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Autonome Autos von Uber: Wie sicher sind sie wirklich?

von Leonie Butz

Autos auf einer Straße im Wald
Ob auf den Straßen viel oder wenig los ist – autonome Autos sind noch nicht bereit. Trotzdem will Uber in 18 Monaten auf die Straße. Foto: Unsplash/ Tulen Travel

Das erfahren Sie gleich:

  • Uber will ab Sommer 2019 selbstfahrende Autos auf die Straße bringen – zumindest in abgespeckter Version
  • Bisher ist die Technik aber noch lange nicht reif für die Straße
  • Unfälle und Zusammenstöße lassen Fragen der Schuld bisher unbeantwortet

Autonome Autos ohne Fahrer bereits im Sommer 2019? Die Ziele von Uber sind ohnehin schon ambitioniert. Der erste tödliche Unfall weckt weitere Zweifel.

Uber bringt autonome Autos auf die Straße

Uber hat angekündigt, bereits im Sommer 2019 die ersten autonomen Autos auf die Straße lassen zu wollen. Aber was bedeutet das für den Straßenverkehr? Wird er dadurch sicherer? Oder unsicherer?

Nach dem schweren Unfall im März 2018, bei dem ein autonomes Auto von Uber in Tempe (Arizona) eine Frau tödlich verletzte, nimmt die Diskussion jedenfalls zu. In diesem Fall war noch ein Fahrer an Bord, der im Notfall eingreifen sollte – doch auch er konnte den Unfall nicht mehr verhindern. Uber hat sein Testprogramm nach dem Unfall vorübergehend gestoppt.

Fakt ist, dass mit mehr Assistenzsystemen das Fahren an sich sicherer wird. Fakt ist bisher aber auch, dass autonome Autos mit den komplexen Straßenverhältnissen auf echten Straßen noch stark überfordert sind. Denn Menschen im Straßenverkehr machen Fehler, nehmen anderen die Vorfahrt oder überholen unüberlegt. Neben allen anderen Abläufen müssen Sensoren und Kameras auch diese kaum vorhersehbaren Hindernisse meistern.

Die Beteiligten an dem Unfall beschuldigen sich nun gegenseitig.

Wie eine solche unvorhergesehene Situation aussehen kann, das zeigte sich jüngst bei einem Fall in San Francisco. Hier stießen ein Motorradfahrer und ein selbstfahrendes Auto im dichten Straßenverkehr zusammen. Dazu kam es, weil das Auto auf die äußere linke Spur wechseln wollte, dann aber doch zurück auf die mittlere Spur fuhr.

Dort befand sich mittlerweile der Motorradfahrer, den das Auto übersehen hatte. Die Beteiligten beschuldigen sich nun gegenseitig: Das Motorrad sei zu früh vorgefahren, so der Hersteller des selbstfahrenden Autos. Die Spur sei frei gewesen, heißt es vom Motorradfahrer.

Glücklicherweise ereignete sich der Unfall bei geringen Geschwindigkeiten – trotzdem ist hier noch keine endgültige Entscheidung gefällt. Der Motorradfahrer will jetzt den Konzern verklagen.

Autopilot: Kleiner Bruder des Selbstfahrers

Und auch beim kleinen Bruder des autonomen Autos – dem Autopiloten – passieren noch immer einige Unfälle. So raste etwa im Januar 2018 ein Tesla mit Autopilot in ein geparktes Feuerwehrauto. Mit 100 km/h rammte der Wagen das Feuerwehrauto, das auf der Standspur parkte.

Tesla wies die Schuldvorwürfe zurück, man weise die Fahrer ausdrücklich darauf hin, dass sie auch mit Autopilot immer zum Eingreifen in der Lage sein müssen. Der Autopilot ist eben nur ein Assistent, kein autonomes Auto.

Und auch Uber räumte bereits vor dem Unfall ein, dass man zwar bald die ersten autonomen Autos ohne Fahrer auf die Straßen bringen wolle. Dass diese aber nur auf vordefinierten Routen Passagiere kutschieren sollen. Bis sie sich frei in den Städten bewegen, so Uber, werde es noch einige Jahre dauern.

Man bräuchte dafür 3D-Straßenkarten, da Sensoren so teuer seien, so Uber-CEO Dara Khosrowshahi beim Weltwirtschaftsgipfel. Bis die autonomen Uber-Autos also wirklich auf alle Straßen kommen, dauert es dann doch noch ein paar Jahre.

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