Technik

Automatisches Entladesystem für die österreichische Post

von Paul Bandelin

Der Online-Handel stellt die Logistikbranche vor eine große Herausforderung. Ein automatisches Entladesystem soll wichtige Zeit sparen.

Rote Sackkarre vor gelbem Hintergrund.
Das Start-up PHS will mit dem System Rapid Unloader einen Teil der Logistikbranche automatisieren. Foto: Shutterstock/kurhan

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die österreichische Post Unterstützung von einem Start-up aus Graz bekommt
  • Welche Vorteile das Entladesystem Rapid Unload hat
  • Wie Lastenräder und Straßenbahnen bei der Auslieferung von Paketen helfen

In Zeiten von Amazon und anderen Onlineshopping-Anbietern wächst der Paketmarkt gefühlt stündlich. Allein 2017 waren in Deutschland 3,16 Milliarden Sendungen unterwegs, wovon vier Fünftel Pakete waren. Auch die Österreichische Post hat ein rasantes Wachstum zu verzeichnen – 15 Prozent waren es im vergangenen Kalenderjahr.

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Die Zukunft der Logistikbranche

Das Start-up PHS Logistiktechnik aus dem österreichischen Graz hat mit dem Rapid Unloader ein automatisches Entladesystem vorgestellt, das in Zukunft Zeit und Geld sparen soll. Der Markteintritt ist für 2019 forciert.

Mit dem Entladesystem kann das nicht zerbrechliche, nicht überschwere, lose Paketspektrum, das auch maschinell verarbeitet werden darf, automatisch ausgeladen werden.

PHS-Mitbegründer Andreas Wolfschluckner im Gespräch mit Futurezone

Unterstützung erhält das Unternehmen von der Österreichischen Post, die mit einer Beteiligung von 26 Prozent maßgeblichen Anteil an der Umsetzung des Projekts hat, sowie der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS).

Entladung ohne körperliche Anstrengung

Während es derzeit noch Standard ist, alle Pakete per Hand und einzeln aus dem Lkw zu entnehmen, soll der Rapid Unloader diese Zeit um die Hälfte verkürzen und die Abläufe optimieren. Ein weiterer Pluspunkt ist die Reduzierung der körperlichen Arbeit für Angestellte.

Zur Entladung der Pakete wird im Transportraum zunächst ein Entladeband installiert. Auf diesem sind die einzelnen Pakete gestapelt. Im nächsten Schritt dockt der LKW in der Entladebucht an und das stationäre Modul wird mit dem Band verbunden. Dieses zieht die Pakete dann automatisch aus dem Frachtraum – zuerst über ein großes und dann über mehrere kleine Förderbänder.

Die Einteilung erfolgt dabei mittels eines Algorithmus, dessen Programmierung mit einigen Schwierigkeiten verbunden war. „Den Paketpulk aufzulösen, damit die Pakete für den weiteren Sortierprozess geeignet sind, war eine technische Herausforderung“, so Andreas Wolfschluckner, neben Matthias Fritz einer der beiden Gründer.

Für die Steuerung der Förderbänder brauchte es zunächst eine Simulation am Computer, um herauszufinden, dass eine Vorvereinzelung am besten durch eine variierende Bandgeschwindigkeit möglich ist.

Die derzeitige Testphase läuft unter Aufsicht im Verteilerzentrum der Post in Allhaming, Oberösterreich. Im Herbst erfolgt eine erste Auswertung, bei der ein Einsatz in Pilotprojekten diskutiert wird. Interessenten aus der Logistikbranche gibt es bereits.

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Frankfurt revolutioniert den Pakettransport

Nicht nur in Österreich gibt es immer größere Fortschritte in der Optimierung der Post-Logistik. In Spanien werden seit Anfang 2018 etwa elektrische Lastenfahrräder in fünf Städten getestet. Damit verspricht sich Correos, wie die staatliche Post in Spanien heißt, besonders in engen Altstadtgassen und für Transporter nur schwer erreichbaren Fußgängerzonen eine höhere Mobilität.

In Frankfurt am Main läuft derzeit ein Pilotprojekt der etwas anderen Art. Dort bringen Straßenbahnen Pakete von den Verteilerzentren in die Innenstadt, wo Fahrradkuriere sie abholen und verteilen.

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