Technik

Augmented Reality: Apple erweitert die Realität

von Dirk Kunde

Mit dem ARKit für iPhone und iPad perfektioniert Apple die Augmented Reality. Eine Technologie, die perfekt für das Auto geeignet ist.

Augmented Reality: Apple erweitert die Realität
Infos auf der Seitenscheibe: Apples ARKit ermöglicht Augmented-Reality-Anwendungen auch im Auto. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Das ARKit von Apple spielt im Auto seine volle Stärke aus
  • Im Konfigurator kann der Kunde sein Auto schon in die eigene Einfahrt stellen
  • Die Windschutzscheibe wird zur Info-Zentrale

Mit dem ARKit soll alles besser werden

Das kleine Monster aus Pokémon Go da vorne auf dem Bürgersteig. Die Flugdaten der über den Garten dröhnenden Linienmaschine. Das Regal aus dem Möbelkatalog im eigenen Wohnzimmer. Augmented Reality ist schon eine ganz Weile ziemlich cool, aber lange nicht nicht perfekt. Mal ruckelt es, mal fallen Schatten und Perspektiven unrealistisch aus. Das soll mit Apples ARKit anders werden. Der US-Konzern hat die Technologie in sein Betriebssystem für iPhones und iPads integriert. Das erleichtert Entwicklern die Arbeit und bietet Nutzern ein realistischeres Erlebnis.

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Augmented Reality verändert die Autowelt

Vor allem aber wird es auch die Welt der Mobilität verändern. Mit einem entsprechenden Auto-Konfigurator ließe sich das Fahrzeug schon mal in der Wunschfarbe vor oder in die Garage stellen. Bei defekten Ersatzteilen am Fahrzeug könnte eine Reparaturanleitung die einzelnen Schritte zum Austausch der Teile im Smartphone anzeigen. Natürlich sind Tablet und Smartphone nur ein Zwischenschritt in der Entwicklung. Warum hält man sich einen Bildschirm vor die Augen, wenn das Brillen oder Kontaktlinsen komfortabler realisieren? Erste Versuche dazu gab es bereits. Google hat mit Glass eine Brille vorgestellt, die Informationen ins Sichtfeld des Trägers einblendet. Doch das Projekt verschwand wieder in der Schublade. Es war zu früh. Sobald die technischen Möglichkeiten ausgereifter sind, werden es die Google-Entwickler bestimmt wieder herausholen.

Kinder können vom Rücksitz aus auf die Fenster malen und Informationen zur Landschaft abrufen.

Im Auto eignet sich die Windschutzscheibe als Projektionsfläche für die erweiterte Realität: Richtungsanzeiger der Routenführung, der Titel des aktuellen Liedes oder die Stauwarnung erscheinen im Blickfeld des Fahrers, ohne dass er oder sie die Augen von der Straße nehmen muss. Hersteller wie Toyota und GM haben an Projektionstechniken für die Scheiben auf dem Rücksitz gearbeitet. Unter dem Titel „Window to the world“ können Kinder auf dem Fenster malen oder Informationen zur Landschaft abrufen.

Gerüchte besagen, dass Apple unter dem Projektnamen „Titan“ an einem eigenen iCar arbeitet. Doch Apple-Chef Tim Cook lässt in Interviews durchblicken, dass Apple lediglich an der Technologie für autonomes Fahren arbeite, aber kein komplettes Auto bauen wolle. Eine ARKit-Anwendung im Fahrzeug könnte eine nützliche Erweiterung des bereits existierenden Systems CarPlay sein, mit dem das iPhone Aufgaben im Auto übernimmt.

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Apple nutzt deutsche Technologie

Die erweiterte Realität ist eine rechenintensive Anwendung. Die neuen AR-Apps funktionieren auf Apple-Geräten mit A9- und A10-Prozessor. Das sind neben der kommenden iPhone-Generation die Serien 6s, 7 sowie SE. Beim Tablet sind es die aktuellen Versionen vom iPad und iPad Pro. Von diesen Geräten wurden weltweit rund 410 Millionen Stück verkauft. Die meisten davon dürften noch in Gebrauch sein. Das ist eine große Nutzerbasis und somit reizvoll für Entwickler von AR-Apps. Möglicherweise steckt sogar deutsches Know how in Apples ARKit: Der US-Konzern übernahm Mitte 2015 das Münchner Unternehmen Metaio, und das Start-up war auf AR-Technologie spezialisiert. Mit dem Metaio-Browser konnte sich der Nutzer im Kamerabild des Smartphones wahlweise Hotelzimmerpreise, freie Parkplätze oder verfügbare Mietwohnungen in der Umgebung anzeigen lassen.

Auch der Wettbewerber Google schläft nicht. Hier heißt die Technik ARCore im mobilen Betriebssystem. Zwar werden weltweit schätzungsweise zwei Milliarden Smartphones und Tablets mit Android genutzt, doch ARCore setzt Android 7.0 (Nougat) voraus. Bislang funktioniert ARCore nur auf dem Google-eigenen Smartphone Pixel sowie dem Samsungs S8. In der finalen Version dürften weltweit rund 100 Millionen Geräte mit „Nougat“ die erweiterte Realität mit Leben füllen.

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