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Elektromobilität

Bayerischer Wald: Nachhaltiger Urlaub mit dem geliehenen E-Auto

von Nicole Jansen

Bayerischer Wald: Kurzurlaub mit dem Leih-Elektroauto
Ich glaub, ich stehe im (Bayerischen) Wald: Wer Ferien in Bayern macht, kann Ausblicke wie diesen auf den Kleinen Arbersee genießen. Foto: Pixabay/ernie

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Urlauber Elektroautos günstig und einfach testen können
  • Wie der Urlaub im Bayerischen Wald fast emissionslos wird
  • Wie aus dem Forschungsprojekt E-Wald eine Urlaubsidee wurde

Nachhaltiger Urlaub mitten in der Natur: Im Bayerischen Wald können Urlauber E-Autos zu günstigen Konditionen probefahren und mieten – ein Pilotprojekt.

Wie Urlauber Elektroautos günstig und einfach testen können

Wer selbst (noch) kein E-Auto besitzt, aber gerne wenigstens im Urlaub den Fahrspaß im elektrischen Auto erleben möchte, für den bietet der Bayerische Wald ein ganz besonderes Konzept: den E-Wald. Das Projekt in Zahlen:

  • Carsharing-Fuhrpark von rund 200 E-Autos verschiedener Hersteller im Bayerischen Wald
  • An rund 100 Abstell-Punkten lassen sich die Autos leihen und zurückgeben
  • 150 Ladesäulen stehen in der Region bereit und speisen sich ausschließlich aus regenerativen Quellen aus der Region
  • Zwischen einer Stunde bis zu mehreren Jahren lassen sich die Autos mieten
  • 89 Gemeinden sind an dem Pilotprojekt beteiligt

Aus dem Pilotprojekt hat sich mittlerweile in ganz Deutschland eine Infrastruktur für Carsharing mit E-Autos entwickelt. Aber auch in der Region um den Bayerischen Wald haben sich einige Projekte zur Elektromobilität herauskristallisiert. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern stärkt auch die Wirtschaft der naturreichen, aber strukturschwachen Region.

Mit dem Zug wird es günstiger

Für Urlauber konzipierten die Planer im Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern verlockende Angebote: Grundsätzlich erhalten Bahnreisende bei Vorlage der Fahrkarte zehn Prozent Rabatt auf die Buchung eines E-Autos.

Wer zu seinem Kurzurlaub mit dem Zug zum Beispiel in Plattling ankommt, findet außerdem (nach vorheriger Buchung über den Gastgeber) ein E-Auto vor, mit dem er gratis zum Hotel und am Ende des Aufenthalts zurück zum Bahnhof fahren kann.

M.O.V.E.: Für 35 Euro am Tag durch den Bayerischen Wald

Die Gemeinden Zenting und Innernzell offerieren im Projekt M.O.V.E (Mobilität Ostbayern vernetzt – E-WALD) zwei Fahrzeuge zu günstigen Mietpreisen.

Nach Erwerb der Registrierungskarte (einmalig 6 Euro) kann’s losgehen – für 5,99 Euro pro Stunde oder 35 Euro am Tag; sämtliche Kilometer, Ladungen an den E-WALD-Stationen, Service, Versicherung und so weiter sind inklusive.

Nach der Rückkehr stellt der Urlauber das Leihauto auf dem reservierten Parkplatz wieder ab. Die Ferien in Bayern oder der Kurzurlaub dort lassen sich hier also mit einem günstigen Test der Elektromobilität kombinieren.

Fazit: Die zwei Projekte zeigen, dass E-Wald im Bayerischen Wald zwei Aspekte miteinander verbindet: Umweltschutz und Urlaub. Mit den Elektroautos lässt sich so in wenigen Tagen testen, ob die Elektromobilität den eigenen Bedürfnissen entspricht. Und wer sich nach dem Urlaub ein eigenes E-Auto anschaffen möchte, der erfährt bei aio, was es vor dem Kauf oder dem Leasing zu beachten gilt.

Lichtung im Bayerischen Wald
Ein schönes Stück Natur: Der Bayerische Wald ist mit dem tschechischen Nationalpark Šumava das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas. Foto: CC0:Markus Spiske/ffcu

Wie der Kurzurlaub im Bayerischen Wald fast emissionslos wird

Ob Probefahrer oder regelmäßiger Nutzer: Fast alle haben beim Aussteigen „das E-WALD-Lächeln“ im Gesicht, wie es Geschäftsführer Otto Loserth nennt. Das liege zum Einen am Fahrspaß. Schon der in der Flotte meist vertretene Kleinwagen saust sportlich über Landstraßen, emissionsarm und sorgenfrei für den Fahrer.

Denn viele E-Wald-Autos haben bereits das optimierte Reichweitenmodell (ORM) an Bord. Es misst Akkustand, Außentemperatur und Topographie der Strecke, um dann deutlich exakter anzuzeigen, wann die nächste Ladepause fällig ist.

Wer eines der verfügbaren größeren Modelle mit Riesenakku aus dem Fuhrpark erwischt (leider fast immer in Betrieb…), braucht sich darüber ohnehin nicht zu sorgen.

Doch auch jedes andere Elektroauto macht den Trip im Kurzurlaub durch den Hog’n, wie der Bayerwald auch genannt wird, zum stimmigen Erlebnis. Und wer das Radio ausschaltet, kann sogar bei langsamer Fahrt schon Vogelzwitschern und Waldesrauschen erlauschen.

Wie aus dem Forschungsprojekt E-Wald eine Urlaubsidee wurde

Ursprünglich als Forschungsprojekt gestartet, ist E-Wald mittlerweile eine GmbH und arbeitet seit dem 31. Dezember 2016 wirtschaftlich. Umwelt- und Lärmschutz für Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Waldgebiet waren 2010 zwei Argumente für das das Forschungsprojekt E-Wald.

  • Sechs Landkreise mit 89 Gemeinden schlossen sich damals zur „Modellregion Elektromobilität Bayerischer Wald“ zusammen.
  • Mit einer Fläche von 7000 Quadratkilometern war es Deutschlands größtes Demonstrationsobjekt für E-Mobilität überhaupt.
  • Ziel war es, den zuverlässigen Einsatz von Elektrofahrzeugen auch in einer ländlichen und klimatisch schwierigen Region zu ermöglichen – und zwar genauso gut, wie das in Großstädten bereits üblich war.

Forscher der Technischen Hochschule Deggendorf und Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums hatten den Projektvorschlag ursprünglich erarbeitet. Mittlerweile ist E-Waldnicht mehr nur im Bayerischen Wald aktiv – und bietet mehr als 1000 Ladestationen in ganz Deutschland.

Trotzdem lohnt es sich besonders für den Urlaub mit dem E-Auto, vorab zu ermitteln, wo sich geeignete Ladestationen befinden.Wo in Europa sich ein Urlaub lohnt, wenn bereits das eigene E-Auto in der Garage steht, das erfahren Sie ebenfalls bei aio.

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