Leben

Auto im Abo oder Car-Hopping: Haben diese Modelle eine Zukunft?

von
Gertrud Teusen

Das Verhältnis der Autofahrer zu ihren Fahrzeugen ändert sich. Jetzt ist Flexibilität das Zauberwort. Die Antwort der Autohersteller: Abo statt Kauf.

Ein Volvo vor einem Geschäft.
Das Auto-Abo könnte den Kauf des eigenen Wagens ablösen – bisher sind das aber nur Zukunftsvisionen. Foto: Volvo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Auto-Abo-Modelle die Mobilität der Zukunft verändern können – zwei Modelle im Überblick
  • Warum Car-Hopping eine Art Luxus-Abo ist – bei dem der Preis keine Rolle spielen sollte
  • Weshalb das Modell durchaus Zukunftspotenzial hat

Wer sich nicht entscheiden kann, ob ein Diesel- oder Benzinauto oder gar ein Hybrid oder Elektroauto das richtige Modell für den nächsten Autokauf mietet, der kann sich auch für eine Zwischenlösung entscheiden: Das Auto-Abo.

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Das Abo vereint die Vorteile des eigenen Autos und verzichtet gänzlich auf das lästige Drumherum – vom saisonalen Reifenwechsel bis zur Zulassung. Einige Modelle bieten sogar Freikilometer an. Ein Auto, ein Preis, keine Zusatzkosten, wie einfach das Leben damit sein könnte. Und das ganze mit möglichst flexiblen Laufzeiten.

Zwei Auto-Abo-Modelle im Überblick

"Alles außer Tanken" von Volvo

Der schwedische Autohersteller stellte vor kurzem sein neues Mobilitätskonzept "Care by Volvo" vor. Auch wenn das Abo wie ein smarter Leasingvertrag daherkommt, bietet es doch mehr als gewohnt. Die All-inclusive-Vorteile sind:

Das Volvo-Abo gibt es für zwei Modelle, mit unterschiedlicher Motorisierung. Lediglich bei der Außen- und Innenfarbe gibt es ein paar Optionen mehr. Dafür aber alles zum monatlichen Fix-Preis. "Das größte Kommunikationshindernis ist der Preis", gibt Patrick Wendt zu, der für "Care by Volvo" verantwortlich ist. Und der liegt bei 498 Euro für den Kompakt-SUV XC 40 als günstigstes Abo-Modell.

Die Plattform "Care by Volvo".
Einige Abo-Modelle lassen sich via Website oder App bequem vom heimischen Sofa abschließen. Foto: Volvo

Die Kosten, so rechnet der ADAC jedoch vor, sind keinesfalls zu hoch angesetzt. Bei einem ähnlich ausgestatteten Modell kommt der Automobilclub auf 711 Euro im Monat (inklusive aller Vorteile des Abos plus Treibstoff).

Fazit: Flexibilität sieht ander aus: Das Modell hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Zusätzlich kommt ein Modellwechsel den Kunden mit 699 Euro teuer zu stehen. Noch teurer wird es, wenn er frühzeitig aus dem Abo aussteigen will: Dafür legt er satte 1299 Euro hin.

Trotzdem will Volvo 2019 über dieses Modell fünf Prozent seiner Autos absetzen.

All inclusive unterwegs – mit Cluno

Das Münchner Start-up Cluno bietet schon seit einem Jahr das Auto-Abo an. Hier hat der Kunde die Wahl zwischen 42 Automodelle von elf Herstellern – darunter sind sechs Hybride und zwei Stromer. Darunter sind folgende Modelle:

  • Der Renault Zoe kostet monatlich 519 €
  • Der BMW i3s ELEKTRO 120Ah liegt bei 599€
  • Der günstigste Verbrenner (ein Opel Corsa) kostet 259 €
  • Der teuerste Verbrenner ist der 5er BMW für 749 €

Die Eckdaten des Vertrags:

  • Einmalige Startgebühr von 299 €
  • Mindestvertragsdauer sechs Monate
  • Abwicklung nur online oder über eine Smartphone-App
  • Das ausgewählte Auto direkt nach Hause geliefert

Der Fix-Preis enthält:

  • Wartung & Verschleiß
  • Versicherung
  • Reifen
  • Steuer & GEZ
  • Zulassung & HU
  • Freie Kilometer (1.250 Freikilometer pro Monat also 15.000 km pro Jahr)

Die Menschen wollen weiter mit ihrem eigenen Auto mobil sein, aber bitte auch flexibel und mit klar kalkulierbaren Kosten.

Nico Polleti, einer der drei Cluno-Gründer

Fazit: Cluno bietet relativ günstige Auto-Abos mit flexibler Laufzeit und Freikilometern. Auch die Auswahl ist sehr groß. Elektroautos und besser ausgestattete Verbrenner-Modelle schlagen jedoch mit relativ hohen Kosten zu Buche.

Ein vergleichbares Abo-Modell bietet auch "like2drive", allerdings haben diese keine reinen Stromer im Angebot.

Car-Hopping – ein Auto für jede Gelegenheit

Wenn Geld keine Rolle spielt und es einfach zu viele Markenmodelle gibt, die gefallen, bietet Car-Hopping eine Alternative. Ein solches Modell bietet etwa Mercedes.

Jeden Monat ein neues Auto: "Mercedes me Flexperience"

Bei "Mercedes me Flexperience" verspricht Daimler: Jeden Monat ein neues Traumauto fahren. Das Hersteller- gestützte Abo-System bietet in einem Zeitraum von zwölf Monaten zwölf Modellwechsel an.

Allerdings ist das Modell momentan nur ein Pilotprojekt, das bundesweit nur in zwei Mercedes-Benz Autohäusern – in Essen und Bochum – angeboten wird. Die monatliche Rate, die je nach Kategorie zwischen 750 und 1800 Euro liegt, umfasst neben Versicherung, Wartung, Reparaturen und Reifen eine Jahresfahrleistung von 36.000 Kilometern.

Fazit: Das verspricht definitiv viel Spaß, aber auch viel Stress – zumindest den Stress, sich jeden Monat neu entscheiden zu müssen (oder zu wollen). Zusätzlich ist dieses Luxus-Abo alles andere als günstig.

Amerikanische Ikonen im Abo: "Book by Cadillac"

Ähnlich teuer geht es bei Cadillac zu. Unter dem Label "Book by Cadillac" können sich Fans der US-Marke einmal durch die Produktpalette probieren. Bislang ist das Modell allerdings nur in München verfügbar.

Sie haben die Wahl zwischen sechs verschiedenen Fahrzeugen von Cadillac und den amerikanischen Ikonen Corvette und Camaro. Das kostet dann allerdings ab 1500 Euro pro Monat.

Fazit: Mit den Klassikern kommt sicherlich Abwechslung in den täglichen Fahrspaß. Aber der Preis und die regionale Beschränkung sind klare Minuspunkte.

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Das Abo hat Zukunft

Eine Studie des US-Beratungsunternehmens Frost & Sullivan zur Zukunft der Mobilität kommt zu dem Schluss, dass bis 2025 circa zehn Prozent aller Neuzulassungen in den USA und Europa in einem Abo-Modell abgewickelt werden. Das Angebot richtet sich an eine jüngere Zielgruppe, die einfach keine Lust mehr hat, sich mit lästigen Einzelkosten rumzuschlagen: keine Steuern oder Versicherungen, Reparaturen oder eklatanter Wertverfall.

Das Beste sind die flexiblen Laufzeiten: nicht so lange wie beim Leasing und doch beständiger als ein Langzeitmiete beim Mietwagen-Anbieter. Ein zusätzlicher Bonus ist die fixe Kalkulierbarkeit der Kosten.

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