Elektromobilität

Beim Kraftstoffverbrauch richtig sparen: Acht Tipps

von Peter Michaely

96,5 Prozent der 2017 neu zugelassenen Autos waren Verbrenner. Sprit sparen – mit Blick auf den Kraftstoffverbrauch – ist ein erster Beitrag zum Klimaschutz.

Ladesäule an einer Tankstelle
Ob Diesel oder Benzin: Sprit zu sparen ist gut für die Umwelt – und den Geldbeutel. Foto: Markus Spiske

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Weg zum klimaneutralen Verkehr ist noch weit – alternative Antriebe setzen sich nur zögerlich durch
  • Bis dahin lässt sich beim Kraftstoffverbrauch einiges fürs Klima – und den Geldbeutel – tun
  • Acht Tipps verraten, wie Sie bis zu 30 Prozent Sprit sparen

Deutschland ist Klimaschutz-Sorgenkind

Für die Mobilität der Zukunft gibt es (noch) keinen Königsweg. Ob Elektroautos, Brennstoffzellen- oder Hybridtechnik; ob Diskussionen um Kraftstoffe aus Biomasse oder solche aus regenerativ erzeugtem Strom: Vieles ist noch Zukunftsmusik, allen Klimaschutz-Beteuerungen zum Trotz. Wie weit der Weg zum klimaneutralen Verkehr ist, zeigen neueste Zahlen des Umwelt-Bundesamts (für 2016). Demnach sind die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland zum zweiten Mal in Folge angestiegen. Gegenüber dem Referenzjahr 1990 hat Deutschland den Ausstoß nur um 27,3 Prozent senken können. „Ursprünglich hatte die Bundesregierung für 2020 eine Minderung von 40 Prozent angestrebt, die voraussichtlich deutlich verfehlt werden wird“, resümiert das Umwelt-Bundesamt.

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Alte Autos, hoher Kraftstoffverbrauch

Besonders der Verkehrssektor gibt Anlass zur Sorge. Die von ihm verursachten Treibhausgas-Emissionen lagen 2016 mit 166,8 Millionen Tonnen höher als 1990. Ein Hauptgrund dafür ist laut Umwelt-Bundesamt, dass immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden. Außerdem bleibe der Trend zu großen und schweren Autos ungebrochen. Und egal, welches Mobilitätskonzept sich durchsetzen wird: Nicht jeder kann sich ein teures Elektro- oder Hybridauto leisten.

Das Durchschnittsalter der deutschen Autos liegt nach neuesten Zahlen bei 9,3 Jahren.

Zumindest übergangsweise werden also ältere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht von den Straßen verschwinden. Zum 1. Januar 2017 lag das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Pkw bei 9,3 Jahren (Vorjahr: 9,2 Jahre). 600.000 und damit 1,3 Prozent waren älter als 30 Jahre und galten somit als Oldtimer. Auch die alternativen Antriebe setzen sich trotz hoher Zuwachsraten nur zögerlich durch. Von den 2017 in Deutschland neu zugelassenen 3,44 Millionen Autos hatten 57,7 Prozent einen Benzin- und 38,8 Prozent einen Dieselmotor. 2,5 Prozent hatten einen Hybridantrieb, 0,7 einen Elektromotor, 0,2 fuhren mit Erd- oder Flüssiggas.

Tipps: So lassen sich Sprit und Geld sparen

Während das energieeffiziente Fahren als Unterpunkt des autonomen Fahrens bereits Gegenstand von Forschungen ist, müssen Besitzer älterer Autos ein paar Tipps beachten, wenn sie Kraftstoff sparen und damit die Umwelt schonen wollen. Dem Bundesumweltministerium und Berechnungen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zufolge ließen sich so allein in Deutschland jährlich rund fünf Millionen Tonnen CO2 und bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen. Übrigens: Wer die Tankstellenpreise in seiner Region (z.B. via App) vergleicht und möglichst nicht freitags tankt – weil dann der Kraftstoff am teuersten ist – spart zusätzliches Geld.

  • Alles Unnötige muss raus: Jedes Kilo, das sinnlos im Auto mitfährt, wirkt sich negativ auf den Verbrauch aus.
  • Ungenutzte An- und Aufbauten entfernen: Ski- oder Fahrradträger sowie Dachboxen, die nach Gebrauch nicht abmontiert werden, führen zu einer drastischen Verbrauchserhöhung.
  • Auf den Reifen-Luftdruck achten: Die Überwindung des Rollwiderstands kann bis zu 30 Prozent des Spritverbrauchs ausmachen. Deshalb den Luftdruck um 0,2 bis 0,3 bar erhöhen. Oder gleich rollwiderstandsoptimierte Reifen aufziehen lassen. Laut „Auto Bild“ reduzieren sie den Kraftstoffverbrauch um 0,3 bis 0,6 Liter pro 100 Kilometer und bieten hochgerechnet auf den Lebenszyklus eines Satzes rund 300 Euro Einsparpotenzial.
  • Elektrische Verbraucher ausschalten: Ob Klimaanlage, Sitzheizung oder heizbare Heckscheibe – wenn sie nicht gebraucht werden, sollte man sie ausschalten. Beispiel Klimaanlage: Laut Verkehrsclub Deutschland können Klimaanlagen den Verbrauch im Stadtverkehr um bis zu 1,8 Liter/100 Kilometer erhöhen.
  • Bei kurzen Strecken das Auto stehen lassen: Kalte Motoren sind Spritfresser, deshalb auf Kurzstrecken ruhig mal aufs Rad umsteigen oder zu Fuß gehen. Den Motor warmlaufen lassen, ist ebenfalls keine gute Idee: So steigt nicht nur der Verbrauch, sondern auch der Verschleiß.
  • Fahren Sie vorausschauend: Je harmonischer Sie im Verkehr mitfließen und je eher Sie in den nächsthöheren Gang schalten, desto niedriger ist die Drehzahl und desto weniger Kraftstoff verbraucht Ihr Auto. Selbst im Stadtverkehr ist häufig der fünfte Gang möglich. Rollen Sie langsam zum Beispiel auf Ampeln zu – im Idealfall so, dass Sie beim Umschalten auf Grün gar nicht anhalten müssen. Jüngere Autos verfügen gegebenenfalls über eine Schaltpunktanzeige, die Sprit sparendes Fahren erleichtert.
  • Motor abstellen: Falls Ihr Auto kein Start-Stopp-System hat, lohnt es sich bei Unterbrechungen, die länger als 20 Sekunden dauern, den Motor abzustellen – etwa an Bahnübergängen oder Ampeln.
  • Auto regelmäßig warten lassen: Frische Filter und neues Öl tragen dazu bei, dass der Verbrauch sinkt. Vorsicht bei vollsynthetischen Leichtlaufölen: Alte Autos vertragen sie unter Umständen nicht. Selbst Öko-Tuning gibt es, doch solche Eingriffe in die Fahrzeugelektronik sind heikel. Schlimmstenfalls erlischt die Betriebserlaubnis. Auch bei Start-Stopp-Systemen zum Nachrüsten sollte man sich deshalb vorab genau informieren und mit spitzem Stift rechnen, ob sich der Aufwand lohnt.

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