Technik

Autonome Boote für die britische Marine sollen Minen unschädlich machen

von
Paul Bandelin

Autonome Boote könnten Minen unschädlich machen und den Ozean schützen: Bei der Royal Navy kommt eines mit u.a. Kameras, CTD-Rosetten und Sonar zum Einsatz.

Das autonome Boot C-Enduro von L3asv auf dem Meer.
Das autonome Boot C-Enduro soll einerseits Minen entschärfen – und andererseits die Meeresströmungen erforschen. Foto: L3asv

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb die Royal Navy in Zukunft ein autonomes Boot einsetzen will
  • Wie eine eingebaute CTD-Rosette auf dem Meer Daten erheben soll
  • Wie das C-Enduro in Zukunft ebenso für die Untersuchung von Meeresströmungen zum Einsatz kommen könnte

Bei der Kriegsmarine des Vereinigten Königreichs – die Royal Navy – ist eine absolute Neuheit vom Stapel gelaufen: Das C-Enduro. Im Rahmen des von der Royal Navy initiierten Programms Mine Countermeasures and Hydrographic Capability (MHC) entwickelte das britische Unternehmen L3 ASV das Wasserfahrzeug Enduro-C. Die beiden Besonderheiten: Es bewegt sich autonom fort und ist für Langzeiteinsätze auf dem Wasser konzipiert.

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Das 4,75 Meter lange und 2,2 Meter breite Wasserfahrzeug ist von oben bis unten mit modernster Technik ausgestattet – die es zur Sensorplattform macht. Die zwei Elektromotoren bringen das 910 Kilogramm schwere Boot auf eine Höchstgeschwindigkeit von 6,5 Knoten – was rund zwölf Kilometer pro Stunde entspricht. Gleich drei unterschiedliche Module sorgen für Strom an Bord. Neben einer 1,1 Kilowatt liefernden Solaranlage versorgen ein Dieselgenerator sowie ein dreiflügeliges Windrad das C-Enduro.

Das autonome Boot C-Enduro von L3asv auf dem Meer.
Mit Hilfe einer CTD-Rosette soll das autonome Boot im Meer Daten sammeln. Foto: L3asv

Autonomes Boot mit CTD-Rosette zur Datenerfassung

Die Sensoren zur Messung der jeweiligen Daten sind sowohl über als auch unter dem Wasser angebracht. Dazu gehören:

  • Kameras
  • Wettersensoren
  • Sonar
  • ein Echolot
  • Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungsmesser
  • eine CTD-Rosette, die mit Sensoren zur Ermittlung der Temperatur, Leitfähigkeit und des Wasserdrucks ausgestattet ist

Die Kommunikation mit der Außenwelt verläuft per Satellit oder Funk.

Das C-Enduro soll in Zukunft damit betraut werden, moderne High-Tech-Minen unschädlich zu machen. Zudem soll es kleinere Boote hinter sich herziehen können, um Minen zu täuschen, die nur auf einen bestimmten Bootstyp anspringen.

"Die verschiedenen Möglichkeiten, die das C-Enduro bietet, werden es der Marine ermöglichen, die Fähigkeit eines autonomem USV (Unbemanntes Wasserfahrzeug) zu testen und zu entwickeln, um wichtige hydrografische Daten effektiv zu sammeln," so Alex du Pre, Teamleiter für Verteidigungsanlagen beim Verteidigungsministerium.

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Aufgrund der Größe der Weltmeere ist die Erfassung der Daten allerdings mit großen Schwierigkeiten verbunden. Genau an diesem Punkt könnte das autonome Wasserfahrzeug eingesetzt werden – ebenso wie etwa die autonome Segeldrohne Saildrone.

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