Elektromobilität

Automobilbarometer 2019: Skepsis gegenüber E-Autos bleibt

von
Thomas Pitscheneder

Noch immer halten viele Deutsche vom Umstieg auf ein Elektroauto wenig. Die Gründe dafür ermittelte Consors Finanz in der Studie "Automobilbarometer 2019".

Blick auf eine kaum befahrene Autobahn
Lange Strecken auf der Autobahn mit einem Elektroauto zurücklegen zu müssen, scheint die Deutschen noch zu verängstigen. Foto: Getty Images/EyeEm

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Reichweitenangst ein großes Problem ist
  • Wie eine bessere Infrastruktur helfen könnte
  • Welche Gründe für die Deutschen noch gegen ein Elektroauto sprechen

Um den aktuellen Stand der Automobilität und deren mögliche Zukunft zu ermitteln, braucht es einen genaueren Blick auf den Verbraucher. Der Markt lebt schließlich von der Nachfrage – und somit von der Meinung der Kunden. Beim Thema Elektromobilität geht diese weit auseinander. Das zeigt sich im weltweiten Vergleich, aber auch innerhalb Deutschlands.

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Das Automobilbarometer 2019 von Consors Finanz bestätigt, dass die Deutschen den Elektroautos weiterhin skeptisch begegnen. Befragt hatte das Unternehmen insgesamt mehr als 10.600 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in 16 Ländern rund um die Welt.

Reichweitenangst bleibt ein großes Thema

Moderne Dieselmotoren schaffen gut und gerne rund 1000 Kilometer und mehr mit einer Tankfüllung. Auch so mancher Benziner kratzt heute schon an dieser Marke. Bei Elektroautos sieht das noch anders aus. Fahrzeuge mit großem Akku kommen maximal 400 bis 500 Kilometer weit. Ein großer Teil der Stromer schafft sogar nur zwischen 200 und 300 Kilometer.

Das hält offenbar viele Autofahrer noch vom Kauf eines Elektroautos ab. Laut dem Automobilbarometer 2019 ist die begrenzte Reichweite für 42 Prozent der Befragten aus aller Welt ein Hinderungsgrund. Die Deutschen sehen sie hingegen noch viel kritischer: 69 Prozent wollen deshalb kein batterieelektrisches Fahrzeug.

Gleichzeitig gaben 38 Prozent der Bundesbürger an, erst bei Reichweiten von mindestens 500 Kilometern einen Kauf in Erwägung zu ziehen. International sind es 25 Prozent. Kurios dabei ist, dass die Deutschen im Schnitt nur acht Fahrten mit mehr als 400 Kilometern pro Jahr zurücklegen – weniger als im internationalen Vergleich (zehn Fahrten). Vielmehr sind ihre täglichen Wege mit dem Auto nur durchschnittlich 43 Kilometer lang.

Infografik zur Reichweitenangst der Deutschen
Die Reichweitenangst ist bei den Deutschen deutlich höher, als im internationalen Vergleich. Dabei fahren sie im Schnitt kaum lange Strecken. Foto: obs/Consors Finanz

Bessere Infrastruktur könnte helfen

"Die Reichweitenangst ist auch deshalb so groß, weil die Ladeinfrastruktur die Verbraucher nicht überzeugt", so Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services bei Consors Finanz. Das zeigen die Ergebnisse der Studie deutlich. 81 Prozent der Deutschen finden, dass es zu wenige öffentliche Ladestationen gibt.

Bei der Lösung dieses Problems sind Privatunternehmen und der Staat gefragt. "Sobald nur eine einzige Schnellladesäule in erfahrbarer Weite vorhanden ist, sinkt auch drastisch die Reichweitenangst", sagt Christian Carbon, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Tatsächlich sind in erster Linie Punkte zum Schnellladen gefragt. Denn auch das bestätigt die Studie: 50 Prozent der Deutschen glauben, dass die Ladezeiten von Elektroautos schlicht zu lange sind.

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Elektroautos zu teuer und unzuverlässig?

Abgesehen von der Reichweitenangst beim möglichen Besitz eines Elektroautos, haben die Deutschen schon vorher mit einem großen Problem zu kämpfen. So ist 70 Prozent das Elektroauto noch zu teuer. Rund 55 Prozent hätten deshalb gerne eine höhere staatliche Förderung. Die zu erwartenden sinkenden Preise in den kommenden Jahren dürften diesen Punkt zusätzlich ausräumen.

Obwohl es immer wieder Berichte zur einfacheren Wartung von Elektroautos gibt, fürchten Autofahrer hierzulande, mit einem Stromer liegenzubleiben. Nur 45 Prozent halten das Elektroauto für zuverlässig. In Norwegen sind die Fahrzeuge bereits weiter verbreitet, was sich positiv auf die Meinung auswirkt. Hier denken 57 Prozent, dass ein Stromer zuverlässig ist und nicht mit Ausfällen zu kämpfen hat.

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