Technik

Autozulieferer Bosch: Angriff der künstlichen Intelligenz auf Google

von
Michael Penquitt

Bosch geht in die KI-Offensive: Das Traditionsunternehmen geht im Wettrennen um selbstfahrende Autos in Konfrontation mit einem der größten Global Player.

Blick auf die Firmenzentrale von Bosch
Die Firma Bosch ist ein wichtiger Teil der weltweiten Automobilindustrie. Künftig will das Unternehmen seine Bemühungen beim Thema künstliche Intelligenz ausbauen. Foto: picture alliance / dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Bosch jetzt schon eines der führenden KI-Unternehmen ist
  • Wie viel der Konzern in Künstliche Intelligenz investieren will
  • Was sich Bosch-Chef Denner davon verspricht

Die meisten Menschen kennen das Traditionsunternehmen Bosch aus dem Haushalt: Der Markenname findet sich auf so manchem Elektrowerkzeug und Haushaltsgerät. Zugleich ist Bosch der größte Autozulieferer der Welt. Letzteres ergänzt nicht etwa das direkte Konsumentengeschäft, sondern ist selbst Kerngeschäft des Konzerns.

Lesen Sie auch

Alternative Antriebstechnologien im Mittelpunkt

Nachhaltigkeit bei Audi

Alternative Antriebstechnologien im Mittelpunkt

Bosch-Chef Volker Denner hat am Dienstagabend vor Journalisten Zahlen des vergangenen Jahres präsentiert und einen Ausblick auf die Zukunft gegeben. Der Umsatz des Unternehmens stieg um 1,5 Prozent auf 77,9 Milliarden Euro, davon entfielen alleine 47 Milliarden auf die Autozulieferung Mobility Solutions.

Künstliche Intelligenz soll zum Steckenpferd werden

Logisch, dass Bosch gerade hier bemüht ist, seine Spitzenposition zu verteidigen und weiter auszubauen. Viel Hoffnung setzt das Unternehmen indes in die künstliche Intelligenz. „Bis Mitte der kommenden Dekade sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein", so Personalchef Christoph Kübel. Das gilt im Besonderen für die Teile, die es autonomen Autos ermöglichen, sich fahrerlos fortzubewegen.

Bis 2022 wird Bosch daher in Vorleistungen in Höhe von 4 Milliarden Euro gehen müssen, so der Plan. Dazu gehört unter anderem eine ganze Welle neuer Mitarbeiter aus der ganzen Welt: "Bis 2021 werden wir die Zahl der 1000 KI-Experten im Unternehmen vervierfachen“, kündigte Denner an.

Technik

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Bosch will Google die Stirn bieten

Damit wird Bosch der direkten Konkurrenz wohl weit enteilen. Der größte Mitbewerber Continental zählt bislang nur rund 400 KI-Fachleute zu seiner Belegschaft. Viel mehr orientiert sich Bosch bei dieser Offensive an einem anderen Technologiekonzern: Die zum Alphabet-Konzern gehörende Google-Schwester Waymo hat in den vergangenen Jahren den mit Abstand größten Fortschritt in Sachen Roboterautos verzeichnet.

Diesen Vorsprung gilt es jetzt aufzuholen. Bosch möchte sich als Pionier positionieren, schließlich steckten alle aktuellen Projekte rund um autonome Fahrzeuge noch in der Testphase. Denner ist überzeugt, dass es sich lohnt, mehr in diesem Bereich zu investieren: "Das fahrerlose Fahren wird zum Game Changer für die individuelle Mobilität. Es wird disruptive Geschäftsmodelle wie Robotaxis und Shuttle-Mobilität ermöglichen."

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen