas

Noch einen Schritt weiter geht die von Bill Gates geplante Smart City Belmont. Um digitale High-Speed-Netzwerke zentral zu steuern, will der Microsoft-Gründer in der Wüste Arizonas eine Stadt für über 100.000 Einwohner komplett neu aus dem Boden stampfen. 80 Millionen US-Dollar kostet die Besiedlung des etwa 100 Quadratkilometer große Gebietes.

Die Anordnung von Gewerbe-, Wohn- und Industriearealen in Belmont wird auf autonome Fahrzeuge, Elektromobilität und Lieferdrohnen ausgerichtet sein. Eine allgegenwärtige, permanente Datenerfassung wird zum Leben dazugehören und den Bürger fast komplett gläsern machen – Privatsphäre auch hier adé.

Noch haben die Bauarbeiten nicht begonnen, aber eine Highway-Anbindung ist bereits in Planung. Das zeigt, wie ernst es Gates mit seinem Vorhaben ist.

Doch ob der Landstrich rund um Belmont überhaupt für eine Population in dieser Größenordnung zugänglich ist, ist noch unklar. Der angrenzende Colorado River hat jetzt schon die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht.

Datenschützer warnen, dass eine komplett vernetzte Stadt wie Belmont eine große Angriffsfläche für Hacker darstellt.

Datenschützer und andere IT-Experten mahnen zudem, dass eine komplett zentralisierte Stadt wie Belmont eine große Angriffsfläche für Hacker bietet und ein damit verbundenes Sicherheitsrisiko darstellt. Mögliche Lücken im digitalen Netz, die durch anfängliche Kinderkrankheiten verursacht würden, seien prädestiniert für Hackerangriffe.

Kalifornien: Autonome Auto zugelassen

In Kalifornien wird gegenwärtig der Grundstein für das Verkehrssystem Belmonts gelegt. Bisher durften dort autonome Autos nur dann fahren, wenn sie eine Person zur Kontrolle mit an Bord hatten, die im Notfall hätte eingreifen können.

Updates

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Ab April 2018 gehört das der Vergangenheit an. 50 Pkw-Hersteller dürfen ihre selbstfahrenden Autos testen. Dazu benötigen sie eine Lizenz und müssen glaubhaft nachweisen, dass sie gegen Hackerangriffe geschützt sind.

Sämtliche Aktivitäten werden per Funk überwacht, die Daten aufgezeichnet, und die Pkw müssen eine Möglichkeit haben, mit der Polizei zu kommunizieren. Die Smart City wird also nicht nur unseren Alltag verändern – sondern auch unser Umgang mit Daten.

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