Elektromobilität

Aus jedem Rad wird ein Elektrofahrrad

von Leonie Butz

Das eigene Rad zum Elektrofahrrad umrüsten – das können nicht mehr nur Profi-Tüftler. Bisher sind fertige Motoren aber noch ziemlich teuer.

Aus jedem Rad wird ein Elektrofahrrad
Wer ein Elektrofahrrad will, der verschrottet seinen alten Drahtesel – oder er baut ihn um. Foto: Unsplash/Matt Saling

Das erfahren Sie gleich:

  • Der alte Drahtesel wird zum Elektrofahrrad
  • Selbstbau-Module gibt es für fast jedes Rad
  • Bisher sind Preis und Reichweite ausbaufähig

Ein Rad macht das Fahrrad zum E-Bike

So ein Elektrofahrrad wäre schon irgendwie praktisch. Aber dafür das alte Lieblings-Fahrrad verschrotten? Das kommt für viele nicht in Frage. Also bleibt nur, das alte Rad umzubauen. Mit viel technischem Verständnis geht das auch völlig eigenständig. Wer aber nicht so geübt ist beim Verbauen eines Elektromotors oder der Vernetzung des Antriebs, der greift auf fertige Motoren für den eigenen Drahtesel zurück.

Weitergedacht

Nachhaltige Mobilität – wie geht das?

Mehr erfahren bei Audi

Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: In einer großen Radnabe im Hinterrad steckt die gesamte Technik. Keine Verkabelung oder komplizierten Anschlüsse sind dafür notwendig. Beim Kauf lässt sich angeben, für welche Art von Fahrrad der Antrieb gedacht ist – also ob der Reifen für ein Mountainbike oder ein Rennrad gedacht ist, welche Gangschaltung das Rad oder welche Farbe die Felge hat. Der Einbau zuhause besteht dann lediglich aus dem Wechsel des Hinterrads.

Der alte Drahtesel wird zum Elektrofahrrad

Bei FlyKly gibt es ein solches Hinterrad in den Größen 20-, 26- oder 28-Zoll. Während das Smart Wheel für fast alle Gangschaltungen nutzbar ist, lässt sich die Bestellung nicht individuell an das eigene Rad anpassen. Wie bei einigen E-Bikes lädt der Motor beim Bremsen und Bergabfahren auf. Außerdem bietet die App bitride die Möglichkeit, die eigene Leistung zu messen, ein spezielles Navigationssystem fürs Fahrrad zu nutzen oder das Rad mit einem smarten Schloss zu sperren. Beim Versuch, das Rad trotzdem zu bewegen, schlägt die App Alarm und ortet den Drahtesel via GPS. Für saftige 999 Euro lässt sich so das eigene Rad zum E-Bike umbauen.

Wer sein Rad regelmäßig in den dritten Stock schleppen muss, der ist über ein so leichtes Elektrofahrrad sicher sehr dankbar.

Der alte Drahtesel wird zum Elektrofahrrad
Die rote Radnabe ist das Markenzeichen von Copenhagen Wheel, das aus jedem Rad ein Elektrofahrrad macht. Foto: Max Tomasinelli

Eine andere Variante bietet das Copenhagen Wheel. Hier steckt der gesamte Antrieb ebenfalls im Hinterrad. Die rote Radnabe lässt sich jedoch individuell an die Gangschaltung, die Reifengröße und die Farbe des Rahmens anpassen – ob Rennrad oder Mountainbike spielt hier also keine Rolle. Via Bluetooth nimmt die dazugehörige App Kontakt mit dem Rad auf. Darin lassen sich der Unterstützungsgrad festlegen aber auch Geschwindigkeit, oder Trittfrequenz messen. So soll das Rad sogar selbst lernen könne, wann der Fahrer wieviel Unterstützung durch den Motor benötigt. Außerdem gewinnt auch hier der Motor Energie beim Bremsen oder Bergabfahren zurück. Mit 50 Kilometern Reichweite ist das Rad aber nichts für Langstrecken-Fahrer.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

E-Bike-Baukasten aus den USA

Bisher war die Erfindung des Teams vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) übrigens nur in den USA erhältlich. Mit einer neuen Fertigungsstätte in den Niederlanden können jetzt aber auch Interessierte in Europa das Copenhagen Wheel maßgefertigt bestellen. Mit 1749 Euro ist das individuelle Elektrofahrrad aber alles andere als günstig. Aber das Unternehmen bietet eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, wenn das Rad doch nicht passt oder gefällt. Fällt die Technik aus, können es die Unternehmens-Techniker außerdem per Ferndiagnose checken.

Das eigene Fahrrad zum E-Bike umbauen, das ist also tatsächlich möglich. Bisher sind die fertigen Motoren in Hinterrädern aber noch sehr kostspielig. Trotzdem lohnt sich die Aufrüstung. Denn so muss das alte Fahrrad nicht auf den Müll – eine nachhaltige Alternative zum Kauf eines neuen Fahrrads. Außerdem ist ein rund drei bis fünf Kilogramm schwerer Motor im Hinterrad sehr viel handlicher als die bisher sehr klobig ausfallenden E-Bikes. Wer sein Rad also regelmäßig in den dritten Stock schleppen muss, der ist über ein so leichtes Elektrofahrrad sicher sehr dankbar. Setzt sich das Modell durch, ist in Zukunft hoffentlich mit noch mehr Angeboten in dem Bereich zu rechnen – wodurch der Aufrüst-Motor im Hinterrad sicherlich sehr viel günstiger wird.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen