Elektromobilität

Autonome Züge und Cloud-Industrie: Mobilitätskonzept auf Schienen

von
Carola Franzke

Innovation in Sachen Mobilität „Made in Germany“: Siemens setzt auf die Cloud-Industrie und autonome Züge als Mobilitätskonzept der Zukunft.

Eine S-Bahn in Berlin.
Auch S-Bahnen könnten künftig autonom fahren. Foto: Shutterstock / Sofia Iartseva

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Mobilitätskonzept mit autonomen Zügen aussieht
  • Warum dabei eine Industrie-Cloud für das Datenmanagement zum Einsatz kommt
  • Wie autonome Züge sich selbst überwachen können

Autonome Züge, die elektrisch oder mit Wasserstoffbrennzellen fahren, selbständig Stoßzeiten abfangen und Reparaturen veranlassen. Auf der Berliner Transportmesse InnoTrans will Siemens im Herbst 2018 ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept für den Schienenverkehr vorstellen.

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Konventionelle Stellwerke und tausende Kilometer an Kabeln könnten verschwinden, wenn die Daten zur Steuerung in die Cloud liegen. Autonome Züge sollen dann anhand von Erfahrungswerten und Fahrkartenverkäufen mit Zusatzwagen oder ganzen Zusatzzügen reagieren, um die Fahrgäste pünktlich und bequem zu ihrem Ziel zu bringen.

Mobilitätskonzept mit autonomen Zügen

Idealerweise stehen dort – gesteuert über die Cloud – bereits Taxis, Busse und Nahverkehrszüge, damit die Passagiere ihren Weg fortsetzen können: mit freier Fahrt dank der ebenfalls über die Cloud gesteuerten Ampelanlagen.

Bahnhöfe sind wichtige Knotenpunkte: Der Übergang zwischen verschiedenen Transportsystemen muss nahtlos, bequem und zeitsparend sein.

Michael Peter, CEO Division Mobility

Industrie-Cloud für Datenmanagement

Das klingt ein wenig nach Science Fiction-Fantasie, doch so weit hergeholt ist das nicht. Der deutsche Elektronikriese Siemens setzt bei dem Konzept auf die eigene Industrie-Cloud. Mit dem hauseigenen Standard Mindsphere sind die Voraussetzungen für eine solche Vernetzung bereits geschaffen. Dank der Initiative des Konzerns unterstützen und nutzen inzwischen 19 Industrieunternehmen die Mindsphere.

Eine Doppelspitze führt Siemens’ Division Mobility, die für das Mobilitätskonzept verantwortlich ist. Sabrina Soussan und Michael Peter (beide CEO) haben beide viel Erfahrung mit Zügen und ihrer Automatisierung, von Hochgeschwindigkeit bis Nahverkehr. Ihre Vision vom „Superzug für die Welt“ mit dem Stellwerk in der Cloud soll das Bahnfahren sicherer, effizienter und zuverlässiger machen.

Unsere Lösungen werden das Verkehrsmittel Bahn noch effizienter, sicherer und zuverlässiger machen.

Michael Peter, CEO Division Mobility

Die Pläne passen zum Zukunftsbündnis Schiene, das die Bundesregierung am 5. Juni 2018 präsentierte. Neben einer besseren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und einer Erhöhung der Kapazitäten steht hier auch die Digitalisierung im Zentrum: "Digitalisierung, Automatisierung und Innovationen vorantreiben - für modernere Angebote. Autonomes Fahren auf der Schiene, Elektromobilität (z.B. Brennstoffzellentechnik)", heißt es in einer Pressemeldung des BMVI.

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Autonome Züge überwachen sich selbst

Die Verfügbarkeit der Züge soll bei 100 Prozent liegen. Dazu tragen die autonomen Züge selbst bei. Denn anhand von Sensoren und intelligenten Algorithmen sollen sie erkennen, wenn Unregelmäßigkeiten und Abweichungen vom Sollzustand des Zuges auftreten. Dann kann der Zug selbständig Wartungs- oder Reparaturarbeiten veranlassen.

Auch hier spielt die Industrie-Cloud mit dem Betriebssystem Mindsphere eine Rolle: Sie vernetzt Systemkomponenten der Zugelektronik miteinander und ermöglicht Datenmanagement und -analyse durch künstliche Intelligenz. Das System wird dann in der Lage sein, aus den eigenen Fehlern zu lernen und mit der Zeit Defekte zu verhindern, anstatt sie selbst zu reparieren.

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