Leben

Außergewöhnliches Essen: Neue Formen der Erlebnisgastronomie

von
Carola Franzke

Ein Künstler aus Santa Cruz veranstaltet Erlebnisgastronomie auf Rinderfarmen, Bauernhöfen und Weingütern – 2018 gibt es auch einige Termine in Europa.

Der Tisch von Outstanding in the Fields vor einem Farmhaus.
Ein riesiger Tisch für mehrere hundert Gäste: So sieht ein Dinner-Tisch bei Outstanding in the Fields aus. Foto: Shutterstock / Thomas Barrat

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie gutes, regionales Essen zum Erlebnis wird
  • White Dinner: Warum ein Picknick in der Großstadt zum Riesen-Event wird
  • Erlebnisgastronomie: Von Entertainment zu außergewöhnlichem Essen

Gutes, regionales Essen als Erlebnis

Essen ist Lebensgefühl und Lebensqualität zugleich: Denn für viele Menschen ist Ernährung auch Selbstdefinition. Sie essen kein Fleisch oder verzichten auf Tierprodukte – sind Vegetarier oder Veganer.

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Im Trend liegen derzeit besonders regionale und saisonale Lebensmittel. Ein Künstler und Koch aus Santa Cruz spricht hier vom "Locavore" – vom lokalen Esser. Mit diesem Geist gründete er auch 1999 sein Unternehmen Outstanding in the Fields.

Seither veranstaltet er Dinner-Events bei lokalen Erzeugerbetrieben: Auf Rinderfarmen, Bauernhöfen und Weingütern. Die Philosophie dahinter: Wertschätzung für die verarbeiteten Lebensmittel zeigen, indem hochwertiges Essen dort verzehrt wird, wo es produziert wurde.

Outstanding in the Fields dreht also den übliche Weg – Lebensmittel zu den Konsumenten bringen – um. Diese Idee vom Picknick auf dem Lande ist auch dazu gedacht, um Respekt und Verständnis für die Arbeit der Landwirte zu fördern und die Lebensmittel zu würdigen.

Mit diesem Konzept tourt Outstanding in the Fields auch 2018 um die Welt – und macht auch in Europa für einige Abende Halt.

Großstadt-Picknick: „White Dinner“

Ein großes Jubiläum feiert in diesem Jahr ein ebenso traditionsreiches Picknick: Das „White Dinner“, oder eigentlich „Dîner en blanc“. 2018 findet das Event zum 30. Mal statt. Bereits jetzt brodelt die Gerüchteküche, wo sich die konspirative Menge in diesem Sommer trifft – denn in jedem Jahr findet das Event an einem anderen Ort statt. Das 20. „Dîner en blanc“ in Paris etwa wurde auf dem Champs-Elysées abgehalten.

Das Picknick für Großstädter hat seinen Ursprung in Paris: 1988 lief die Gartenparty von Francois Pasquier ein wenig aus dem Ruder, weil mehr Gäste erschienen, als er unterbringen konnte. Daraufhin entschied er kurzerhand, im nahegelegenen Park Bois de Boulogne weiterzufeiern. Den Gästen gefiel der öffentliche Veranstaltungsort so gut, dass sie sich für den kommenden Sommer erneut verabredeten.

Ein Diner en Blanc an den Gärten des Invalidendoms.
Ein White Dinner in Paris – an den Gärten des Invalidendoms – im Juni 2014. Foto: picture alliance / AP Photo

Inzwischen finden solche „White Dinner“ nicht nur in Paris statt: Weltweit verabreden sich Menschen konspirativ – um die Auflagen für öffentliche Veranstaltungen zu umgehen – zum gemeinsamen Picknicken. Die Voraussetzungen: Weiße Kleidung, und jeder bringt sich Tisch, Stühle und Verpflegung selbst mit. Hier steht das gemeinsame Essen an einem ungewöhnlichen, öffentlichen Platz im Mittelpunkt. Für regionale Küche muss hier also jeder selbst sorgen.

Die Wurzeln der Erlebnisgastronomie

Erlebnisgastronomie hat eine lange Tradition: Kellnerinnen auf Rollschuhen, Rohrpost-Service an jedem Tisch, oder Zirkusartisten und Gesang zwischen den einzelnen Gängen – all das gab es schon mit großem Erfolg in den Achtzigern. Der „old school“-Ansatz in Sachen Erlebnisgastronomie legte allerdings mehr Wert auf das Entertainment während des Essens, und es ging wenig bis gar nicht um die Qualität der Speisen.

Statt Convenience: Außergewöhnliches Essen

Heute sind es andere Konzepte, die im Gastro-Bereich Erfolge feiern. Vor allem geht es um außergewöhnliches, qualitativ hochwertiges Essen. Das können Themenabende sein, bei denen die Küche eines Landes oder einer Region im Zentrum steht, oder das gemeinsame Kochen der Gäste in großen „Eventküchen“ und Kochschulen.

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Sterneköche werden geladen, um sich bei intimen Koch-Events über die Schulter blicken zu lassen und weihen ihre Gäste in die Geheimnisse des Sushi-Rollens ein. Essen und Kochen sind beliebt; statt fertigem „Convenience food“ finden teure Beefer und Edel-Grille reißenden Absatz. Kein Wunder also, dass sich auch Outstanding in the Fields noch immer großer Beliebtheit erfreut.

Aber nicht nur bei außergewöhnlichen Events wird das Essen immer besser – auch im Flugzeug achten immer mehr Airlines auf gesundes, leckeres Essen.

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