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Augmented Reality: Google Maps macht Spiele realistischer

von Carola Franzke

Über einem Holztisch sind zwei Hände zu sehen, die ein iPhone halten, auf dem Google Maps läuft. Links steht eine Kaffeetasse, rechts liegt eine Brille.
Viele User kennen Google Maps nur als Navigationshilfe. Aber vor allem die 100 Millionen 3D-Daten von Gebäuden in über 200 Ländern sind für Spiele-Entwickler interessant. Foto: Shutterstock/ Ditty_about_summer

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Google Maps für Augmented Reality so wichtig ist
  • Was Augmented Reality bedeutet
  • Wieso Pokémon Go das große Vorbild ist
  • Welche Spiele mit den Google-Maps-Daten arbeiten

Daten von Google Maps sind jetzt für Spiele-Entwickler zugänglich. Damit wird es künftig mehr Augmented-Reality-Spiele wie Pokémon Go geben.

Warum Google Maps für Augmented Reality so wichtig ist

Augmented Reality wird künftig in immer mehr Spielen zum Einsatz kommen: Google hat angekündigt, die Daten von Google Maps für Spiele-Entwickler zugänglich zu machen.

Die Entwickler von Augmented-Reality-Spielen können damit jeden Ort auf der Welt, der von Google Maps erfasst ist, in ihren Spielen nachbilden und sich dabei auf die Gestaltung der Texturen und Details im Spiel konzentrieren.

Google Maps hat einzigartige Standortdaten, die Sehenswürdigkeiten wie die Freiheitsstatue, den Eiffelturm, das London Eye, den Burj Khalifa und das India Gate umfassen.

Teemu Huuhtanen, CEO von Next Games

Die ersten Reaktionen der Entwickler sind euphorisch: "Wenn neue Gebäude oder Straßen gebaut werden, haben wir Zugang zu ihnen in unserem Spiel", sagte beispielsweise Teemu Huuhtanen gegenüber der Plattform androidcentral.com. Huuhtanen ist CEO von Next Games – dem Entwickler der Walking-Dead-Reihe.

Was Augmented Reality bedeutet

Augmented Reality, also die „erweiterte Realität“, hat einen Reiz, dem sich kaum jemand entziehen kann. Sie verbindet gewissermaßen die virtuelle Welt mit dem echten Leben.

Dafür gibt es ganz praktische Anwendungen — etwa beim Sightseeing, wenn das Smartphone anhand der Navi-Daten Infos zu Sehenswürdigkeiten einblendet, oder beim Autofahren, wenn Assistenzsysteme Informationen auf die Windschutzscheibe projizieren.

Spiele sind noch eine andere Dimension: Hier kann Augmented Reality geradezu andere Welten erschaffen, die die Fantasie anregen und ein komplettes Eintauchen in die Spielwelt ermöglichen.

Um Realität und Spiel miteinander zu vermischen, müssen sich die Entwickler normalerweise zunächst mit der echten Welt und der physischen Umgebung der Spieler befassen. Im nächsten Schritt wird die Spielwelt neu erfunden, ob nun mittelalterliche Fantasy, Lebkuchenhäuser oder postapokalyptisches Zombieland.

Mit dem Zugang zu Google Maps-Daten können sich die Entwickler gleich auf den zweiten Schritt konzentrieren und die Daten des Internetriesen als Basis nehmen.

Wieso Pokémon Go das große Vorbild ist

Das bislang erfolgreichste Augmented-Reality-Spiel ist Pokémon Go von Niantic, das im Juli 2016 eine wahre Hysterie ausgelöst hatte. Der enorme Erfolg lag nicht nur daran, dass es den Nintendo-Megaerfolg Pokémon wieder aufgelegt hatte, sondern dass das Spiel fast überall gespielt werden kann.

In der ersten heißen Phase gab es immer wieder Menschenaufläufe, wenn seltene Pokémon gesichtet wurden oder sich Menschen zum Kampf in einer Arena verabredet hatten. Das Spiel hat selbst eingefleischte Stubenhocker nach draußen gelockt, und auch fast zwei Jahre nach der Veröffentlichung gibt es immer noch eine aktive Fangemeinde.

Bisher basierte Pokémon Go übrigens auf Daten von Google Maps, doch Ende 2017 kündigte Niantic an, in Zukunft mit Kartenmaterial von OpenStreetMaps arbeiten zu wollen. Mit der Ankündigung von Google, seine Daten für Spiele-Entwickler zu öffnen, erscheint der Schritt des Gaming-Anbieters in einem anderen Licht und macht die Konkurrenzsituation deutlich.

Welche Spiele mit den Google-Maps-Daten arbeiten

Es ist bereits bekannt, dass die Titel Jurassic World Alive, Ghostbusters World und The Walking Dead: Our World in Arbeit sind. Demnächst werden die Pokémons also von Dinosauriern, Geistern und Zombies gejagt, die sich in unseren Straßen verdammt gut auskennen.

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