Technik

Aus für Facebook Aquila: Kostenloses Internet via Drohne versagt?

von Marten Zabel

Drohnen statt Satelliten sollten künftig Internet in abgelegene Gebiete bringen. Aber nicht nur Facebooks Projekt Aquila ist an dem Konzept gescheitert.

Der erste Testflug der Facebook-Aquila-Drohne.
Der erste Testflug der Facebook-Aquila-Drohne. Foto: picture alliance / dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Facebook-Projekt Aquila eigentlich ein Erfolg war – und trotzdem gescheitert ist
  • Welche Technik künftig in Facebooks Internet-Drohne stecken soll
  • Welche (erfolgreichen) Projekte zu kostenlosem Internet noch existieren

Seit 2014 hatte Facebooks Entwicklungsabteilung für das Programm Free Basics an den Aquila-Drohnen gearbeitet. Die großen, solarbetriebenen Fluggeräte waren dafür konzipiert, wochenlang in der Luft zu bleiben.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Sie sollten in großer Höhe kreisen, um kostenloses aber abgespecktes Facebook-Internet in entlegene Gegenden zu bringen. Mit dieser Technik gäbe es mehr Nutzer des Netzwerkes – das war zumindest der Plan bei Facebook.

Facebooks Aquila: Eigentlich ein Erfolg ...

Damit ist jetzt Schluss: Facebook schließt die Entwicklungseinrichtung mit Flugzeughangar und Startbahn und stampft das Projekt ein. Grund dafür ist allerdings nicht das Scheitern der Flieger, sondern die technische Aufholjagd der Konkurrenz. Die eigene Forschung und Entwicklung ist dem Konzern offenbar schlichtweg zu teuer geworden.

Künftig will das soziale Netzwerk stattdessen mit Partnern wie Airbus kooperieren, die vor allem mit Hybrid- und E-Flugzeugen von sich Reden machen. Mit dem Unternehmen will Facebook das als High Altitute Platform Station (HAPS) bezeichnete System in die Luft bringen – ein unbemanntes quasi-stationäres Flugobjekt.

Facebooks Internet-Drohnen brauchten jede Menge Technik

Neben einer elektrischen Flugmaschine, die ohne menschliches Zutun für lange Zeit in der Luft bleiben kann, hat Projekt Aquila bei Facebook noch andere technische Hürden meistern müssen.

Die Netzanbindung für alle, überall, ist eine der großen Herausforderungen für unsere Generation.

Yael Maguire, Facebooks Projektmanager von Projekt Aquila

Unter anderem gelang es den Ingenieuren, eine 40 Gb/s-Verbindung zwischen einer Bodenstation und einem kreisenden Kleinflugzeug in sieben Kilometern Entfernung aufzubauen. Solche Vorstöße sind wichtig, sollen Drohnen irgendwann das Internet verbreiten. Schließlich werden sie im Gegensatz zu etwa geostationären Satelliten am Himmel nicht stillhalten.

Kostenloses Internet scheint weltweit im Kommen zu sein

Facebook ist der zweite große Technologiekonzern, der sein Projekt für Internetdrohnen einstampft. Google hatte vor einigen Jahren das Drohnen-Start-up Titan Aerospace übernommen und als Project Titan mit ganz ähnlicher Zielsetzung wie Facebooks Aquila betrieben.

Google hatte allerdings eine deutlich problematischere Projektgeschichte aufzuweisen, mit Abstürzen und Missverständnissen bei der Ausstattung der Drohnen. Deshalb setzt der Suchmaschinenkonzern inzwischen auf unmotorisierte Stratosphärenballons, die im Project Loon entstehen. Diese scheinen eine günstigere Alternative zu sein. Obwohl sie von Zeit zu Zeit verloren gehen, abstürzen und im Testgebiet sogar ab und zu für Ufos gehalten werden.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Ganz anders beim Projekt Quika. Hier bringen Satelliten seit Januar 2018 kostenloses Internet nach Afrika. Aber auch ganz alte Technik kommt bei den zahlreichen Ideen zum Einsatz: Das amerikanische Unternehmen Altaeros etwa will mit Hilfe eines Zeppelins Internet in entlegene Gebiete bringen.

Aber all diese Projekte haben letztlich das gleiche Ziel: Die bislang nicht vernetzten 53 Prozent der Menschheit an die Datenautobahn anzubinden. Nur die jeweilige Motivation dürfte von Projekt zu Projekt variieren.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen