Elektromobilität

Autos überrollen die Technikmesse CES in Las Vegas

von Dirk Kunde

Eigentlich geht es bei der CES in Las Vegas um Fernseher, Computer und Spielkonsolen, doch inzwischen schiebt sich das vernetzte Auto in den Fokus.

Ein Mann steht in einem 5G-Tunnel von Intel.
Tunnelblick: Auf der CES in Las Vegas wenden sich Chiphersteller (hier der 5G-Tunnel von Intel) immer stärker dem Auto zu. Foto: picture alliance / Jae C. Hong/A

Das erfahren Sie gleich:

  • Die CES in Las Vegas zeigt: Auto und IT wachsen zusammen,
  • Davon profitieren vor allem Chip-Hersteller wie Nvidia
  • Zulieferer wie Continental oder Bosch entdecken das Cockpit und Sprachsteuerung für sich

So wandelt sich die CES in Las Vegas

Las Vegas ist für zwei Dinge bekannt: Glücksspiel und – dank der Hangover-Filme – ungezügelte Partys. Doch jedes Jahr in den ersten Januar-Tagen, wenn die meisten noch den Silvester-Kater spüren, wird der Wüstenort in Nevada zur Pilgerstätte der Technik-Begeisterten. Für vier Tage bestimmt die Consumer Electronics Show (CES) im Convention Center sowie in etlichen Hotel-Sälen das Geschehen in der Stadt.

Weitergedacht

Nachhaltige Mobilität – wie geht das?

Mehr erfahren bei Audi

Weil es die erste große Technikmesse eines jeden Jahres ist, gibt es hier immer Neuheiten zu bestaunen: 1970 war es der Videorekorder, 1996 die DVD und 2015 der Ultra-HD-Fernseher. Inzwischen haben Autohersteller als auch Zulieferer die Messe für sich entdeckt und somit haben immer mehr Neuheiten Räder.

Sicherheit ist das wichtigste Merkmal eines selbstfahrenden Autos.

Organisator der CES ist die Consumer Electronics Association. Sie startete 1967 mit der Präsentation von Haushaltsgeräten in New York. Seit 1998 findet die Verbrauchermesse, zu der nur Fachbesucher zugelassen sind, in Las Vegas statt.

Das Thema „Automotive“ zieht sich inzwischen wie ein roter Faden durch mehrere Hallen im Convention Center. Auf einem Freigelände drehen autonom fahrende Fahrzeuge ihre Runden durch einen Parcours mit Hindernissen. Laut Veranstalter ist die Fläche für Automotive-Aussteller im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent gewachsen. Leistungsfähige Chips werden nicht nur in Fernsehern und Spielkonsolen benötigt, sondern auch in Autos. Schließlich übernehmen immer mehr Assistenzsysteme die Kontrolle. Lidar- und Radarsensoren, Kameras und Ultraschallempfänger liefern ein Abbild der Umgebung.

Nvidia macht das autonome Auto sicherer

Diese Daten müssen in kürzester Zeit verarbeitet und in Steuerbefehle umgesetzt werden. Kannte man Nvidia bislang vor allem als Lieferant für die Grafikkarte in seinem Computer, präsentiert das kalifornische Unternehmen auf der CES seine Plattform Nvidia Drive. Die Chiparchitektur mit künstlicher Intelligenz ermöglicht es Fahrzeugherstellern, ihre Autos und Lkws damit von selbst fahren zu lassen. „Sicherheit ist das wichtigste Merkmal eines selbstfahrenden Autos", sagt Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, „Es ist wichtig, dass es auch dann sicher funktioniert, wenn etwas schief läuft. Unsere Investition in diese Sicherheitsplattform ist eine der wichtigsten, die wir je gemacht haben.“

Entertainment im Auto

Doch wenn Fahrer weder Hände am Lenkrad noch Füße auf Pedalen haben, verändert sich das Nutzungsverhalten. Das Auto entwickelt sich zum zweiten Wohnzimmer, einige Aussteller sprechen von einer digitalen Lounge. Entertainmentsysteme mit Internetverbindung liefern Musik und Videos, Mails und Webseiten. Gesteuert werden die Cockpits von morgen per Gesten oder Sprache. Ein Hersteller kooperiert mit Amazons Alexa. So kann man während der Fahrt nicht nur klären, wie viele Einwohner die Stadt hat, an der man gerade vorbeifährt, sondern auch die Einkaufsliste zusammenstellen und direkt abschicken.

Continental entwirft das Cockpit von morgen

Auf der CES sind neben den Automarken auch etablierte Zulieferunternehmen vertreten. Denen ist längst klar, dass ein Elektro- oder Brennstoffzellenauto deutlich weniger Bauteile benötigt. Also konzentrieren sie sich auf den Innenraum. Continental präsentiert seine Vision eines zeitgemäßen Cockpits. Bosch führt eine Sprachsteuerung fürs Auto vor. Der britische Zulieferer Delphi hat sämtliche Zukunftstechnologien in seine Neugründung Aptiv ausgelagert. Die sind mit einem großen Stand im Convention Center vertreten. Die Fachbesucher lassen sich aber auch von Aptiv durch die Stadt chauffieren. Gemeinsam mit dem Uber-Wettbewerber Lyft rollen acht autonom fahrende Fahrzeuge durch die Glückspielmetropole. Da ist der vielbefahrende Las Vegas Boulevard die perfekte Teststrecke, denn Fußgänger haben beim Überqueren der Straße meist die glitzernden Glückspielpaläste im Blick.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen