Technik

Aufzug für Paketdrohnen soll Warenlieferungen vereinfachen

von
Sabrina Lieb

Mit Drohnen soll Logistik in Zukunft einfacher und schneller gelingen. Damit die Waren auch ankommen, hat sich ein Bastler etwas pfiffiges überlegt.

Paketdrohne bei einem Flug zum Kunden
Paketlieferung per Drohnen sind keine Zukunftsmusik mehr. Doch es bleibt die Frage, wo die Geräte die Pakete deponieren sollen. Ein Erfinder hatte da eine Idee. Foto: Shutterstock / maroke

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Drohnen in der Logistik bald eine wichtige Rolle spielen könnten
  • Wie ein Bastler die Lieferung vereinfachen möchte
  • Welche Hersteller ihm dabei helfen könnten

Lieferdrohnen als fliegender Paketdienst sind schon lange kein Szenario aus der fernen Zukunft mehr. Immer öfter erobern Paketdrohnen von privaten oder kommerziellen Nutzern unseren Luftraum.

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Mit dem Fortschritt der autonomen Steuerung ergeben sich viele Potenziale, insbesondere mit Blick auf die zunehmende Verkehrsproblematik.

Drohnen: Viele Einsatzmöglichkeiten – und Fragen

Ware einfach via Luftweg liefern lassen: Die unbemannten Luftfahrzeuge sind dabei mehr als nur ein Technikspielzeug. Vielmehr entwickelt sich analog zum autonomen Fahren auch die Drohnentechnologie rasant weiter und wächst zu einem wichtigen Element im Transportwesen in den globalen Lieferketten heran.

So ermöglichen Paketdrohnen eine Lieferung innerhalb weniger Stunden, Versand an Feiertagen und unterstützen bei der Erschließung von entlegenen Gegenden, für die der Weg sonst zu unrentabel wäre. Insbesondere im Zuge der Digitalisierung spielen sie eine wichtige Rolle bei der nachhaltigen Umgestaltung unserer Infrastruktur.

Doch mit den neuen Möglichkeitsfeldern der Elektromobilität wachsen unausweichlich auch neue Fragen. So zum Beispiel, wie eine Paketsendung via Lieferdrohnen in Städten mit hohen Gebäuden funktionieren soll oder aber, wenn Hindernisse im Weg sind. Beispielsweise etwas banales wie Bäume. Soll der Adressat der Bestellung sprichwörtlich das Fenster für die Drohne öffnen oder sein Paket irgendwo unten auf der Straße in Empfang nehmen? Fragen, mit denen sich der österreichische Tüftler Norbert Steiner beschäftigt.

Paketstation im Aufzugschacht für Drohnen

Seit 1985 arbeitet Steiner in der Aufzugbranche. Seit einiger Zeit treibt ihn jedoch vor allem eine Frage um: Wie kommen Lieferungen auf der letzten Meile - also auf dem Weg vom Paketzentrum zum Kunden - möglichst effizient an ihr Ziel? Die Lösung könnte ein eigener Aufzug für Drohnen sein.

Die Idee für einen entsprechenden Drohnenaufzug hat er sich bereits patentieren lassen, denn der Mann findet, dass ein Aufzugschacht der ideale Ort für die Paketübergabe ist. Bei dem Drohnenaufzug könnten dabei alle Stockwerke eines Gebäudes vom Keller bis zum Dachgeschoss miteinander verbunden sein. Das Dach des Hauses könnte wiederum als Start- und Landeplatz für die Drohne genutzt werden.

Einmal oben angekommen, macht sich das Paket dann auf den Weg zum jeweiligen Endkunden. Hierzu wird das Paket erst in die Aufzugkabine befördert und kommt von dort schließlich in einen Microhub - also eine Art Paketstation mitten im Aufzugschacht. Aus diesem Zwischenlager kann der Adressat schließlich seine Sendung entgegennehmen, indem er in den Aufzug steigt und auf der Höhe des entsprechenden Microhubs stoppt.

Mittels Smartphone-Code kann er nun das Paketfach öffnen und seine Ware in Empfang nehmen. Ware zurücksenden einfach gemacht: Entsprechende Retouren nehmen dabei den gleichen Weg einfach wieder zurück.

Die Aufzugsbranche - kontinuierlich wachsender Markt

Laut dem Erfinder lägen die Zusatzkosten für den Drohnenschacht pro Aufzug bei rund 1400 Euro. Wirft man einen Blick auf die Statistiken der Aufzugbranche, scheint für seine Idee auch reges Potential zu sein: So werden weltweit täglich rund 4000 Aufzüge gebaut. Allein in Deutschland brachte die Branche in 2017 einen Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro ein und beschäftigte mehr als 17.000 Arbeitnehmer.

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Auf der einen Seite prägen die vier größten Unternehmen Kone, Otis, Schindler und ThyssenKrupp mit einem Marktanteil von etwa 60 Prozent das deutsche Marktgeschehen, auf der anderen sind aber auch zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Anteil von 40 Prozent am Markt aktiv. Viele potentielle Partner, die Steiners Idee umsetzen könnten. Ein erstes Pilotprojekt in Zürich ist bereits in Planung.

In Deutschland hingegen wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis sich die erste Lieferung via Paketdrohne auf die Reise macht. Denn hierzulande braucht es für die Paketlogistik mit Drohnen noch einen entsprechenden Rechtsrahmen. Auf anderen Kontinenten hingegen hat der Paketlieferdienst der Zukunft schon seinen ersten Jungfernflug angetreten. So testete DHL beispielsweise in Afrika bereits den Einsatz von Flugdrohnen in der Medizin.

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