Elektromobilität

Autonomes Fahren – in fünf Stufen zur völligen Freiheit

von Jens Lehmann

Den Weg zum komplett autonom fahrenden Auto haben die Hersteller in fünf Stufen unterteilt. Aber was bedeuten diese Stufen denn eigentlich konkret für den Fahrer?

Autonom fahrende Autos – die neue Freiheit in fünf Stufen
Ganz flexibel: Auf der höchsten Stufe des autonomen Fahrens kann sich der Insasse vom Verkehrsgeschehen abwenden – und beispielsweise arbeiten. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Was bedeutet eigentlich autonomes Fahren?
  • Die fünf Stufen des autonomen Fahrens: Welche Entwicklungsstufen bringen welche Freiheiten?
  • Essen, schlafen, Filme gucken – ab welcher Stufe das alles machbar ist

Was bedeutet eigentlich autonomes Fahren?

Einsteigen, Ziel ansagen, chauffieren lassen: So einfach und bequem wird die mobile Zukunft mit autonom fahrenden Autos. Noch ist es zwar nicht ganz so weit, aber die Bordtechnik wird immer schlauer und nimmt uns schrittweise das Steuer aus den Händen.

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Der Fahrer muss immer weniger selbst erledigen, die Technik bringt neben mehr Komfort und Sicherheit vor allem Zeit. Experten sprechen von der "Extra Hour", die das autonom fahrende Auto seinen Besitzern schenkt – Basis für diese Entwicklungen sind vor allem die Fortschritte im Bereich der Elektromobilität.

Doch was geht alles am Steuer, welche Freiheiten bringt das autonome Fahrzeug? Kommt drauf an. Und zwar darauf, was der Wagen schon so alles selbstständig erledigt.

Die fünf Stufen des autonomen Fahrens: Welche Entwicklungsstufen bringen welche Freiheiten?

Die Fahrzeughersteller haben den Weg zum autonom fahrenden Auto in fünf Stufen unterteilt. aio sagt Ihnen, welche neue Freiheit jede Stufe mit sich bringt.

Gewundene Straße in der Natur
Straße in die Zukunft: Der Weg zum komplett autonom fahrenden Auto führt über fünf Stufen. Foto: istock.com/franckreporter

Stufe 1: Der Fahrer muss noch voll ran

Autonome Fahrzeuge der Entwicklungsstufe 1 kennen wir alle, sie rollen längst auf den Straßen. Diese Assistenzsysteme zählen dazu:

  • Tempomat
  • Einparkhilfe
  • Abstandshalter

Alles sehr angenehm für den Fahrer, doch eine echte Ruhepause ist nur auf dem Rastplatz drin. Denn Assistenzsysteme sind Helfer, aber kein Ersatz für den Fahrer.

Stufe 2: Im Stau die Sonnenbrille putzen

Entwicklungsstufe 2 ist da schon spannender. Hier geht es um teilautomatisiertes Fahren. Das können heute schon einige höherklassige Wagen:

  • In übersichtlichen Situationen auf der Autobahn rollen sie selbstständig geradeaus, halten die Spur und den Abstand zum Vordermann
  • Im Stau kann das System sogar komplett übernehmen, der Fahrer wird für kurze Zeit zum Zuschauer.

Das bedeutet weniger Stress und reicht locker, um mal schnell die Hände vom Steuer zu nehmen und beidhändig die Sonnenbrille zu putzen oder in Ruhe die Wasserflasche aufzudrehen.

Aber: Wer am Steuer sitzt, muss den Verkehr weiter gut im Auge behalten, um jederzeit wieder die Steuerung für das autonom fahrende Auto übernehmen zu können.

Stau auf mehrspuriger Straße
Hier übernimmt der Computer: Auf Stufe 2 kann das autonome Auto bereits im Stau die Steuerung komplett übernehmen. Foto: istock.com/Kichigin

Stufe 3: Burger essen während der Fahrt

Richtig interessant wird’s ab Entwicklungsstufe 3, dem hochautomatisierten Fahren. Aus zwei Gründen:

  • Die Hersteller arbeiten gerade an genau diesem Entwicklungsschritt
  • Die Technik bringt dem Fahrer einen Hauch von Freiheit am Steuer, selbst wenn das Fahrzeug mit Tempo 130 unterwegs ist

Aber was genau kann das autonome Auto ab Stufe 3? Viele routinierte Aktionen kann das Auto ab dieser Stufe bereits alleine ausführen:

  • Das Auto kann ausweichen und überholen inklusive Spurwechsel
  • Mit Bordkameras und Sensoren scannt das Auto eigenständig die Umgebung, erkennt andere Autos und Hindernisse
  • Ein Rechner verarbeitet die gesammelten Daten und steuert autonom das Fahrzeug

Das reicht immerhin schon, um während der Fahrt einen Burger zu essen oder Sushi mit Stäbchen aus der Pappbox zu angeln. Alles kein Problem – wenn der Fahrer dabei weiter den Verkehr im Blick behält. Er muss in der Lage sein einzugreifen, sobald das autonom fahrende Auto menschliche Hilfe einfordert.

Rechtliche und technische Probleme ab Stufe 3

Den großen technischen Sprung auf Stufe 3 erwarten Experten in spätestens fünf Jahren. Doch wirft das autonome Fahren Probleme auf, technische wie rechtliche:

  • Das autonome Fahrzeug muss das richtige Verhalten in allen denkbaren Situationen mühsam erlernen
  • Von Hand gelenkte Fahrzeuge werden noch Jahre parallel zu autonomen Fahrzeugen unterwegs sein. Doch menschliche Fahrer sind für die Technik nur schwer berechenbar
  • Die Haftung bei Unfällen ist noch nicht klar geregelt. Tragen Fahrzeughalter oder -hersteller die Verantwortung für einen Crash?
  • Datensicherheit: Welche Systeme verhindern, dass Dritte auf das Auto zugreifen und es kapern können?

Stufe 4: Nie mehr einen Parkplatz suchen!

Mit dem vollautomatischen Fahren in Stufe 4 ändert sich schließlich alles an Bord.

  • Das autonome Fahrzeug übernimmt auch auf der Landstraße und in der City komplett die Kontrolle
  • Das Auto stoppt an der roten Ampel oder sucht sich einen Parkplatz – alles selbstständig
  • Der Fahrer wird sozusagen "überflüssig" – muss auch nicht mehr im Notfall eingreifen

Die Technik macht uns alle zu Beifahrern, die Reisezeit wird zur Freizeit. Pendler können das Frühstück morgens an Bord auf dem Weg zur Arbeit essen. Sie können eine Präsentation am Notebook vorbereiten, Nachrichten auf dem Tablet lesen, telefonieren, skypen – oder etwas Schlaf nachholen.

Nie mehr einen Parkplatz suchen
Nie mehr einen Parkplatz suchen: In Stufe 4 kümmert sich das Auto völlig selbständig darum Foto: Unsplash/milot

Stufe 5: Die komplette Freiheit

Entwicklungsstufe 5 des autonom fahrenden Autos ist nur noch Formsache:

  • Die autonomen Fahrzeuge sind komplett allein auf Achse und haben kein Lenkrad oder Pedale
  • Sie lassen sich per Smartphone wie ein Taxi rufen und befördern Einsteiger selbstständig ans Ziel

Ab dieser Stufe können Passagiere alles tun und lassen, wozu sie gerade Lust haben. Die fünfte Stufe bietet komplette Freizeit im Auto.

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Vollkommen autonom – noch vor 2030?

Das autonom fahrende Auto wandelt die Fahrzeit in Freizeit um, und zwar zu 100 Prozent. Das alles ist keine Science Fiction – in weniger als zehn Jahren könnte es so weit sein.

Auf dem Weg muss die Technik aber noch einige Hürden überwinden. Um das Auto auf den realen Betrieb vorzubereiten, müssen autonome Autos etwa in die praktische Fahrprüfung.

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