Elektromobilität

Autonome Lkw sollen Baustellen an Straßen sicherer machen

von Paul Bandelin

In den USA sollen autonome Lkw für mehr Sicherheit als Rammschutz an mobilen Baustellen zum Einsatz kommen. Deutschland hat ganz ähnliche Pläne.

Spuren von Lkw auf einem Erdboden.
Auf Baustellen herrscht oft reger Verkehr – vor dem sollen autonome Lkw die Bauarbeiter künftig schützen. Foto: Shutterstock / momopixs

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie autonome Lkw Straßenarbeiter schützen sollen
  • Wie die Baustellen mit rollenden Absperrungen funktionieren könnte
  • Wie ein ähnliches Projekt aus Deutschland ebenso für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen soll

Autonome Lkw sollen Straßenarbeiter schützen

Baustellen können gefährlich sein. Vor allem für die dort beschäftigten Arbeiter werden sie immer wieder zur Todesfalle. Autonome Lkw sollen jetzt für Schutz sorgen, indem sie als Rammschutz fungieren.

Baustellenarbeiter, die Verkehrsleitkegel aufstellen oder Straßenmarkierung anbringen, leben gefährlich. Oftmals krachen unaufmerksame Autofahrer in die Baustellen und verletzten die Arbeiter – auch Todesfälle sind nicht unüblich. Das auf Technologie und Sicherheitsstrategien spezialisierte US-amerikanische Unternehmen Kratos hat ein System entwickelt, um derartige Katastrophen in Zukunft zu verhindern.

Einem von Menschen gesteuerten Lkw soll ein autonomes Rammschutzfahrzeug folgen. Erste Tests in den USA und Großbritannien verliefen bislang vielversprechend. Im Zuge des autonomen Fahrens ließe sich so auch die Elektromobilität bei Baustellenfahrzeugen integrieren.

Baustelle mit rollenden Absperrungen

Für 150.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 125.000 Euro) pro Lkw bietet Kratos die Umrüstung an. Ursprünglich hatten die Amerikaner das M-Pak genannte System für militärische Zwecke entwickelt. Dabei sollte das Leitfahrzeug vorausfahren und permanent seine aktuelle Position an die nachfolgenden Fahrzeuge funken.

Diese fahren in der virtuellen Spur dann möglichst exakt hinterher. Kommt es zu einer Unterbrechung des Kontaktes, bleibt das Nachfolgefahrzeug stehen. Ebenso verhält es sich, wenn die installierte Kamera ein Hindernis entdeckt, wie beispielsweise ein Auto, das sich in den Konvoi gedrängt hat.

Zwischen 10 und 25 km/h beträgt das Fahrtempo. Um höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, hat Kratos die Seiten des Rammschutzfahrzeuges mit Notbremsknöpfen ausgestattet. So kann die rollende Baustellen-Absperrung jederzeit manuell angehalten werden.

In den bisherigen Tests erwies sich das System als äußerst zuverlässig. Lediglich in den Kurven überschritt das Folgefahrzeug die Abweichung von sonst maximal zehn Zentimetern. Für Verkehrsräume mit viel Spielraum ist das M-Pak somit derzeit noch besser geeignet als für Straßen in zugebauten Innenstädten.

Besonders in den USA sind autonome Fahrzeuge – und deren Erprobung im öffentlichen Raum – sehr weit fortgeschritten. Das zeigt auch die Fahrerlaubnis für Selbstfahrer in Kalifornien. Aber auch hierzulande wächst die Bereitschaft für autonome Untersätze.

Sicherheit im Verkehr hat auch in Deutschland Priorität

In Hessen wurde ein ähnliches Projekt bereits im August 2014 begonnen. Das auf vier Jahre ausgelegte Unterfangen trägt den Titel „aFAS“ (sehr kurz für: „automatisch und fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug in Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen“) und ist ein Zusammenschluss von acht Partnern aus Industrie, Wirtschaft und Forschung. Auch hier sichert ein voll automatisiertes Fahrzeug mobile Baustellen auf dem Seitenstreifen gegen den fließenden Verkehr ab.

aFAS-Konzeptzeichnung eines autonomen Lkw auf der Autobahn.
Ein Fahrzeug fährt voran, das Absperr-Fahrzeug folgt – so zeigt es die Konzeptzeichnung des Projekts aFAS. Foto: aFAS

Mit insgesamt 3,4 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt, bei dem die technische Machbarkeit komplett automatisierter Fahrzeuge an beweglichen Baustellen getestet wird.

Das Vorhaben stellt die involvierten Parteien vor große Herausforderungen. So muss die funktionale Sicherheit des Fahrzeugs ebenso gewährleistet sein, wie die Qualität der Fahrzeugtechnik. Damit „aFAS“ nicht selbst zum Unsicherheitsfaktor wird, haben Sensorik, Lenk- und Bremssystem sowie die Umfeldwahrnehmung strenge Sicherheitsauflagen zu erfüllen.

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Experten gehen davon aus, durch „aFAS“ eine Vielzahl relevanter Erkenntnisse zur Sicherheit auf beweglichen Baustellen zu erlangen. Die ersten Ergebnisse werden im Sommer 2018 erwartet, wenn die vierjährige Testphase abgeschlossen ist.

Wie Künstliche Intelligenz, Drohnen und autonome Fahrzeuge Großbaustellen optimieren sollen, das lesen Sie ebenfalls bei aio.

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