Leben

Bargeldlos glücklich: Bezahlen per App

von Carola Franzke

Auf dem Smartphone läuft heutzutage alles zusammen: Kontakte, Fotos, Nachrichten – warum nicht einfach auch per App damit bezahlen?

Frau mit Smartphone
Allzweckgerät: Das Handy kann heute fast alles – warum nicht auch mit dem Smartphone bezahlen? Foto: picture alliance / PantherMedia

Das erfahren Sie gleich:

  • So geht das Bezahlen mit dem Smartphone
  • Der Markt für Bezahl-Apps ist in Deutschland noch überschaubar
  • Kann sich Mobile Payment hierzulande durchsetzen?

Mit dem Smartphone bezahlen – so geht's

Es gibt einen Gegenstand, den die meisten Menschen heutzutage wirklich immer bei sich tragen: Das Smartphone. Was liegt also näher, als Bezahlfunktionen per App in das Smartphone zu integrieren, um einfach mit dem Handy bezahlen zu können? Wer eine solche Bezahl-App installiert hat, muss sein Smartphone dann nur noch ganz nah an ein entsprechendes Lesegerät halten, den Bezahlvorgang autorisieren – und schon wird das Geld abgebucht. Das Ganze funktioniert mit der sogenannten NFC-Technik. Dabei handelt es sich um einen Übertragungsstandard zum kontaktlosen Datenaustausch.

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Zwei Möglichkeiten zum Bezahlen per App

Wer seinen Einkauf im Supermarkt oder die Ausbeute des Shopping-Trips mit dem Smartphone bezahlen will, hat derzeit zwei Möglichkeiten: Zum einen haben große Mobilfunkanbieter sowie Smartphone-Hersteller eigene Apps zum kontaktlosen Bezahlen mit dem Handy herausgebracht (zum Beispiel Vodafone Wallet, Postbank Finanzassistent), zum anderen gibt es Apps unabhängiger Anbieter wie boon oder Seqr. Insgesamt ist der Markt in Deutschland derzeit jedoch noch überschaubar.

Wie die Einkäufe mit dem Smartphone dann abgerechnet werden, ist unterschiedlich: Bei vielen Apps muss der Nutzer eine (bestimmte) Kreditkarte oder ein Bankkonto hinterlegen, von dem abgebucht wird. Es gibt aber auch Mobile-Payment-Apps, die mit einem Prepaid-Guthaben aufgeladen werden, das man dann per Smartphone ausgeben kann.

Wie sicher ist das Bezahlen per App?

Die Frage nach der Sicherheit liegt auf der Hand, denn immer wieder machen Sicherheitslücken und Trojaner von sich reden, von denen auch Smartphones betroffen sind. Allerdings ist die Technik hinter dem Mobile Payment recht ausgefeilt: Es gibt eine Hardware-Absicherung und eine Cloud-basierte Variante.

Moderne Smartphones tragen einen Chip mit Hardware-Verschlüsselung.

Die Hardware-Absicherung sieht so aus: Moderne Smartphones sind zum Teil bereits mit sogenannten „Secure Elements“ ausgestattet. Dabei handelt es sich um kleine Chips mit Hardware-Verschlüsselung, die auch in Kreditkarten als Schutz vor Datenklau integriert sind. Die so ausgestatteten Geräte verschlüsseln die Zahlungen mit dem Smartphone zuverlässig und dokumentieren ausgeführte Transaktionen eindeutig.

Beim sogenannten „Cloud Based Payment“ wiederum werden die Schlüssel, mit denen eine Transaktion autorisiert wird, nicht im Smartphone selbst, sondern in einer Cloud des Anbieters generiert. Die meisten Apps, die mit dieser Technik arbeiten, verlangen zusätzlich eine Autorisierung vom Nutzer – entweder eine PIN-Eingabe oder den Scan eines Fingerabdrucks.

Mobile Payment in Deutschland

Mobile Payment ist neben anderen bargeldlosen Bezahloptionen wie EC- und Kreditkarte sowie PayPal und ähnlichen Diensten der nächste Schritt in Richtung Abschaffung des Bargeldes – denn Bargeld ist unhygienisch und teuer: Ein- und Zwei-Cent-Münzen kosten zum Beispiel in der Herstellung mehr als ihren Nominalwert. Aber ist es wirklich erstrebenswert, ein Leben ohne Bargeld? Für viele Deutsche ist Bares ein Ausdruck von Freiheit und ein kleines Stück gelebter Datenschutz.

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Vielleicht ist genau das der Grund dafür, dass der Markt für Apps zum Bezahlen mit dem Smartphone in Deutschland noch so überschaubar ist. Während weltweit Mobile-Payment-Systeme wie Apple Pay, Samsung Pay oder LG Wallet auf dem Vormarsch sind, stehen deutschen Nutzern diese Optionen bisher nicht zur Verfügung. Das Gleiche gilt für Google Pay (Android Pay und Google Wallet zusammengeschlossen). Und auch der geplante WhatsApp-Bezahldienst wird zunächst nur in Indien getestet.

Die schwedische Zentralbank dagegen schmiedet schon Pläne für eine Krypto-Währung basierend auf der Schwedischen Krone und diskutiert die Abschaffung von Münzen und Scheinen. Die Diskussionen hierzu dürften spannend bleiben.

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