Technik

Bakterien im Weltall: Elon Musks Tesla ist eine Genbank

von Carola Franzke

SpaceX hat mit dem Tesla von Elon Musk terrestrische Bakterien auf die Reise in Richtung Mars geschickt – könnte das das Leben auf der Erde bewahren?

Der Tesla-Roadster fliegt durchs Weltall, im Hintergrund ist der Mond zu sehen. Am Steuer sitzt ein Astronaut im Raumanzug.
Ein Tesla im Weltall: Elon Musk hat mit seiner SpaceX-Rakete nicht nur ein Auto ins Weltall geschickt. Denn laut Experteneinschätzung schwirren jetzt unzählige Bakterien vom Elektroauto durch den Weltraum. Foto: SpaceX

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Elon Musk nicht nur den Tesla sondern auch Bakterien ins All geschickt hat
  • Die Gensammlung könnte das Leben auf der Erde bewahren
  • Oder sie könnte potenzielles Leben im Weltraum gefährden

Passagiere im Tesla-Roadster von Elon Musk

Als Elon Musk Anfang Februar 2018 den ersten Tesla-Roadster ins All geschickt hat, waren vermutlich mehr Passagiere an Bord als nur „Starman“. Mit diesem Tesla war Elon Musk vorher in Los Angeles unterwegs. Experten befürchten nun, dass mit dem Wagen eine nie dagewesene Menge an Bakterien von der Erde in den Weltraum geflogen ist.

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SpaceX-Mission fliegt am Mars vorbei

Die SpaceX Mission ist keine Mars-Mission im klassischen Sinn. Denn es ist nicht geplant, dass der Tesla auf dem roten Planeten landet oder gar aufprallt. Sonst hätte die Technik nach NASA-Richtlinien tatsächlich steril sein müssen.

Jay Melosh, Astronomie-Professor an der Purdue University in Indiana, kommentierte Musks Aktion so: „Selbst wenn der Wagen von außen bestrahlt worden ist, wäre der Motor immer noch schmutzig. Zudem werden Autos ja nicht sauber montiert – und selbst wenn, gibt es immer noch einen Riesenunterschied zwischen sauber und steril.“

Melosh räumt jedoch selbst ein, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass der Tesla auf den Mars stürzen könnte. Die SpaceX-Mission hat den Roadster und Spaceman statt dessen auf eine Umlaufbahn katapultiert. Diese schleudert ihn irgendwann zurück in Richtung Erde.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Tesla irgendwann sogar auf die Erde aufprallen wird. Bis dahin sind es aber noch ein paar Millionen Jahre. Und wer weiß, was bis dahin auf der Erde geschehen ist. Sollte sich die Menschheit ausgelöscht haben, könnte Spaceman mit seinem fliegenden Untersatz vielleicht sogar die Basis für neues Leben auf der Erde schaffen.

Schließlich lautet so eine der Theorien für die Ursprünge. Die Hypothese der Panspermie besagt, dass das Leben auf der Erde aus Mikroben entstanden ist, die auf der Oberfläche von Meteoriten angesiedelt waren.

Schutz für das Leben im Weltall

Die NASA hat strikte Richtlinien für den Schutz von potenziellem Leben im All. Zuständig dafür ist das Office for Planetary Protection, also das Amt für den Schutz der Planeten. Dessen Ziel ist eine verantwortungsvolle Erforschung des Sonnensystems. Dazu gehört auch die Verantwortung für eine sterile Ladung von Raketen und Spaceshuttles vor dem Launch.

Insbesondere bei Mars-Landemissionen wollen Wissenschaftler verhindern, dass wir den Planeten kontaminieren. Wie sollte man sonst feststellen, ob es Leben auf dem Mars oder anderswo im Weltall gibt? Umgekehrt gilt das übrigens auch, denn die Regeln der NASA sollen auch das Leben auf der Erde vor außerirdischen Bakterien schützen. Daher achten die Wissenschaftler auch bei Raumfahrzeugen, die von einer Mission zurückkehren, besonders auf mögliche Kontaminationen.

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