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Elektromobilität

CargoCap, Cargo Sous Terrain & Co. bauen Tunnel-Infrastruktur aus

von Paul Bandelin

Cargo Sous Terrain, CargoCap oder The Boring Company: Der Ausbau der unterirdischen Infrastruktur soll Städte vom Güterverkehr entlasten.

Ein dunkler Tunnel.
Tunnel könnten die oberirdische Infrastruktur entlasten. Foto: Shutterstock / Yulia_travel

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum der Ausbau der unterirdischen Infrastruktur essentiell ist
  • Wie Cargo Sous Terrain in der Schweiz bis 2030 den Güterverkehr revolutionieren will
  • Warum die alte Idee von CargoCap wieder aktuell ist

Zahlreiche Fahrzeuge aller Art drängen jeden Tag aufs Neue in die längst verstopften Zentren der Städte. Mit zunehmender Urbanisierung entstehen eben auch mehr und mehr Probleme. Die großen Agglomerationen verschmutzen die Umwelt in noch nicht absehbarem Maße.

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Besonders der immense Warentransport führt auf Dauer zu einer Vielzahl von Verkehrsinfarkten. Lkw stehen Stoßstange an Stoßstange auf den Straßen, um ihre Waren schnellstmöglich zum Kunden zu bringen. Und auf der Rücktour stehen sie wieder im Stau.

Ausbau der unterirdischen Infrastruktur ist essentiell

Der Schlüssel moderner Infrastruktur – vor allem in Hinblick auf die Elektromobilität – könnte im Untergrund liegen. Denn während die Expansion in die Breite und in die Höhe sehr präsent ist, hält das oftmals ungenutzte Areal im Untergrund viel Platz für die Entwicklung bereit.

Forscher, Stadtplaner und Ingenieure unterschiedlicher Länder haben sich mit dem Problem befasst und unabhängig voneinander an Lösungen erarbeitet, von denen aber nur die wenigsten bereits aktiv in Benutzung sind. Die Ideen kommen aus Bochum, Basel und natürlich von Elon Musk.

Cargo Sous Terrain aus der Schweiz

In der Schweiz, genauer gesagt in Basel, hat die Aktiengesellschaft vor Cargo Sous Terrain vor, ein unterirdisches Tunnelsystem zu erschaffen. Ziel ist, die größtmögliche Menge des Güterverkehrs unter der Erdoberfläche abzuwickeln. So würden weniger Emissionen durch Lastwagen freigesetzt und die Innenstädte entlastet.

Ich sehe ein Projekt, das besonders visionär ist: Cargo sous terrain, das von den Großverteilern vorgeschlagen ist, um die Güterzüge unterirdisch fahren zu lassen.

Moritz Leuenberger, ehemaliger Vorstand des Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)

Auf Paletten, die sich in 20 bis 40 Metern Tiefe bewegen, will das Unternehmen neben Frischwaren noch Abfälle und recycelte Waren transportieren. Drei Fahrspuren sind geplant – eine für jede Richtung sowie eine Mittelspur für unerwartete Notfälle. Mit 30 km/h sollen sich die elektrisch betriebenen Wagen über die Schienen bewegen.

In den kommenden zehn Jahren soll diese Art der Güter-Infrastruktur das schweizerische Straßen- und Schienennetz ergänzen und an neuralgischen Punkte entlasten. Eine 2017 initiierte Machbarkeitsstudie gab in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht grünes Licht für einen Bau. 2019 soll der Bau der ersten Strecke beginnen. Sie soll auf 70 Kilometern Härkingen im Schweizer Mittelland und Zürich miteinander verbinden.

Ein Konzept-Modell von Cargo sous terrain.
Die Wagen von Cargo Sous Terrain sollen Waren durch Tunnel transportieren. Foto: Cargo sous terrain

CargoCap: Das 5. Transportsystem

Im vergangenen Jahr kam die alte Idee der Rohrpost in Bergisch Gladbach erneut auf: Dort sollte eine eventuelle Machbarkeitsstudie testen, ob CargoCap eine Alternative zum klassischen Güterverkehr darstellen kann.

Ursprünglich entwarf die Ruhr-Universität Bochum im Rahmen eines Forschungsprojektes das alternative Transportsystem bereist um die Jahrtausendwende. Sie nannten CargoCap die 5. Transportalternative, die mit automatischen Transportkapseln im Untergrund Waren von A nach B befördern und somit das Straßennetz entlasten soll.

Besonders in Metropolen, deren Innenstädte regelmäßig unter Verkehrsinfarkten und dem zunehmenden LKW-Verkehr leiden, wäre das System hilfreich. Es soll Güter in kürzester Zeit von Verteilzentren an der Peripherie der Städte zu Großkunden beziehungsweise Logistikzentren transportieren.

Ein Konzept-Modell von CargoCap.
Von dezentralen Verteilerzentren sollen die Kapseln von CargoCap Waren in Städte bringen. Foto: CargoCap

Die Länge der Kapseln soll laut Plan 2,80 Meter betragen, die Breite knapp 1,40 Meter. Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 36 km/h sollen sie dicht getaktet mit einem Abstand von jeweils vier Metern durch die Röhre gleiten. Ein immenser Vorteil für Logistikunternehmen wäre die Tatsache, dass die Verlagerung des Gütertransports die eigene Feinstaubbelastung stark reduziert und sie somit den drohenden Beschränkungen durch die EU ausweichen könnten.

Boring Company bohrt in Chicago

Rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 850 Millionen Euro) will Elon Musks Boring Company in Chicago in einen Tunnel investieren, der vom Zentrum bis zum Flughafen O‘Hare reicht. Das zu einhundert Prozent selbst finanzierte Projekt soll auf 27 Kilometern eine Hochgeschwindigkeitsbahn beherbergen.

In zwei Tunnelröhren sollen elektrische Fahrzeuge die Passagiere innerhalb von zwölf Minuten zum Terminal oder die Innenstadt bringen – immerhin eine halbe Stunde schneller als zuvor. Als Fahrzeuge sind gläserne Busse geplant, die mit rund 200 km/h in der Röhre unterwegs sein sollen. Das größte Problem ist derzeit ihre Fortbewegung. Dahingehend ist bislang nur bekannt, dass es sich nicht um eine Vakuumröhre handeln wird.

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