Elektromobilität

Autonome Autos: Uber wagt nach Unfall neuen Versuch

von Carsten Fischer

Vier Monate nach dem tödlichen Unfall in Arizona bringt Uber seine autonomen Autos wieder auf die Straße – jedoch in anderer Form.

Autobahnkreuz aus der Luft fotografiert.
Damit die autonomen Autos von Uber bald wieder vollautonom fahren, sammelt der Fahrdienstvermittler derzeit Daten und Kartenmaterial. Foto: Shutterstock / Alex Popov

Das erfahren Sie gleich:

  • Unter welchen Sicherheitsvorkehrungen Uber autonome Autos wieder fahren lässt
  • Wie der Fahrdienstanbieter seine Fahrzeuge sicherer machen will
  • Warum autonome Lkw vorerst keine Rolle mehr für Uber spielen

Der 19. März 2018 dürfte als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem zum ersten Mal ein Mensch bei einem Unfall mit einem autonom fahrenden Auto tödlich verunglückte.

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Nach der Katastrophe hatte der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Uber seine Testfahrten bis auf Weiteres gestoppt. Jetzt nimmt er sie, nach vier Monaten, wieder auf – allerdings in abgewandelter Form.

Nach anfangs wilden Spekulationen seitens der Presse zur Unfallursache stellte sich heraus, dass weder das Notbremssystem noch andere Sicherheitssysteme aktiviert waren. Daraufhin hatte der Gouverneur Arizonas, Doug Ducey, Uber die Genehmigung für Testfahrten autonomer Autos vorübergehend entzogen.

Nichtsdestotrotz forscht das Unternehmen weiter intensiv an dem Selbstfahrprogramm. Bei dem neuen Versuch geht es unter anderem auch darum, Fahrdaten und Kartenmaterial für die unternehmenseigenen Datenbanken zu sammeln.

Cockpitperspektive aus einem Auto auf eine wenig befahrene, vierspurige Straße.
Das Verkehrsgeschehen außerhalb der Städte ist für autonome Fahrzeuge leichter zu bewältigen als innerorts. Foto: Shutterstock / LittleKnipser

Uber erhöht Sicherheit für autonome Autos

Seit Mitte Juli 2018 bewegen sich die modifizierten Volvo XC 90 von Uber wieder über die Straßen. Diesmal allerdings in Pittsburgh, Pennsylvania und nicht komplett autonom. Ein Fahrer sitzt hinter dem Steuer und überwacht die Tests. Wie lange der Fahrdienst auf den autonomen Modus verzichten wird, steht noch nicht fest.

Eric Meyhofer, Leiter der Advanced Technologies Group von Uber, sagt dazu: "Wir bei Uber glauben, dass Technik den Transport effizienter, zugänglicher und sicherer als je zuvor machen kann. Mit der Technik für autonomes Fahren können diese Vorteile für unsere Kunden alltäglich werden. Aber das wird nicht von heute auf morgen geschehen. Die beste Selbstfahrer-Technik zu entwickeln kostet Zeit – und Sicherheit hat bei jedem Schritt oberste Priorität."

Um in Zukunft Fehlern und Unfällen vorzubeugen, rüstet Uber seine Roboterautos zudem mit einem speziellen Alarmsystem aus. Ist der Fahrer abgelenkt und achtet nicht auf die Straße, wird dieser ausgelöst.

Bei dem tödlichen Unfall im März war die Fahrerin durch ihr Smartphone abgelenkt und konnte deshalb im entscheidenden Moment nicht mehr schnell genug reagieren.

Als weitere Sicherheitsmaßnahme denkt Uber parallel zu dem Alarmsystem über ein permanent eingeschaltetes Notbremssystem nach.

Autonome Lkw werden aus dem Verkehr gezogen

Trotz des Todesfalls im März und den damit verbundenen Negativschlagzeilen forscht Uber also weiter an selbstfahrenden Autos. Ein anderer Zweig des autonomen Verkehrs der Zukunft findet hingegen keine weitere Beachtung bei dem Dienstleister aus San Francisco: autonome Lkw.

Während andere Großkonzerne wie Google, MAN oder Tesla an der Entwicklung selbstfahrender Lkw feilen, stellt Uber sein Projekt ein.

2016 von dem kalifornischen Startup Otto, das jetzt unter dem Namen Uber ATG (Advanced Technologies Group) bekannt ist, übernommen, wurde im Laufe der Zeit durch die Unterstützung von Verkehrsexperten klar, dass Lkw weitaus einfacher zu autonomisieren sind als Pkw.

Der Verkehr in der Stadt ist schlichtweg schwieriger zu kontrollieren und vorherzusehen, während der Lkw auf der Autobahn vergleichsweise wenigen Herausforderungen gegenübersteht.

Trotzdem wollen die Kalifornier ihre Kapazitäten vorrangig in die Entwicklung autonomer Autos stecken. Das Angebot "Uber Freight", das Lastwagenfahrer mit Fracht vermittelt, soll allerdings nicht vor dem Aus stehen.

Updates

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Darüber hinaus engagiert sich Uber noch in weiteren Bereich der Elektromobilität. Neben autonomen Flugtaxis, die der Fahrdienstleister unter anderem in Paris entwickelt, gehört seit einigen Monaten auch Bike-Sharing zum Geschäftsmodell. Mit der Akquise von Jump Bikes will sich Uber auch auf dem europäischen Markt abseits von Shuttle-Service einen Namen machen.

Die elektrischen Leihräder sind ab Spätsommer zunächst in Berlin unterwegs, sollen aber nach und nach auch durch weitere Städte rollen. Gleiches gilt für Uber Green. Der Fahrdienst bietet Fahrten mit Chauffeur an, setzt dabei allerdings ausschließlich auf Elektro-Autos.

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