Elektromobilität

Autonomes Fahren: Erste Angriffe auf selbstfahrende Autos

von
Carola Franzke

Autonomes Fahren macht die Straßen sicherer und den Verkehr entspannter. Doch in Kalifornien kam es bereits zu Attacken auf selbstfahrende Autos.

Ein Mann sitzt am Steuer seines Autos
Achtung, Mensch am Steuer! Bisher galt die Annahme: Mehr autonom fahrende Autos bedeutet weniger Aggression im Straßenverkehr. Foto: Shutterstock / guteksk7

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso autonomes Fahren nicht automatisch zu weniger Aggression im Straßenverkehr führt
  • Welche beiden Fälle von Angriffen auf autonom fahrende Autos sich in Kalifornien ereignet haben
  • Wie viele Probleme es mit selbstfahrenden Autos dort insgesamt gab

Aggression gegen autonomes Fahren bereitet Probleme

Der Gedanke ist bestechend: Selbstfahrende Autos halten sich immer an die Verkehrsregeln und regen sich nie auf – insofern müsste von der Logik her autonomes Fahren zu weniger Aggressionen im Straßenverkehr führen.

Vollelektrischer Fahrspaß

Jetzt für Audi e-tron News registrieren

Jetzt kostenlos anmelden

audi.de/DAT-Hinweis

Das in Verbindung mit der Elektromobilität klingt nach einer sauberen, entspannten Mobilität der Zukunft.

Die kalifornische Verkehrsbehörde hat dazu vermutlich eine andere Meinung. Denn in dem US-Bundesstaat sind die ersten beiden Angriffe auf autonome Autos verzeichnet, wie die Los Angeles Times berichtet.

Angriffe auf autonom fahrende Autos: Die ersten beiden Fälle

Fall 1: Fußgänger gegen selbstfahrendes Auto

Im Mission District in San Francisco warte ein autonom fahrendes Auto beim Abbiegen an einer Kreuzung und ließ einige Fußgänger passieren. Aus einer anderen Richtung kam ein Fußgänger trotz roter Ampel über die Straße gelaufen und attackierte das Fahrzeug mit vollem Körpereinsatz.

Im Bericht hieß es, der Mann habe gebrüllt, auf das Fahrzeug eingeschlagen und sich hinten links gegen Kotflügel und Stoßstange geworfen. Dabei wurde das Fahrzeug unter anderem an einem der Rücklichter leicht beschädigt.

Fall 2: Taxifahrer gegen selbstfahrendes Auto

Ebenfalls in San Francisco wurde ein anderes Fahrzeug wurde angegriffen, in diesem Fall von einem Taxifahrer. Das autonom fahrende Auto kam an einer Ampel hinter dem Taxi zum Stehen, als dessen Fahrer ausstieg und gegen die Beifahrerseite des autonom fahrenden Autos schlug. Dabei wurde die Scheibe zerkratzt.

Meldepflicht für Probleme mit dem autonomen Fahren

Beide Vorfälle wären bei normalen Fahrzeugen nicht schwerwiegend genug, um die Polizei zu rufen. Es gibt allerdings eine Meldepflicht für alle außergewöhnlichen Vorfälle und Unfälle, bei denen selbstfahrende Autos beteiligt sind.

Insgesamt wurden in Kalifornien bis zum März 2018 nur sechs Zwischenfälle mit autonom fahrenden Autos gemeldet; die anderen vier waren Kleinstunfälle ohne größere Schäden und vor allem ohne Verletzte.

Dreimal waren die Fahrzeuge dabei im autonomen Modus, dreimal im normalen Fahrmodus. Ein tödlicher Unfall wie mit dem selbstfahrenden Auto von Uber in Arizona blieb Kalifornien bisher erspart.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Ein Auto steht mit geöffneter Heckklappe und Warnblinklicht am Straßenrand. Im Vordergrund ist ein Warndreieck zu sehen.
Zweierlei Maß: Bei konventionellen Autos wäre eine Panne wie hier kein Thema. Beim autonomen Fahren müssen hingegen in Kalifornien alle Zwischenfälle an die Verkehrsbehörde gemeldet werden. Foto: Shutterstock/Sergey Mastepanov

In allen gemeldeten Fällen saß übrigens ein Mensch auf dem Fahrersitz, denn das war in Kalifornien bislang noch erforderlich. Ab April 2018 tritt ein neues Gesetz in Kraft, das auf den kalifornischen Straßen selbstfahrende Autos ohne menschlichen Fahrer erlaubt.

Wie bisher bleibt es aber Pflicht, jeden Zwischenfall mit einem selbstfahrenden Auto an die kalifornische Verkehrsbehörde zu melden. Da die Zahl an selbstfahrenden Autos insbesondere in Kalifornien weiter steigt, wird diese Meldepflicht noch wichtige und interessante Erkenntnisse für die weitere Entwicklung in Sachen Autonomie liefern.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen